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ARC bringt die Youngsters in den Sport

Die Austrian Rallye Challenge legt großen Wert auf den Rallyenachwuchs: Nirgendwo sonst gibt es dermaßen viele Neu- und Quereinsteiger! Bei der Schneerosen-Rallye feiern gleich sieben Fahrer und Beifahrer ihre Rallyepremiere, in der Juniorenwertung JARC sind gleich zehn PilotInnen punktberechtigt.

Michael Noir Trawniczek
Fotos: Matthias Österreicher, GM Group, GP Racing

„Dass junge Fahrer nachkommen, ist mir sehr wichtig“, sagt Folkrad Payrich von der Austrian Rallye Challenge Association. Die Austrian Rallye Challenge (ARC) dient als zweitgrößte Rallye-Meisterschaft des Landes auch als günstige Einstiegsmöglichkeit für junge Talente und auch für ältere Quereinsteiger.

So gibt es beim bevorstehenden Auftakt zur heurigen Rallyesaison, bei der Schneerosen-Rallye von 4. bis 5. März exakt sieben Rallye-Premieren zu feiern:

Mit Startnummer 50 wagen Stefan Lichtenwallner und Stefan Punkenhofer in einem Seat Ibiza 6k ihre allererste Rallye.

Mit Startnummer 53 wechselt Willi Jankowski die Fronten, er war früher Mechaniker und auch Copilot von ARC-Urgestein Harald Ruiner, der am kommenden Wochenende selbstverständlich wieder seinen Nissan Z350 zünden wird – der Renault Clio Sport 2.0 16V, den Jankowski bei der Premiere im Waldviertel pilotieren wird, stammt von Martin Jakubowics, der seinen Rücktritt vom Rallyesport erklärt hat. Auch die Copilotin von Willi Jankowski, die Niederösterreicherin Ramona Charvat bestreitet am kommenden Wochenende ihre erste Rallye.

Der 33-jährige Jürgen Kral war seit jeher ein glühender Fan der Rallye-Weltmeisterschaft und wusste alles über Sebastien Loeb und Co, den Traum von der eigenen Rallye-Teilnahme jedoch konnte er bislang nicht verwirklichen: „Fahren wollte ich immer – doch wie eine Rallye im echten Leben funktioniert, wusste ich nicht.“

Gschwandner & Doberer als Talentscouts

Zumindest so lange nicht, bis er auf Georg Gschwandner und dessen Volvo-Truppe traf, die wie auch die Austrian Rallye Challenge stets ein offenes Ohr für Neueinsteiger hat und bereits zahlreiche Youngsters und Oldies für den Rallyesport begeistern konnte. Kral schrieb Gschwandner an, eine Probefahrt wurde vereinbart – der Rest war schnell erledigt, Gschwandner erzählt: „Wir haben einen Volvo, mit Karin Czerny eine mit dem Volvo vertraute Copilotin und ein Theorieseminar besorgt und werden uns auch um die weitere Logistik kümmern. Jürgen ist bereits der 38. Pilot, der sein Rallyedebüt in einem Volvo gibt.“

Ganz ähnlich verhält es sich bei Wolfram Doberer, der über die Bezirksblätter schon dutzende neue Copilotinnen und Copiloten motivieren konnte und ein regelmäßiger Starter bei ARC-Rallyes ist. Auch bei der kommenden Schneerosen-Rallye wird mit dem Niederösterreicher Wolfgang Strondl an seiner Seite ein via Casting ermittelter Beifahrer sein Rallyedebüt geben.

Schlussendlich befindet sich auch bei den Historischen, die bei der Austrian Rallye Challenge die Sonderprüfungen eröffnen, ein neuer Name auf der Nennliste: Mit der Startnummer H4 wird Copilot Franz Zorn an der Seite von Franz Reischl in einem Opel Kadett GT/E debütieren.

Einmal Rallye, immer Rallye

Manche wiederum zeigen am kommenden Wochenende, dass sie über die Austrian Rallye Challenge mit dem Rallyevirus infiziert wurden: Stefanie Stütz etwa, die beim vorjährigen Finale in Dobersberg ihr Debüt als Copilotin gab, wird an der Seite von Gerhard Fragner in einem Mazda 323 BG 4WD Turbo Platz nehmen und ist damit auch in der Junior ARC (JARC) punktberechtigt, in der eigenen Juniorenwertung der Austrian Rallye Challenge sind bei der Schneerosen-Rallye gleich zehn Pilotinnen und Piloten eingetragen.

So auch die 21-jährige Lisa Kreuzer. Im Vorjahr gab sie an der Seite von Eugen Friedl ihr Debüt als Copilotin, für die kommende Schneerosen-Rallye fand sie ihr Glück bei Georg Gschwandner – und zwar gleich direkt an seiner Seite. Auf dem „heißen Sitz“ des Volvo-Piloten möchte sie sich möglichst viel abschauen, denn die Studentin in Verkehrsraumplanung hat Großes vor: „Klar ist für mich seit ewigen Zeiten, dass ich Rallyefahren möchte, ich will und kann aber als Studentin kein großes finanzielles Risiko eingehen.“ So wird die in Bad Vöslau Lebende am kommenden Wochenende als Copilotin von Georg Gschwandner die Schneerosen-Rallye absolvieren: „Eine bessere Perspektive, um zu sehen, was ein Volvo wann, warum und wieso macht, gibt es nicht.“

Ebenfalls in der JARC tritt Benedikt Baier an, der einen Citroen DS3 R1 pilotieren wird. Der 19-jährige Sohn des aus der Classic-Szene bekannten Christian Baier fährt am kommenden Wochenende seine zweite Rallye und schwärmt von der Austrian Rallye Challenge als kostengünstige Möglichkeit, den Rallyesport in der Praxis unter Wettbewerbsbedingungen lernen zu können: „Die ARC ist für mich besonders reizvoll, da durch die Eintages-Veranstaltungen die Grundkosten für Hotel, Sprit, Essen und Mechaniker um einiges geringer sind. Außerdem kann man durch mehr Rallyes auch bei weniger Gesamtkilometern den Rhythmus einer Rallye besser und schneller erlernen.“

Baier verrät: „Die Schneerosen-Rallye und die Braustadt Burg Rallye Zwettl sind zu 99.9 Prozent fix, für alles danach stellen wir zurzeit das Budget zusammen. Ein fixer Start in der JARC wäre cool - aber wenn wir ein Mischprogramm aus allem möglichen fahren ist das auch okay. Überall, wo wir Sponsoren und Budget haben, werden wir fahren.“

Genau so soll es auch sein – die junge Generation der Rallyepilotinnen und Piloten respektive der Copilotinnen und Copiloten scharrt in den Startlöchern, auch zur großen Freude von ARC-Mastermind Folkrad Payrich…

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