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WRC: Sardinien-Rallye

Erster WM-Sieg: Ott Tänak erleichtert

Während der Este nach seinem ersten Triumph in der Rallye-WM vor allem erleichtert war, prophezeite Teamchef Wilson weitere Siege.

Siebente Rallye, fünfter Sieger: Bei seinem 73. Start in der Rallye-WM feierte Ott Tänak (M-Sport) am Sonntag bei der Sardinien-Rallye zusammen mit Beifahrer Martin Järveoja seinen ersten Sieg. Tänak zeigte im Gegensatz zu den meisten seiner Konkurrenten in Italien eine nahezu fehlerfreie Leistung und gewann vollkommen verdient, doch auch in der Stunde seines größten sportlichen Triumphs blieb sich der stoische Este treu.

Wer auf einen Gefühlsausbruch des 29jährigen gewartet hatte, wurde enttäuscht. "Jeder fragt mich nach meinen Gefühlen, aber ehrlich gesagt gab es nach der Zieldurchfahrt gar keine großen Emotionen", sagte Tänak, der erst beim für den Sardinien-Sieger beinahe obligatorischen Sprung ins Hafenbecken von Alghero ein wenig aus sich herausging. "Es war viel harte Arbeit, lange Prüfungen und alles andere als einfach. Es hat sich eher angefühlt, als habe man eine große Aufgabe erledigt – eine große Erleichterung."

Deutlich mehr Begeisterung legte Teamchef Malcolm Wilson an den Tag: "Man kann sich vorstellen, wie emotional die Zieldurchfahrt war. Wenn man wie einige unserer Jungs schon so lange mit Ott zusammengearbeitet und mit ihm Höhen und Tiefen erlebt hat, bedeutet das eine ganze Menge." Tänaks Sieg war auch eine Bestätigung für Wilsons Geduld, da er dem Esten trotz vieler Unfälle und inkonstanter Leistungen in den Anfangsjahren stets wieder das Vertrauen geschenkt hatte.

"Es ist fantastisch zu sehen, wie Ott sich entwickelt hat. Er war schon immer schnell, aber jetzt ist er ein kompletter Rallyefahrer", so der Brite, "aber ich muss auch Martin loben. Es ist sein erstes Jahr in der Rallye-WM, und er ist die Herausforderung ruhig und professionell angegangen." Martin Järveoja ist erst seit dieser Saison der Nachfolger von Raigo Mõlder, der viele Jahre am heißen Sitz von Ott Tänak verbracht hatte.

Tänak selbst haderte nach seinem Erfolg sogar etwas mit dem Endergebnis: "Ich hatte in der Powerstage auf einige Punkte gehofft." Diese verpasste er als Achter der letzten Sonderprüfung allerdings deutlich. Gleichzeitig ärgerte sich der Este ein wenig darüber, dass er in der WM-Wertung um einen Punkt an Jari-Matti Latvala (Toyota) vorbeigezogen ist und somit als Gesamtdritter beim nächsten WM-Lauf, der Polen-Rallye, am ersten Tag vor dem Finnen starten muss.

Teamchef Wilson ist jedoch davon überzeugt, dass nach dem Premierensieg nun der Knoten geplatzt ist: "Das war erst der Anfang für Ott und Martin. Ich bin sicher, das war der erste von vielen Siegen."

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