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ERC: Azoren-Rallye

„Das hat mit Rallye nichts mehr zu tun“

Ein plötzlich auf der Ideallinie liegender Felsbrocken wurde Kajetanowicz und Moura zum Verhängnis. So führen Breen und Abbring überlegen die Rallye an…

Michael Noir Trawniczek
Fotos: ERC

Zwar gab es am Freitagmorgen keinen Regen und daher auch trockene Schottersonderprüfungen – doch gleich auf der ersten Prüfung der zweiten Etappe kam es zum Abbruch der 7,82 Kilometer langen SP 4 „Batalha Golfe“.

Denn als Kajetan Kajetanowicz auf die Strecke fuhr, war da plötzlich ein großer Stein mitten auf der Ideallinie. Der polnische Ford Fiesta R5-Pilot traf den Felsbrocken und beschädigte dabei die Aufhängung, sodass er zum Erliegen kam. Auch Ricardo Moura traf zuvor einen Stein, beide Autos blockierten offenbar die Strecke – denn der führende Craig Breen wurde zunächst am Start gestoppt…

Kevin Abbring, der zwischen Moura und Kajetanowicz auf die Strecke fuhr, erklärte im Ziel der SP 4: „Ich sage nicht, dass dies der Wahrheit entsprechen muss – aber meiner Meinung nach können diese Felsbrocken nicht durch die davor fahrenden Autos auf die Strecke gewirbelt worden sein.“ Schenkt man also dem holländischen Peugeot-Werkspiloten Glauben, haben wohl sogenannte „Fans“ für das Gestein verantwortlich gezeichnet. Jedenfalls erklärte Abbring: „Die Steine waren größer als ein Basketball. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass Kajetanowicz wegen eines solchen Steins aufgeben musste. Da geht es dann eigentlich nur noch ums Überleben – mit Rallyesport hat das nichts mehr zu tun.“

Weil die gestrandeten Autos von Kajetanowicz und Moura die Strecke blockierten, wurde die vierte Sonderprüfung schließlich abgebrochen, der wartende Craig Breen erhielt eine nominelle Zeit gutgeschrieben - jene von Bestzeithalter Kevin Abbring, schließlich ist er Teamkollege von Breen und sitzt im gleichen Auto, dem derzeit schwer zu schlagenden Peugeot 208 T16 R5.

Peugeot-Doppelführung

Breen und Abbring markierten sogleich auch die weiteren Bestzeiten, lediglich auf der mit 23,9 Kilometern deutlich längsten Prüfung des Tages, der SP 6 „Sete Cidades“, wurden die Peugeot-Piloten geschlagen, denn „Heimkehrer“ und Lokalmatador Bernardo Sousa war dort in seinem Ford Fiesta RRC um 4,2 Sekunden schneller unterwegs.

Nach den vier Freitagsprüfungen SP 4 bis SP 7 führt Breen 7,4 Sekunden vor Abbring, Sousa übernahm Platz drei, liegt jedoch bereits eine halbe Minute zurück. Mit bereits etwas mehr als 1,5 Minuten Rückstand belegt der Russe Vasily Gryazin in seinem Ford Fiesta S2000 Platz vier. Weitere zehn Sekunden dahinter liegt Bruno Magalhaes auf Rang fünf - der bekannte Portugiese verlor auf der 7,38 Kilometer langen SP 7 „Lagoa Meo“ aufgrund eines Plattfußes an seinem Peugeot 207 S2000 exakt 1:22 Minuten.

Auf Platz sechs liegt bereits der Führende im Production Cup der ERC, der portugiesische Lokalmatador Adrulizo Lopes auf einem Subaru Impreza WRX R4, gefolgt von seinem Landsmann Luis Rego auf einem Mitsubishi Lancer Evo IX. Skoda Fabia S2000-Pilot Pedro Meireles, Ruben Rodriguez im Mitsubishi Lancer Evo IX R4 sowie Robert Consani im Peugeot 207 S2000 komplettieren die Top 10 der Gesamtwertung.

Am Freitagnachmittag werden die vier Sonderprüfungen ab 15.49 Uhr Ortszeit (17.49 Uhr MESZ) ein zweites Mal absolviert.

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