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Rallye W4 2018

Fojtik: Feste feiern, wie sie fallen

Für Andreas Fojtik/Thomas Polehnia ist es wieder an der Zeit, ihren Saab 96 V4 anzuwerfen und seine Rallyetauglichkeit vorzuführen.

Foto: Christa Feichtner

Den passenden Rahmen dafür bietet die Rallye W4, die in die Fußstapfen der Waldviertel-Rallye tritt und viele altbekannte Schotterstrecken nutzt – ideale Voraussetzungen, um den Saab artgerecht und seiner historischen Bestimmung entsprechend zu bewegen. Rallyesport hat viele Gesichter, das macht ihn bei seinen Anhängern zeit seines Bestehens wertvoll und beliebt. Der Rallyesport in Österreich kann sich rühmen, ein auffallend breites Spektrum an Variationen abzudecken, die den Reiz dieser Spielart des Motorsports ausmachen – vor allem, was die Strecken betrifft. Zu den besonders beliebten Kulissen gehören die Schotterstraßen im Waldviertel, die an zahlreiche große und bekannte Rallyes der Geschichte erinnern.

Insofern trifft es sich gut, daß sich der als Rallyepilot sehr erfahrene Christian Schuberth-Mrlik entschlossen hat, gemeinsam mit anderen Begeisterten an einer Fortsetzung der bisherigen Waldviertel-Rallye zu arbeiten – zwar vorerst ohne Meisterschaftszugehörigkeit, aber ansonsten mit allem, was die besondere Charakteristik dieser Veranstaltung ausgemacht hat. Das Ergebnis ist die Rallye W4, die sich über einen unerwartet regen Zuspruch seitens mehrerer Toppiloten aus dem In- und Ausland erfreuen kann. Allerdings haben auch einige begnadete und ambitionierte Hobbyfahrer ihr Kommen angesagt.

Einer davon ist Andreas Fojtik, der mit seinem getreuen Co-Piloten Thomas Polehnia den Wettbewerb auf seine Weise bereichern will. Das tut er alleine schon aufgrund seines Fahrzeuges: ein Saab 96 V4, eine Marke und erst recht ein Typ, der jüngeren Rallyefans kaum noch geläufig ist; und doch verdient dieses Exemplar Beachtung, denn die Wurzeln dieses Fahrzeuges gehen bis in die 40er Jahre zurück. Allerdings war es seiner Zeit so weit voraus, dass es – mit gezielten technischen Modifikationen – seine Wettbewerbsfähigkeit im Rallyesport noch bis in die Mitte der 70er Jahre behalten hat. Besonders gute Ergebnisse waren vor allem auf Schnee und auf Schotter möglich. Auch Stig Blomqvist, der spätere Rallyeweltmeister, holte seine ersten großen Rallyesiege mit einem Saab 96 V4.

Andreas Fojtik, der sich mit diesem Wagen schon öfter auf die Rallyepiste gewagt hat, will es nun erneut wissen: Nach seinem letzten Antreten bei der Schneerosen-Rallye 2016 ist die Rallye W4 mit ihren bekannt anspruchsvollen und schön anzusehenden Schotterprüfungen der ideale Anlass, um die Rallyelegende Saab wieder aufleben zu lassen, ganz live und echt. Man will mit dieser Teilnahme auch dem Veranstalter Christian Schuberth-Mrlik die Ehre erweisen und seine Bemühungen honorieren. Für Andreas Fojtik hat sich auch geschäftlich einiges geändert: Nachdem er seinen Betrieb in Wien verkauft hat, ist er mit seiner Familie nach Bisamberg übersiedelt – es hatte ihn schon seit Längerem nach Niederösterreich gezogen.

An seinem neuen Standort hat er ein älteres Fabriksgebäude übernommen und dort seine Tätigkeit als Autorestaurateur neu aufgenommen. Die noch größeren Kapazitäten als zuvor wurden auch gleich genützt, um den Saab 96 vollständig zu zerlegen und penibel neu zusammenzusetzen. Schließlich soll ja bei der Rallye alles optimal laufen. Für das kommende Jahr wiederum hat Andreas Fojtik einige GT-Rennen auf der Rundstrecke geplant. Je nachdem, wie es sich ausgeht, sollen aber auch einige Rallyes mit dem Saab folgen. Die Rallye W4 2018 könnte dafür ein gutes Aufwärmtraining werden.

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