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WEC: Interlagos

Halbzeit in Interlagos

Nach dem frühen Ausfall des Toyota haben die beiden Audi keinen ernsthaften Gegner mehr. In der GTE belegt Richard Lietz Platz drei.

Foto: Audi

Audi hat nach dem frühen Aus des Toyota von Buemi/Davidson/Sarrazin im Kampf um den Gesamtsieg beim 6-Stunden-Rennen der WEC in Interlagos keine echten Gegner mehr.

Die beiden R18 spulen ihre Runden souverän in Führung ab, auf Platz drei fährt zur Halbzeit der Lola-Toyota von Rebellion. Nach einem starken Sprint zum Start des Rennens sind die Le-Mans-Sieger Duval/McNish/Kristensen an der Spitze von ihren Markenkollegen Fässler/Lotterer/Treluyer abgelöst worden.

"Der erste Stint war gut. Das Auto war sogar besser als erwartet. Ich konnte einen guten Vorsprung herausfahren, der natürlich durch das Safety-Car dann wieder vernichtet war", berichtet Allan McNish, der das Rennen anfangs bestimmt hatte. Der Schotte hatte sich sofort beim Start am Pole-Fahrzeug von Marcel Fässler vorbeischieben und anschließend einen soliden Vorsprung von knapp zehn Sekunden herausfahren können.

"Ich bin enttäuscht vom Startprozedere. Es gab keine roten oder grünen Lichter", ärgert sich Fässler. "Wir sind hier in einer WM. Da sollte alles gut überprüft sein und anständig funktionieren. So etwas sollte jedenfalls nicht passieren. Allan hat dann einfach etwas frühere beschleunigt - und dann war er weg. Das war schade. Vor allem im Verkehr war es schwierig, außerdem hatte ich etwas zu viel Untersteuern." Dennoch ging der Audi mit der Startnummer 1 bei der Zweiten Runde der Boxenstopps in Front.

Nach dem Unfall zwischen Dominik Kraihamer (Lotus) und Stephane Sarrazin (Toyota) hatte es eine einstündige Safety-Car-Phase gegeben. Einen weiteren Einsatz des Führungsfahrzeuges gab es nach rund 100 Minuten, weil der Ferrari von Vilander/Kobayashi am Streckenrand abbrannte. Derzeit hat Andre Lotterer rund 15 Sekunden Vorsprung auf das Schwesterauto von Tom Kristensen. Der Rebellion von Nick Heidfeld liegt eine Runde zurück.

In der LMP2-Klasse bestimmt immer noch Mike Conway im Oreca-Nissan von G-Drive das Tempo an der Spitze. Auf Platz zwei arbeitet sich derzeit Pierre Kaffer im baugleichen Auto von Pecom immer näher heran. "Im Moment sieht es gut aus, aber mal schauen, wie es sich entwickelt", sagt G-Drive-Pilot John Martin. Die beiden stark besetzten Oak-Morgan und der Zytek von Greaves liegen bereits eine Runde hinter den beiden führenden LMP2-Autos.

Ein heiße Kiste ist der Kampf in der GTE-Szene - im wahrsten Sinne. Das Bild des Tages lieferte Toni Vilander, der sich am Streckenrand aus seinem lichterloh brennenden AF-Corse-Ferrari retten musste. "Es war schon beängstigend, denn die Flammen schlugen bis zum Helm hoch. Da musste ich schnell raus. Ich habe so etwas aber nicht zum ersten Mal erlebt. Man steigt dann instinktiv aus", sagt der Finne, der sich mit einer interessanten Turnübung hinter die Leitplanken warf.

Die Führung in der GTE-Pro-Klasse hält AF Corse mit Gianmaria Bruni. Dessen Ferrari hatte Giancarlo Fisichella in harten Kämpfen gegen Stefan Mücke an der Spitze gehalten. Der Deutsche hat seinen Aston Martin mittlerweile auf Platz zwei an Darren Turner übergeben. Auf Rang drei rangiert Richard Lietz (Porsche), der das Auto mit der Startnummer 92 wieder nach vorne gebracht hat. Lietz/Lieb hatten nach einem Kontakt mit einem Ferrari frühzeitig einen Reifenschaden und waren zurückgefallen.

Im Zentrum vieler Aktionen im GT-Gewusel standen bisher die GTE-Am-Ferraris von AF Corse und Krohn. Vor allem Jack Gerber schlug kräftig zu. Zuerst löste er ein Dreherfestival im Senna-S aus, in dessen Folge der Porsche von Jörg Bergmeister gedreht und dessen 911er von Bruno Senna (Aston Martin) getroffen wurde.

Später drehte sich Gerber auch noch in den Aston Martin von Richie Stanaway. Senna musste nach einem Aufhängungsbruch mittlerweile aufgeben. Krohn-Pilot Mediani und dessen Teamchef Tracy Krohn waren ausreichend oft als Blockaden bei anstehenden Überrundungen im Visier.

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