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ARC: Schneerosen-Rallye

Die Auferstehung des Volvo Elch Cup

Vier Crews, allesamt Freunde des günstigen und familiären Rallyesports, sorgten am 5. März 2016 für die Auferstehung des Elch Cups.

Fotos: Walter Vogler

Freitag, 4. März 2016 – nebst dem Schloss in Raabs/Thaya, ein eisiger Morgen, nur langsam bahnt sich das Tageslicht den Weg durch eine Mischung aus Schneeschauer und Nebel. Nahezu mystisch erscheinen die dicken Mauern des Schlosses, doch als die Nacht dem Tag weicht, tauchen – geradezu malerisch vor dem Schloss geparkt – die schwedengestählten Elche auf. Vier Stück dieser kantigen Publikumslieblinge können den Saisonstart kaum erwarten.

Aber auch die Teams sind voller Freude bereits auf dem Weg zur Besichtigung. Patrick und Claudia Dunkl, Jürgen Kral und Karin Cerny, Norbert Tomaschek und Andreas Schmiedberger sowie Georg Gschwandner und Lisa Kreuzer sorgten für die Auferstehung des legendären Elch Cups, ein Cup für Freunde des Rallyesports der günstigen und familiären Art.

Nachdem man also den Freitag zur Besichtigung nutze, ging es dann am Samstag doch endlich zur Sache. Rechnet man den 240er Turbo aus dem Hause Mühlberger, welcher als Vorausauto unterwegs war, mit, konnte das in Massen erschienene Publikum fünf quer ums Eck getriebene Volvos bewundern.

Die jungen "Wirtsleut" Patrick und Claudia Dunkl aus Diemtmannsdorf traten zu ihrer dritten Schneerosenrallye an. Schwer motiviert durch das tolle Klima unter den Elchen wollte man gleich zeigen, dass man heuer keine Gefangenen mehr machen möchte. Diese dezente Übermotivation veranlasste den arg getretenen Elch bereits auf SP 2, sich kurz zur Seite zu legen, aber mit viel "Hauruck!" der herbeigeeilten Fans war das Nickerchen des Elches gleich wieder vorbei.

Georg Gschwandner/Lisa Kreuzer legten mit dem einzigen Turbo-Volvo im Bewerb einen fulminanten Start hin und markierten auf SP 1 eine Top-20-Zeit. Dermaßen motiviert ging man mit einem über den Winter perfekt vorbereiteten Elch auf SP 2, sah die Spuren der Dunklschen Freunde, kam aber am Graben locker vorbei, flog aber so mächtig durchs Ziel, dass die nächste "Links 2 nach Ziel", eher Utopie wurde. Mit einem mächtigen Dreher flog man Richtung Wald, berührte aber zum Glück keinen dicken Baum, sondern nur ganz dezent ein Bäumchen, welches nicht einmal einen Parkschaden am Elch hinterließ. Wach war man spätestens jetzt ...

Norbert Tomaschek, erstmals mit einem Volvo im Rallyeeinsatz, hatte in Person des Andreas Schmiedberger den Luxus einen Beifahrer zu haben, der exakt mit diesem Wagen schon als Fahrer eine Rallye bestritten hatte. Trotzdem konnte sich der Beifahrer auf das Lesen konzentrieren, denn Tomaschek zeigte auch auf der Rallyestrecke sein Können in einem Volvo, das er als amtierender Volvo-Stockcar-Cupsieger ja innehat. Trotz fehlender Differenzialsperre und geringerer Motorleistung im Vergleich zu Georg Gschwandner hielt er den Abstand gering. Das Rollout ist also gelungen, und Volvo und Pilot stehen (vorwiegend für Schotterrallyes) bereit.

Neueinsteiger Jürgen Kral wurde von der volvoerprobten Beifahrerin Karin Cerny navigiert und hielt sich mehr als beachtlich, sammelte Erfahrung und ließ das Lackkleid des Elches unbehelligt. Just auf der Paradestrecke in Rappolz, welche zu 100 Prozent aus Schotter bestand, ereilte Georg Gschwandner/Lisa Kreuzer ein Reifenschaden. Dies sollte aber bei allen vier im Bewerb fahrenden Elche das einzige nennenswerte technische Problem des Tages bleiben.

Norbert Tomaschek gewann seine Klasse vor Patrick Dunkl. Georg Gschwandner, aufgrund des Turbofaktors in einer Klasse mit übermächtigen Lancias und Mazdas sowie Kurt Göttlicher unterwegs, brachte einen dritten Klassenplatz im historischen Rallyepokal ins Ziel. Jürgen Kral strahlte noch bis weit nach Mitternacht über seine erste Rallye und gelobte, heuer noch so viele wie möglich folgen lassen zu wollen.

Der Zieleinlauf im "Elch Cup" lautete:

Platz 1: Gschwandner/Kreuzer (Volvo 240 Turbo)
Platz 2: Tomaschek/Schmiedberger (Volvo 740 16V)
Platz 3: Dunkl/Dunkl (Volvo 740)
Platz 4: Kral/Cerny (Volvo 940)

Generell war man von der Begeisterung der Fans und einigen an einem Einstieg in den Cup ernsthaft Interessierten beim Mittagsservice naturgemäß sehr angetan. Die nächste Veranstaltung wird beim kommenden Clubabend des MCL 68 ausgewählt – Fakt ist: Die Elche sind wieder da.

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