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WRC: Finnland-Rallye

Einhellige Freude im VW-Werksteam

Während Jari-Matti Latvala seinen Sieg als "fantastisch" bezeichnet, tröstet sich Sébastien Ogier mit dem näher rückenden WM-Titel 2015.

Jari-Matti Latvala hat mit seinem dritten Sieg bei der Finnland-Rallye ein Stück Geschichte geschrieben. Auch Legenden wie Juha Kankkunen und Sébastien Loeb konnten diesen Klassiker dreimal für sich entscheiden. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 125,44 km/h war es außerdem die schnellste WM-Rallye aller Zeiten. Ein Heimsieg ist in der Karriere eines Rennfahrers immer etwas Besonderes, vor allem wenn man Sébastien Ogier aus eigener Kraft schlagen konnte. In der WM übernahm Latvala wieder den zweiten Platz.

"Gratulation zu einem großartigen Sieg, Jari-Matti!"

Latvala: "Wenn man eine schlechte Saison hat, dann fühlt es sich an, als hätte man die Hälfte der Saison gewonnen! Ich weiß nicht wie sich ein WM-Titel anfühlt, das musst du Sébastien fragen. Ich kann mir das nur vorstellen. Aus meiner Sicht fühlt sich dieser Sieg fantastisch an."

"Erzähl uns mehr davon. Du bist schon mit viel Selbstvertrauen zu dieser Rallye gekommen."

Latvala: "In Polen war meine Leistung nicht so gut, denn ich hatte in der Powerstage einen Unfall. Anschließend habe ich mich dazu entschieden, dass ich alles tun werde, um diese Rallye zu gewinnen. Mental war ich bereit. Ich hatte einen guten Test und wir waren optimal vorbereitet. Ich musste mich hier nur auf das Fahren konzentrieren."

"Musstest du dein Level erhöhen?"

Latvala: "Am meisten machte ich mir über Ouninpohja Sorgen. Séb ist dort im Jahr 2013 eine unglaubliche Zeit gefahren, während ich 2012 und 2013 nicht schnell war. Mir war klar, dass diese Prüfung sehr wichtig sein würde und es gab viel Druck. Ich denke, ich habe aber eine gute Leistung gezeigt. Kris und Seb haben gepusht, vor allem Sébastien. Er war in diesem Jahr noch stärker, aber auch ich bin schneller als im Vorjahr gefahren."

"Bist du jetzt der König von Ouninpohja?"

Latvala: "Das hört sich schön an! Alles passte zusammen. Es ist eine klassische Prüfung, aber auch Myhinpää ist etwas Besonderes. Sébastien hat eine gute Zeit aufgestellt. Beide Prüfungen haben eine spezielle Charakteristik und sind sehr schwierig. Dort kann man einen Unterschied machen."

"Gab es einen Zeitpunkt, als dich dein Vorsprung beruhigt hat?"

Latvala: "Nach Surkee, der vorvorletzten Prüfung, hatte ich einen Vorsprung von fünf Sekunden. Dadurch wurde ich etwas ruhiger. Es lief in die richtige Richtung und ich hatte mehr Kontrolle."

"Gibt dir dieser Sieg mehr Selbstvertrauen? Werden weitere Siege von dir kommen?"

Latvala: "Natürlich steigt das Selbstvertrauen, aber die nächste Rallye ist Deutschland. Ich denke, wir müssen uns darauf besser vorbereiten."

Ogier akzeptiert Niederlage

Zum zweiten Mal in Folge musste sich Sébastien Ogier bei der Finnland-Rallye knapp seinem Teamkollegen Jari-Matti Latvala geschlagen geben. Auch wenn dem Franzosen der Sieg verwehrt blieb, machte er mit dem zweiten Platz einen weiteren großen Schritt in Richtung seines dritten WM-Titels in Folge. Schon in Deutschland könnte Ogier den Sack zumachen. Beeindruckend ist außerdem, dass er zum siebenten Mal in Folge die Bestzeit in der Powerstage aufgestellt hat, in Summe sind das 21 Bonuspunkte. Die Niederlage sieht Ogier also locker, denn sein primäres Ziel ist der WM-Titel.

"Sébastien, du möchtest normalerweise nicht Zweiter werden. Wie siehst du das nach dieser Rallye?"

Ogier: "Wir müssen diesmal zufrieden sein. Wir haben alles gegeben. Ich habe mehrmals gesagt, dass vielleicht das letzte Engagement fehlte. Das möchte ich gerne klarstellen: Ich habe nicht mehr als 100 Prozent gegeben, aber sonst habe ich alles gegeben. Es war eine recht gute Rallye, aber nicht perfekt. Ich muss akzeptieren, dass Jari-Matti an diesem Wochenende schneller war. Manchmal muss man akzeptieren, dass man geschlagen wird. Das hat er an diesem Wochenende geschafft."

"Wann war dir klar, dass der Sieg außer Reichweite war?"

Ogier: "Ich wusste es am Samstag zu Mittag. Als ich die zweite Schleife begann, war mir klar, dass ich Mühe haben werde. Ich wusste, dass ich eine Chance hatte – aber nur eine kleine. Ich wollte nicht aufgeben. Die erste Prüfung war perfekt, aber ich war nur um eine Zehntelsekunde schneller. Als es dann zu regnen begann, hatte ich eine Chance, aber ich traf einen Felsen und die Chance war wieder weg. Anschließend hat Jari-Matti fünf Sekunden herausgeholt. Von da an war es mehr oder weniger vorbei und wir verwalteten den zweiten Platz. Für die WM ist es ein gutes Ergebnis."

"Trotzdem bist du in der Powerstage eine starke Zeit gefahren!"

Ogier: "Das ist eine der besten Prüfungen. Der Charakter ist ähnlich wie in Ouninpohja. Mit 135 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit ist es eine der schnellsten Prüfungen. Bei der ersten Fahrt war es nicht so einfach, aber wir konnten den Aufschrieb für den letzten Angriff optimieren. Ich habe es genossen. Zum siebten Mal in Folge habe ich die Powerstage gewonnen. Das stimmt mich glücklich."

"Wie sehen jetzt deine Vorbereitungen für Deutschland aus?"

Ogier: "Die Vorbereitung wird für mich nicht anders sein. In den vergangenen beiden Jahren war Deutschland ein Desaster für mich. Seit zweieinhalb Jahren zeigen wir eine gute Leistung, nur in Deutschland nicht. Dort waren wir immer sehr schlecht. Ich hoffe, dass wir das ändern können. Für mich wäre es wichtig und für das Team sehr schön. Vor uns liegt Arbeit."

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