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ARC: Kärnten-Rallye

Günther Knobloch im Motorline-Talk

Quereinsteiger Günther „Knobi“ Knobloch, der große Held des Kärntner Rallye-Festivals, spricht über die Bestzeiten, den Ausfall auf SP 3 und seine Zukunft im Rallyesport.

Michael Noir Trawniczek
Foto: noirphone, Ernst-Karl Koschutnig, Harald Illmer

Motorradrennfahrer Günther Knobloch, Vizemeister der IDM Supersport in den Jahren 2007 und 2011, hat schon am Vortag beim Yiippi-Rallyesprint für Aufsehen gesorgt – denn bei seiner erst zweiten Rallye gelang ihm in seinem Mitsubishi Lancer Evo IX gleich einmal eine SP-Bestzeit. Bei der Jacques Lemans Kärnten-Rallye lag er am Samstagmorgen nach zwei Bestzeiten sogar in Führung, bis am Start der SP 3 eine Halbachse brach…

Zu Mittag trifft Knobloch im Servicepark seinen Zweirad-Kollegen Peter Ebner, ebenfalls ein Motorradrennfahrer, der sich im Rallyeauto bestens bewähren konnte, derzeit aber auf Sponsorensuche ist. Ebner sagt: „Mich hat die Bestzeit von Knobi nicht überrascht – wir Motorradrennfahrer haben einfach ein gutes Auge für den Speed…“

Im Gespräch mit motorline.cc spricht Günther Knobloch über seine ersten Bestzeiten und seine Zukunft im Rallyesport…

Günther, du warst am Vormittag der Held der Kärnten-Rallye – doch dann, auf SP 3, kam das Aus…

Danke, es ist wirklich gut gelaufen – aber leider habe ich am Start der dritten Sonderprüfung zu viel Drehmoment auf die Halbachsen geschickt und dabei ist eine hintere Halbachse gebrochen.

Das habe ich vielleicht ein bisschen unterschätzt, weil die Reifen noch so viel Grip hatten, dass das etwas zu viel war für die Serienteile im Evo IX.

Im Nachhinein wäre es gescheiter gewesen, die Sekunden am Start zu verschenken und die Prüfung gut durchzufahren – aber das gehört wahrscheinlich zum Erfahrung sammeln dazu.

Davor haben ja viele Experten gemeint, du könntest abfliegen, weil du so am Limit gefahren bist – letztendlich war es dann aber ein technischer Defekt, an dem du aber doch selber schuld warst oder?

Ja, in dem Fall glaube ich schon, dass ich selber schuld war – sicher könnte man schauen, wie oft diese Teile ausgewechselt werden, aber das ist müßig, man muss halt einfach vorsichtiger und gefühlvoller losfahren.

Wir waren überraschend rund vier Sekunden vorne und da wollte ich halt noch ein, zwei Prüfungen lang eins draufsetzen – und deshalb wollte ich eben zackig losstarten in die Prüfung, das war halt dann leider etwas zu zackig.

Was sagst du dazu, dass viele Leute gemeint haben, du seist am Limit, kurz vor dem Abflug gefahren?

Dieses Gefühl hatte ich ganz ehrlich gesagt nicht. Ich habe mir 95 Prozent vorgenommen, ich hatte gestern keinen einzigen ‚Big Moment‘. Heute, auf Schotter, gab es ein paar Momente, wo ich mir gedacht habe, dass wir da an den 100 Prozent schon knapp dran waren – das war aber auch neu für mich, ich bin zum ersten Mal auf Schotter gefahren.

Sicher bin ich insgesamt einen gewissen Speed gefahren, hundertprozentig safe war es nicht – aber es gab keine Momente, in denen ich dachte: ‚Gott sei Dank ist sich das noch ausgegangen!‘ Es gab ein paar knackige Momente, aber nichts, was out of Control war.

Andi Aigner, dein Freund und Mentor, meinte heute am Morgen: ‚Zum Glück haben wir ihm die Isle of Man ausreden können‘ – dieses gefährliche Motorrad-Straßenrennen der Tourist Trophy würde dich reizen?

Ich hatte da einmal ein interessantes Angebot – die Isle of Man hat ja eine gewisse Ähnlichkeit mit Rallye, du hast auch dort keine Auslaufzonen. Da habe ich dann aber auch daran gedacht, dass du ja auch ein technisches Gebrechen haben kannst und es gibt eben keine Auslaufzonen – ich habe dann abgesagt, schweren Herzens.

Ich dachte mir, dass ich als aktiver Motorradrennfahrer so gut durchgekommen bin, ich hatte keine groben Verletzungen erlitten – und irgendwie passiert auf der Isle of Man doch relativ viel…

Den Rallyesport habe ich schon seit meiner Kindheit mit viel Enthusiasmus verfolgt, natürlich auch als aktiver Fan von Andi Aigner und anderen Freunden wie Hermann Neubauer, wo ich immer gerne zugejubelt habe. Ich verfolge den Rallyesport schon seit 20 Jahren. Ich finde, dass Rallye einfach ein genialer Sport ist. Ich wollte das immer schon machen – und da ich mit dem Motorradrennsport aufgehört habe, habe ich nun auch die Zeit dafür.

Gestern war ein wunderschöner Tag, die erste SP-Bestzeit war ein Traumfeeling – das Fahren an sich macht so viel Spaß!

Das heißt: Man wird dich noch öfter sehen im Rallyeauto?

Die Weiz-Rallye ist als nächster Einsatz geplant. Dann müssen wir schauen, was wir heuer noch machen. Drei, vier Einsätze waren für heuer das Ziel – das ist natürlich immer auch eine Frage des Budgets. Aber ich freue mich jetzt schon sehr auf die Rallye Weiz.

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