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Fragen zur ORM Trophy
Foto: Leitner privat

Das Rätsel namens ORM Trophy

Warum sind Impulsgeber Baumschlager, WRC2 Masters-Starter Keferböck nicht dabei? Warum nur vier Eingeschriebene? Und: Was Tabellen-Leader Rudolf Leitner dazu sagt...

Noir Trawniczek

Einen Master Cup wie in der Weltmeisterschaft oder auch in Deutschland haben Rekordstaatsmeister Raimund Baumschlager und sein langjähriger Copilot Thomas Zeltner im vergangenen Herbst in einer motorline.cc-Exklusivstory begeistert vorgeschlagen - diese Idee wurde von der AMF und dem neuen ORM-Promotor freudig aufgenommen und mit jenem Konzept veredelt, wonach man die Einschreibgebühr des nunmehr ORM Trophy genannten Cups direkt als Preisgelder in die neue Junior-ORM einfließen lässt.

Nach zwei ORM-Rallyes gibt der Tabellenstand der ORM Trophy jedoch ein trauriges Bild ab: Lediglich zwei Fahrer sind aufgelistet, es führt Rudolf Leitner mit 43 vor Peter Klamminger mit 25 Zählern. Mit den noch punktelosen Alfons Nothdurfter und Peter Ölsinger sind bislang lediglich vier Piloten eingeschrieben, vom Potential her wären mindestens 15 möglich...

Baumschlager: „Will nur fahren - ohne DIskussionen“

Verwunderlich: Der eigentliche Impulsgeber Raimund Baumschlager fehlt weiterhin - im Dezember hat er sich auf hämische Kommentare berufen, die ihm vorgeworfen haben, er würde „nur weitere Titel einheimsen“ wollen. Schwer nachvollziehbar, dass sich ein Vollprofi wie er von ein wenig Häme davon abhalten lässt, bei der von ihm vorgeschlagenen Idee eines Master Cup aktiv mitzuwirken - wo doch nun sogar Jugendförderung und damit eine grundwegs positive Signalwirkung mit einer Trophy-Teilnahme verbunden wäre. Gibt es vielleicht andere Gründe für seine Nichtteilnahme? Baumschlager verweist auf Anfrage von motorline.cc auf seine Aussagen vom Dezember und sagt: „Es bleibt bei Nein. Ich will nur fahren - ohne Diskussionen und Vermutungen.““

Johannes Keferböck hat sich in der Weltmeisterschaft in der WRC Masters eingetragen (wie die ORM Trophy für Piloten ab 50 Lebensjahren eingeführt) - warum er das in Österreich nicht erwogen hat? Der K4 Rally Team-Pilot erklärt gegenüber motorline.cc: „Unser Fokus liegt ausschließlich auf der Weltmeisterschaft, wo du für deine Partner auch eine adäquate Publicity erhältst.“ Baumschlager, Keferböck,... - das wären jene „klingenden Namen“, welche die ORM Trophy für Piloten ab 50 zu einer attraktiven Plattform machen und so die eine oder andere Größe aus vergangenen Jahren womöglich zu einem Comeback verleiten könnte. Nur eines scheint klar zu sein: Wirklich schlau wird man aus all dem nicht...

Tabellen-Leader Rudolf Leitner: „Eine Kettenreaktion“

Was sagt der Tabellen-Leader der ORM Trophy, Ford Fiesta Proto-Pilot Rudolf Leitner zu alldem? Der spätberufene Quereinsteiger, der 2018 mit 45 in einem Mitsubishi von Race Rent Austria sein Debüt wagte, führt zum ersten Mal eine Meisterschaft an und bemüht sich um Gelassenheit: „Ich will meine Führung nicht überbewerten, denn es sind noch vier Rallyes ausständig - und mein Verfolger Peter Klamminger ist ein starker Pilot, der nur schwer zu biegen ist.“ Klamminger, der von 1985 bis 1990 fünfzehn Rallyes absolvierte, kehrte 2019, also fast 30 Jahre später mit seinem Sohn Tobias als Beifahrer zurück - der 59-Jährige konnte im Rebenland die Trophy-Wertung gewinnen. Im Lavanttal jedoch ist der VW Golf IV Kitcar-Pilot nicht am Start - so wird Rudolf Leitner Kärnten selbst bei einer Nullrunde auch wieder als Tabellenführender und Titelfavorit verlassen...

Doch der Oberösterreicher winkt ab: „Wenn sich noch starke Piloten in die Trophy einschreiben würden (was laut Reglement die gesamte Saison über möglich ist, Anmerkung), wäre es mit dem Siegen recht schnell zu Ende - so realistisch muss man schon sein.“

Dass die von Baumschlager im Herbst erhofften „klingenden Namen“ nicht in der ORM Trophy zu finden sind, hat auch Rudolf Leitner zunächst verwundert - doch er räumt ein: „Mit dem Spruch von Achim Mörtl hat es begonnen - der hat es Raimund ganz offensichtlich verleidet. Das wiederum hat eine Kettenreaktion ausgelöst, sodass einige weitere mögliche Piloten auf eine Teilnahme verzichtet haben. Schade. Doch ich finde, dass auch eine schwächer besetzte Meisterschaft ihren Reiz haben kann - die aktuellen Teilnehmer sind jedenfalls auf gleicher Augenhöhe unterwegs. Und schließlich tragen wir mit unserer Teilnahme auch dazu bei, dass Jungtalenten ein wenig geholfen wird...“

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