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WRC: Finnland-Rallye

„Für uns ist das ein Abenteuerurlaub“

Wolfram Doberer spricht über sein Copiloten-Casting und sein jüngstes Abenteuer: Mit der Finnin Sanna Stemberger fährt er die Finnland-Rallye.

Michael Noir Trawniczek
Fotos: Opel, Doberer@facebook

Es wäre nicht die österreichische Rallyeszene, wenn nicht auch ihm ans Bein gepinkelt werden würde – Wolfram Doberer musste sich im „Meeting Point“ die Frage gefallen lassen, ob seine Copiloten-Castings wohl bedeuten würden, dass er den Sport „nicht ganz ernstnehmen“ würde und was denn wohl die OSK dazu sagen würde, dass Doberer stets mit neuen Copiloten bei den ORM-Rallyes antritt…

Im Gespräch mit motorline.cc kann Doberer darüber nur lachen: „Das ist ja ein völliger Widerspruch – da dürfte ja dann nie jemand mit dem Rallyesport anfangen. Außerdem lösen sie alle eine OSK-Lizenz.“

In Wahrheit müsste man Wolfram Doberer für seine Casting-Aktion einen Orden verleihen – seit fünf Jahren werden über die Bezirksblätter neue Copiloten gecastet, in diesem Zeitraum hat er rund 150 Menschen dazu bewogen, in einem Rallyeauto Platz zu nehmen. Jedes Mal bewerben sich laut Doberer rund 100 Kandidaten, zum Casting eingeladen werden immer zehn bis 15. Doberer erzählt: „Zunächst gibt es einen theoretischen Teil, danach fährt jeder der Kandidaten mit, ich sage an und sie schreiben mit, danach versucht jeder von ihnen mir diesen Schrieb richtig vorzulesen.“

Am Ende muss Doberer stets aus drei bis vier geeigneten Kandidaten wählen: „Wir versuchen halt dann, auch etwas Abwechslung reinzubringen – mal einen Mann, mal eine Frau, und so weiter.“ Manche dieser Kandidaten bleiben dem Rallyesport erhalten: „Anja Platzek zum Beispiel fährt mittlerweile selber, fuhr aber auch viel als Copilotin. Es würden noch viel mehr von meinen Kandidaten fahren – doch es ist gar nicht so leicht, denn gerade neue Piloten wollen eher mit erfahrenen Copiloten fahren.“

Finnin aus Stockerau

Ebenfalls über das Casting hat Wolfram Doberer die in Stockerau lebende Finnin Sanna Stemberger kennengelernt. Mit ihr bestreitet er nächste Woche ein einmaliges Comeback auf der internationalen Rallyebühne: Doberer und Stemberger werden mit dem Opel Corsa OPC Cup-Boliden (Startnummer 97) die berühmt-berüchtigte Finnland-Rallye bestreiten.

Finnland ist für den 45-jährigen Wolfram Doberer kein unbekanntes Terrain. In den Jahren 1999 und 2000 fuhr er jeweils mit einem Fiat Cinquecento Sporting. Doberer erinnert sich: „1999 fuhr ich mit meiner ex-Frau Angela, sie war damals schon eine profilierte Copilotin.“ Damals konnte Doberer die Rallye auf Gesamtrang 63 beenden, in der Klasse A5 belegte er Platz zwei.

Im Jahr 2000 fuhr er wieder nur die Finnland-Rallye als einzigen internationalen Event, erzählt Doberer: „Da fuhr ich mit einem völligen Neuling, mit meinem Bruder Mario.“ Wieder konnte die Rallye beendet werden. Platz 54 und Platz vier der Klasse A5.

2001 wählte Doberer einen Renault Clio Sport: „Auf dem Sozius saß Bettina Wessely von der OSK, doch wir schafften es nicht ins Ziel, mussten mit Defekt aufgeben.“

Im Vorjahr, vor der Leiben-Rallye, lernte Wolfram Doberer seine nunmehrige Copilotin kennen, die Finnin Sanna Stemberger fuhr mit Doberer bereits dreimal eine Rallye in Österreich. Die Finnland-Rallye fuhr sie noch nie...

Ein sportliches Ziel gibt es ohnehin nicht: „Wir werden mit unserem Cup-Corsa in der Klasse RC2 gewertet, fahren also gegen R5-, S2000 und N4-Autos, da ist kein Podiumsplatz möglich. Aber das ist auch komplett egal – für uns ist es ein Abenteuer. Natürlich wollen wir fehlerlos durchfahren – und nach dem ersten Tag, an dem wir zügig durchfahren wollen, werden wir uns die Zeitenliste nehmen und uns sehr wohl Ziele setzen, weil das wichtig ist.“

Angefeuert wird Wolfram Doberer diesmal gleich von 130 Landsleuten: „Wir haben uns gemeinsam mit den 130 Leuten von Rallyetravel in Himos einquartiert – das wäre natürlich schön, wenn wir da so einen kleinen Fanklub hätten. Im Jahr 2000 standen Österreicher mit so Angelruten mit der österreichischen Fahne am Streckenrand. Das registriert man sehr wohl im Auto.“

Das Abenteuer Finnland hat für Wolfram Doberer längst schon begonnen – am Freitagnachmittag fuhr er mit dem Transportfahrzeug und dem Hänger los in Richtung Norden, zweimal wird auf einer Fähre übernachtet, an Bord seine beiden Kinder im Alter von elf und 13 Jahren: „Für uns ist das eine Abenteuerreise, die beiden freuen sich sehr.“ Die Mechaniker fliegen erst kurz vor dem Start nach Finnland, die Copilotin rechtzeitig vor der Besichtigung. Doberer lacht: „Das ist eben der Unterschied zu den Profis, wir müssen bei den Kosten sparen. Aber dafür haben wir umso mehr Spaß-“

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