RALLYE

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Heißer Tanz auf kühlem Asphalt

Der Rallye-WM steht am kommenden Wochenende ein Klassiker ins Haus, die „Tour de Corse“ präsentiert sich kompakt und trotzdem schwierig.

Ein Klassiker der Kurven und Kehren: Mit der Rallye Frankreich – von den Fans immer noch liebevoll „Tour de Corse“ genannt – steht der erste pure Asphalt-Event der diesjährigen Rallye-Weltmeisterschaft auf dem Programm.

Mit schier endlosen Abfolgen unzähliger Serpentinen entlang der korsischen Berghänge behält der 14. von 16 WM-Läufen sein Markenzeichen. Auf den gewundenen Asphaltwegen der Mittelmeerinsel geht es nicht nur in einem atemlosen Rechts-Links-Rhythmus zur Sache – die Wertungsprüfungen der Rallye Frankreich bieten auch ein ständiges Auf und Ab.

Das gilt nicht nur für die Höhenunterschiede, die die WRC-Profis vom Meeresniveau bis auf die Bergkämme führen, sondern vor allem für die Streckentemperaturen. In den Bergen herrscht nicht selten klamme Herbstkälte, während in den Tälern und am Servicepunkt Ajaccio ein goldener Oktober für milde Werte sorgt.

Zudem trocknen die Straßen auf der Schattenseite der Bergrücken nach Schauern oder dem nächtlichen Taufall nur sehr langsam ab. Das aktuelle Reglement erschwert den Piloten die optimale Reifenwahl zusätzlich: „Vor allem, dass wir die Pneus bis zu zwei Stunden vor dem Start auswählen müssen, macht uns zu schaffen“, erklärt zum Beispiel Peugeot-Star Marcus Grönholm.

An dieser besonderen Schwierigkeit ändert auch das extreme Kompaktformat der Rallye Frankreich nichts, das für sämtliche WP nur sechs verschiedene Strecken vorsieht, die mehrfach befahren werden. Umso mehr begrüßen die Piloten die Rückkehr der Schotterspione: Nachdem die „Gravel Crews“ ihre Teams zuletzt gar nicht oder nur in beschnittener Form über den aktuellen Streckenzustand informieren durften, ist ihr Einsatz auf Korsika wieder ohne Abstriche erlaubt.

Die potenziell wechselnden Wetterbedingungen stellen auch die entscheidende Herausforderung für die Reifenhersteller dar: Die Michelin-Mannschaft um Rallye-Projektleiter Aimé Chatard muss zwei Pneu-Typen bereitstellen, die in verschiedenen Temperaturfenstern funktionieren und auch mit leichter Feuchtigkeit fertig werden.

Nach dem feierlichenStart in Ajaccio, wo das Rallye-Zentrum untergebracht ist, startet der erste Pilot am Freitag um 08:30 Uhr. Wie bereits erwähnt, werden nur sechs verschiedene Prüfungen gefahren, diese werden allerdings mehrmals wiederholt, zusätzlich sind sie sehr lang. Die längste SP „Peri-Bastelica“ ist beispielsweise 40,94 Kiloemter lang, sie wird am Samstag zwei Mal gefahren. Die „kürzeste“ Prüfung misst noch immer stattliche 24.24 Kilometer, diese steht am Sonntag auf dem Programm. Auf die Fahrer wartet also eine schwierige Asphalt-Rallye, der Sieger wird am Sonntag um 14:30 auf der Zielrampe in Ajaccio erwartet.

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