RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
WRC: Finnland-Rallye

Nach SP12: Meeke führt - Drama um Ogier

Kris Meeke führt die Rallye Finnland nach dem ersten Tag vor Jari-Matti Latvala an, Sebastien Ogier nach einem Ausrutscher weit zurück.

Ein souveräner Kris Meeke (Citroen), wieder einmal Pech für Jari-Matti Latvala (Volkswagen) und Ott Tänak (Ford), ein folgenschwerer Fahrfehler von Sebastian Ogier (Volkswagen) und ein spektakulärer Unfall von Yazeed Al-Rajhi (Ford): Das waren am Freitag die Schlagzeilen des ersten Tages der Rallye Finnland, achter Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2016.

Mit elf Sonderprüfungen (SP) war es einer der längsten Tage im Kalender der Rallye-Weltmeisterschaft, an dem mit Meeke, Latvala und Tänak drei Fahrer das Geschehen bestimmten und sich mit den Bestzeiten bei den SP abwechselten.

Da aber nur Citroen-Pilot Meeke problemlos durch den Tag kam, führt er die Rallye nach vier SP-Siegen an. "Ein wirklich guter Tag. Ott und Jari-Matti hatten zwei ihre Probleme, aber am Nachmittag haben wir den Vorsprung verwaltet. Man fühlt sich aber nie ganz wohl, wenn Jari-Matti hinter einem fährt", sagt Meeke.

Sei Vorsprung auf Latvala beträgt 18,1 Sekunden. Diesen Rückstand hatte sich der Finne, der seine Heimrallye in den vergangenen beiden Jahren gewonnen hatte, zum großen Teil bei der vierten Sonderprüfung eingefangen. Dort hatte er aufgrund eines Reifenschaden 16 Sekunden auf die Spitze verloren. "Wir sind in einer Rechtskurve von der Straße abgekommen und haben eine Böschung getroffen. Erst war es ein schleichender Plattfuß, und dann hat sich der Reifen komplett aufgelöst", berichte Latvala, der am Freitag drei SP gewann.

Tänak, der bei der Rallye Polen den sicher scheinenden Sieg durch einen Reifenschaden verloren hatte, wurde auch heute von seinen DMACK-Reifen im Stich gelassen. Bei SP 10 ging ein Pneu kaputt, zuvor war bei SP 5 schon ein Schaden an der Radaufhängung aufgetreten, wodurch Tänak insgesamt gut eine Minute auf die Spitze verlor. "Auf der einen Seite ein guter, auf der anderen Seite ein schlechter Tag. Es ist aber motivierend, dass wir schnell genug sind", sagt der Este, der drei SP gewann, in der Gesamtwertung aber mit 1:14,2 Minuten Rückstand nur Rang acht belegt.

Für Ogier ist der Kampf um eine Spitzenplatzierung bereits gelaufen. Bei SP 10 rutschte der Franzose in einer Haarnadelkurve in den Straßengraben, wo sein Polo stecken blieb. "Ein ziemlich dummer Fehler, aber das musste eines Tages passieren, wenn man immer volles Risiko gehen muss. Dort waren nur wenige Zuschauer, und die haben es nicht geschafft, uns schnell zu befreien. Deshalb haben wir so viel Zeit verloren." Mit fast 17 Minuten Rückstand kann Ogier aus eigener Kraft kaum noch unter die Top 10 fahren.

Hinter Meeke und Latvala belegt nach dem ersten Tag Thierry Neuville (Hyundai) Rang drei, allerdings hat der Belgier schon 44,3 Sekunden Rückstand auf die Spitze. Vierter ist Andreas Mikkelsen (Volkswagen), der zum Abschluss des Tages die Zuschauerprüfung "Harju" gewann, gefolgt von Craig Breen (Citroen), Hayden Paddon (Hyundai), Mads Östberg, Tänak und Eric Camilli (alle Ford).

Die Top 10 komplettiert Skoda-Werksfahrer Esapekka Lappi, der damit auch die WRC2-Wertung anführt. Dort dominiert der tschechische Hersteller aktuell das Geschehen, denn auf den Positionen zwei und drei liegen mit Teemu Suninen (+42,5 Sekunden) und Pontus Tidemand (+43,8) zwei weitere Skoda-Piloten.

Für einen spektakulären Höhepunkt hatte am Freitag der Saudi-arabische Ford-Pilot Yazeed Al-Rajhi gesorgt. Die siebente Sonderprüfung "Äänekoski-Voltra" beendete Al-Rajhi nicht auf allen vier Rädern, sondern nach einem Überschlag auf dem Dach rutschend! Die gute Nachricht: Al-Rajhi und sein Beifahrer Michael Orr überstanden den Unfall unverletzt. Das konnte man von ihrem Ford Fiesta RS WRC allerdings nicht behaupten. Motorhaube und Dach waren eingedrückt und stark verkratzt, die Windschutzscheibe zersplittert, weshalb Al-Rajhi und Orr aufgeben mussten.

Am Samstag stehen bei der Rallye Finnland acht Sonderprüfungen mit einer Gesamtlänge von 146,70 Kilometern auf dem Programm. Vier SP werden je einmal am Vormittag und am Nachmittag gefahren. Darunter ist auch die 33 Kilometer lange Königsprüfung der Rallye Finnland "Ouninpohja", die allerdings im Vergleich zu den Vorjahren in umgekehrter Richtung gefahren wird.

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

WRC: Finnland-Rallye

Weitere Artikel:

MRC, Rally Mecsek: Vorschau

Mitropa Rally Cup gastiert in Ungarn 

Bei der 59. Mecsek Rallye (11.-13.06.26) in Ungarn geht der Mitropa Rally Cup in seine 5. Runde der diesjährigen Meisterschaft.

ET König Rallye: Bericht TEC7 ORM2

Hochspannung im Titelkampf

Jubeln durfte dieses Mal Christoph Zellhofer, der gemeinsam mit seiner deutschen Co-Pilotin Anna Maria Seidl im Suzuki Swift ZMX erstmals in dieser Saison die Nase vorne hatte. Günther Knobloch/Erik Fürst (Renault Clio Rally3) behielten mit Platz zwei die Meisterschaftsführung, während Roland Stengg/Rebeka Kobal (Renault Clio Rally3) nach starkem ersten Tag im Regen des zweiten Tages den Anschluss an die Spitze verloren, aber dennoch starke Dritte wurden.

ARC, ET König Rallye: Bericht Neulinger

Marcel Neulinger triumphiert auch in Judenburg!

Marcel Neulinger setzte seine beeindruckende Siegesserie bei der ET KÖNIG Judenburg Rallye 2026 fort und holte den vierten Saisonsieg in der Steiermark!

ARC, ET König Rallye: Bericht Zellhofer

Christoph Zellhofer bremste seine Gegner aus

Der Niederösterreicher hielt mit einem Triumph bei der ET KÖNIG Rallye im Murtal seine Titelchance in der ORM 2 am Leben / Auf dem Stadtkurs durch Judenburg stellte er im Suzuki Swift ZMX die Weiche auf Sieg

ORM/ARC, ET König Rallye: Zeremonienstart

Heute Abend geht es in Judenburg los!

Mit dem Zeremonienstart wird die ET König Rallye powered by Peter Hopf Erdbau offiziell eröffnet / Morgen und am Samstag regieren die Gasfüße / Das Wetter wird besser und wärmer, aber noch nicht ganz stabil

Nachgefragt bei AMF & Manfred Stohl

Streitfrage: Rallye schon ab 13?

Der 19-jährige Este Jaspar Vaher zeigte in der ERC gehörig auf - er fuhr schon ab 13 als Vorausauto, ab 14 im Bewerb. Soll man auch bei uns das Mindestalter für Rallye-Teilnahmen herabsetzen?