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Waldviertler im Mühlviertel

Daß das Waldviertel immer wieder sehr fähige Rallyepiloten hervorbringt, zeigte sich vor allem in den letzten Jahren sehr häufig. Einer von ihnen ist Wilfried Ohrfandl.

Obwohl schon lange kein Unbekannter mehr, stand er doch als Sportler lange Zeit im Schatten von Local Heroes wie Erwin Franz, Johann Holzmüller oder selbst Rudi Pfeiffer.

Der Grund hierfür mag wohl hauptsächlich daran liegen, dass Wilfried Ohrfandl bisher vorrangig im Hintergrund tätig war, wie etwa als eifriger Schrauber für Christian Lippitsch oder Christoph Weber, und zugunsten dieser Tätigkeiten seine eigenen Rallye-Einsätze jahrelang auf ein Minimum beschränkt hatte. Auch an den erfolgreichen Aktivitäten des MSV Litschau ist er umfassend beteiligt.

Nun aber, genau gesagt: seit Beginn dieses Jahres, ist Wilfried Ohrfandl regelmäßig in der Austrian Rallye Challenge am Start, und sofort hat sich einiges geändert. Auf einmal findet man ihn unter den Besten in der Challenge-Wertung. Keine Rede mehr von „Dabeisein ist alles“: Zum ersten Mal in seiner langen Laufbahn, die von vielen und teilweise langen Unterbrechungen gekennzeichnet war, fährt Wilfried Ohrfandl auf der Straße des Erfolges. Jetzt zeigt sich erst, was er wirklich kann. Übung ist eben das halbe Leben.

Der Saisonstart verlief zwar nicht besonders glücklich – ein Ausfall bei der Triestingtal-Rallye kostete wertvolle Punkte – aber die schon bei der Waldviertel-Rallye des Jahres davor gezeigte Schnelligkeit konnte fortgesetzt und sehr überzeugend weiterentwickelt werden. Beim zweiten Challenge-Lauf in Tschechien, der Eurostroj-Tisnov-Rallye, verloren Wilfried Ohrfandl und Manuel Schalko ihr Klassen-Duell gegen die Manhart-Brüder, als sie bei einem turbulenten Reifenpoker den Kürzeren gezogen hatten, doch ihre Gesamtleistung wusste zu gefallen. Obendrein profitierte das Punktekonto.

Weiter mit Riesenschritten vorwärts ging es bei der Castrol Pölstal Judenburg-Rallye, wo Wolfgang Franek erstmals einen Gruppe A-Honda einsetzte. Trotz des erfahrenen Klassenkonkurrenten, wenn auch mit einem ungewohnten Fahrzeug, ging der Klassensieg an das Waldviertel, genau gesagt, an Oedt an der Wild (Philipp und Stefan Manhart hatten diesmal große Schwierigkeiten mit den Reifen). Somit stimmt auch die Bezeichnung „Der Wilde von der Wild“, wobei wild hier nicht für einen Bruchpiloten steht, sondern für extreme Schnelligkeit, die aber auch bestens beherrscht wird. Die Handschrift eines Siegfahrers eben.

Dies konnte Wilfried Ohrfandl anhand einiger sportlicher Sonderleistungen eindeutig unterstreichen: So etwa durch den zweiten Gesamtrang in der Challenge-Wertung, gleich hinter Wolfgang Schmollngruber. Die wahre Spezial-Einlage war aber die Prüfungs-Bestzeit innerhalb der Challenge auf der Prüfung Gaberl, erbracht mit einem Fronttrieb-Fahrzeug auf einer regennassen Strecke. Ein eindeutigeres Signal des Aufstiegs kann man als Sportler eigentlich gar nicht mehr setzen.

Klar ist somit, dass sich sämtliche Klassengegner, auch Manhart und Franek, bei der IPZ-Mühlviertel-Rallye ganz warm anziehen werden müssen. Auch wenn das aufgrund der zu erwartenden Hitze eher unangebracht erscheinen mag. Denn nun sind Wilfried Ohrfandl und Manuel Schalko wirklich zu allem entschlossen. Gnade für die Gegner gibt es da nicht.

Sportlich betrachtet, wird die Entscheidung um den Klassensieg in der Gruppe A bis 2.000 cm³ ganz klar zwischen Wolfgang Franek, Wilfried Ohrfandl und Philipp Manhart fallen. Für Wilfried Ohrfandl wäre eine Verbesserung in der Challenge-Meisterschaft auf den zweiten Platz schon nach der IPZ-Mühlviertel-Rallye theoretisch möglich. Umso wichtiger ist es für ihn, von Anfang an maximal Stoff zu geben.

Die Waldviertler im Mühlviertel – möglicherweise heiße Anwärter auf ein ebenso heißes Match.

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