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WRC: Deutschland-Rallye

J. Wagner holt Tagessieg im Opel-Cup

Der neue Juniorstaatsmeister gewann als Gaststarter den sechsten Wertungslauf des Opel Rallye Cups im Rahmen des deutschen WM-Laufs.

Fotos: Daniel Fessl

Der frischgebackene Juniorenstaatsmeister Julian Wagner (22) gewann mit Beifahrerin Anne Katharina Stein (26) als Gaststarter den sechsten Wertungslauf des Opel Rallye Cups im Rahmen des deutschen Laufes zur Rallye-WM. Nachdem Wagner bereits bei der Weiz-Rallye den Titel des österreichischen Juniorenstaatsmeisters fixieren konnte, wählte der Oberösterreicher als neue Herausforderung die wohl anspruchsvollste Rallye Deutschlands, um sich im Rahmen des Opel Rallye Cups mit Nachwuchstalenten aus zwölf Nationen zu messen.

"Im Vordergrund stand für mich meine persönliche Weiterentwicklung und die Möglichkeit, anspruchsvolle Rallyestrecken auch außerhalb Österreichs kennenzulernen. Der deutsche Opel Cup bot mir dabei die Möglichkeit, mich mit Fahrern aus ganz Europa zu messen. Dass wir den eingeschriebenen Cupteilnehmern derart einheizen können, habe ich natürlich gehofft, aber so nicht erwartet", freute sich Wagner.

Nach zwei Testtagen mit dem von Schmack Motorsport vorbereiteten und eingesetzten Opel Adam Cup erzielte Wagner bereits auf der vierten Sonderprüfung in den berüchtigten Weinbergen seine erste Bestzeit und hielt sich am ersten Wertungstag hinter dem routinierten Dänen Jacob Madsen auf Rang zwei. Eine Berührung mit einem Randstein verhinderte an diesem Tag das gute Ergebnis.

"Circa zwei Kilometer vor dem Ziel der Sonderprüfung 6 trafen wir in einer rechts Kurve den äußeren Randstein. Wir merkten schnell, dass der rechte Vorderreifen beschädigt war, wussten aber nicht, dass auch die Felge gebrochen ist", erklärte Wagner. "Nach einem weiteren Kilometer verkantetet sich das Vorderrad im Radkasten und machte das Weiterfahren unmöglich. Uns blieb nur der Radwechsel auf der Sonderprüfung, und wir fielen durch den damit verbundenen Zeitverlust auf Rang acht der Tageswertung zurück."

Im zweiten Wertungslauf entschädigte sich Wagner nicht nur mit fünf Sonderprüfungsbestzeiten, sondern behielt auch insgesamt die Nase vorn. Der am Samstag Morgen beginnende sechste Wertungslauf des Cups führte die Teilnehmer zunächst über die berüchtigte und mit über 40 Wertungskilometern höchst anspruchsvolle Sonderprüfung Panzerplatte. Mangels Erfahrung mit den dort ständig wechselnden Gripbedingungen und um das Auto für die kommenden Sektionen zu schonen, ging Wagner die Königsprüfung bewusst ruhig an und reihte sich zunächst auf Platz sieben der Tageswertung ein. Auf den übrigen Sonderprüfungen des Vormittags markierte er alle Bestzeiten und wiederholte dieses Prozedere auch in der Nachmittagsschleife. Am Abend fand sich Wagner so an der Spitze der Zeitenliste wieder.

"Unsere Taktik schien zunächst aufzugehen", berichtete der Junior. Nach der zweiten Durchfahrt der langen Panzerplatte-SP allerdings der Schock: Ölverlust! "Bei einer der vielen Bodenwellen hatten wir uns die Ölwanne beschädigt. Wir verloren nun kontinuierlich etwas Motoröl und wussten nicht, ob wir die ausstehenden zwei Sonderprüfungen bis zum Service noch überstehen würden", so Wagner weiter. "Mein Dank gilt dem Team rund um Manfred Schmack, insbesondere meinem Car Chief Uwe Bochmann. Nicht nur, dass sich in den perfekt vorbereiteten Cup-Adams auch ein Liter Ölreserve befindet, die Jungs tauschten im Abendservice unsere Ölwanne und ermöglichten uns so die Weiterfahrt und schließlich auch den Sieg."

Am abschließenden Sonntag ließ Julian Wagner dann nichts mehr anbrennen, erzielte eine weitere Sonderprüfungsbestzeit und erreichte schließlich – nicht zuletzt auch dank der perfekten Teamarbeit mit seiner Beifahrerin Anne K. Stein, die ihn souverän durch die schwierigen Prüfungen navigierte – mit über 30 Sekunden Vorsprung auf den Zweitplatzierten als erster Cup-Adam das Ziel am Bostalsee.

Direkt im Anschluss an den deutschen WM-Lauf geht es für Julian Wagner und seinen Bruder Simon (24), der sich im vergangenen Jahr nicht nur den österreichischen Juniorenstaatsmeistertitel, sondern auch den 2WD-Titel sicherte, weiter zur Junioren-Rallye-EM ins tschechische Zlín. Simon Wagner und sein Beifahrer Gerald Winter konnten schon bei der zurückliegenden EM-Rallye in Rzeszów (Polen) unter Beweis stellen, dass sie für Topzeiten im starken Feld der Junior-EM zu haben sind. Die EM-Neulinge erreichten im dortigen Qualifying einen achtsamen dritten Platz, bevor sie ihren Peugeot 208 R2 im Verlauf der Rallye mit einem technischen Defekt abstellen mussten. Nun greift auch der jüngere der schnellen Brüder in das Geschehen ein und gibt sich angriffslustig:

"Natürlich helfen wir uns untereinander, wo wir können", erklärt Julian Wagner, stellt Zuschauern und Fans jedoch gleichzeitig einen spannenden Bruderkampf in Aussicht: "Im Rahmen der Barum-Rallye treten wir erstmals mit gleichem Material gegeneinander an und werden uns sicher keine Sekunde schenken."

"Wir sind unseren Sponsoren und Unterstützern sehr dankbar, dass uns beiden die Möglichkeit gegeben wird, uns auf internationaler Ebene zu messen.", freut sich Simon Wagner. "Wir sind gut vorbereitet auf die kommende Woche und hoffen, das in uns gesteckte Vertrauen mit weiteren guten Resultaten rechtfertigen zu können.

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