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ARC: Schneerosen-Rallye

Fojtik: (Beinahe) alles perfekt

Obwohl sein Saab fast ein halbes Jahrhundert auf dem aerodynamischen Buckel hat, ist Andreas Fojtik eine starke Rallye gefahren.

Fotos: Christa Feichtner

Dass ihm und Co-Pilot Thomas Polehnia am Ende kein Erfolg vergönnt war, weil auf der allerletzten Prüfung eine Antriebswelle des Getriebes kaputtgegangen ist, hatte angesichts der Gesamteindrücke, die sie von der Schneerosen-Rallye 2016 mitnehmen konnten, nur eine untergeordnete Bedeutung.

Auch wenn die Schneerosen-Rallye 2016 für sie mit einem Ausfall endete, konnten Andreas Fojtik und Thomas Polehnia zufrieden sein: Der Saab 96 V4 vermag tempomäßig Einiges zu leisten, und die fahrerische Umsetzung war mustergültig. Unter den nicht-vierradgetriebenen historischen Rallyewagen war das Saab-Duo eines der führenden Teams, auch wenn man mit dem beinahe 50 Jahre alten urwüchsigen Schlachtschiff gegen den bestens disponierten Franz Reischl im deutlich agileren Opel Kadett GT/E kein Land gesehen hat. Man kann sagen: Die gute alte schwedische Qualität hat sich bestens bewährt. Jedenfalls beinahe.

Schon auf der ersten Prüfung (Oberpfaffendorf I) befanden sich Andreas Fojtik und Thomas Polehnia nach einer 35. Gesamtzeit im guten Mittelfeld. Einen zusätzlichen persönlichen Erfolg brachte die zweite Prüfung, Großau I: Fojtik, der prinzipiell lieber die Uhr als einen anderen Teilnehmer als Gegner sieht, schaffte es, den schnellsten Elchritter, nämlich den beherzt fahrenden Georg Gschwandner in seinem Volvo 244, im Klassement zu überholen. Auch im weiteren Verlauf sollte die Vormittagsetappe den Wienern im Saab 96 Glück bringen – sie konnten sich ein wenig von dem Volvo absetzen.

Einen Dämpfer setzte es hingegen auf der ersten Prüfung der Nachmittagsetappe (Brunn I), einem Rundkurs: Den Wienern passierte aufgrund eines Fehlers im Aufschrieb ein leichtes Malheur: Sie drehten eine Runde zu wenig und fassten eine Strafzeit aus, was sie im Klassement ein wenig zurückwarf. Die kurzfristig ins Auge gefasste Überlegung, die Rallye eventuell zu beenden, wurde schnell wieder verworfen. Nach Dimling I war man dem vorbeigefahrenen Volvo schon wieder deutlich näher, und der zweite Durchlauf von Brunn gelang diesmal so gut, dass man wieder um einige Sekunden vorne war. Das eher zufällig geführte Duell der Saab-Kugel gegen die Volvo-Kante schien zugunsten der Ersteren auszugehen.

Doch eine Rallye ist bekanntlich erst nach der letzten Prüfung wirklich entschieden, und genau dort brach bei dem altertümlichen Saab 96 die Kupplungswelle des Getriebes, was das vorzeitige Ende bedeutete. Bei einem Wagen mit Baujahr 1967 kann bei aller Robustheit eine mechanischen Materialermüdung nicht ausgeschlossen werden.

Andreas Fojtik und Thomas Polehnia nahmen den Ausfall gelassen, es gab sogar eine Menge positiver Emotionen: Nachdem sie dem Saab notgedrungen entsteigen mussten, gab es auffallend viel Applaus vom Publikum, und einige Zuseher bedankten sich sogar für ihre Teilnahme. Die Wiener mit der "Schwedenkugel" genießen zweifellos enorm viel Sympathie.

Abschließend verdient aus Sicht des Teams auch die Rallye- und Organisationsleitung – maßgeblich vertreten durch Folkrad Payrich – ein großes Lob für die erwartungsgemäß hervorragende Planung und Umsetzung. Das Geläuf, das ganz den Wünschen der Fahrerbesetzung entsprochen hat, zeigte sich als eine "Sache für echte Männer" und bot fahrerisch gewiss so manche Aufgabe.

Wann man Andreas Fojtik und Thomas Polehnia wieder im Rallyeeinsatz sehen wird, ist derzeit noch unklar, ein privates Übersiedlungsprojekt seitens des Fahrers nimmt sehr viel Zeit in Anspruch. Natürlich ist eine Rückkehr fest geplant, Informationen dazu folgen.

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