MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Formel 1: News

„Bis zu 1.250 Leute bei Mercedes“

Ex-Renault-Präsident Jean-Pierre Jalinier führt die Renault-Probleme auf den enormen Aufwand von Mercedes und das zu kleine Budget von Renault zurück.

Anfang Juli nahm Jean-Pierre Jalinier als Präsident der Renault-Antriebsabteilung seinen Hut. Der Franzose wurde von Ex-Caterham-Teamchef Cyril Abiteboul ersetzt. Seitdem wird man bei Chassispartner Red Bull Racing nicht müde zu betonen, wie engagiert man in Viry-Chatillon plötzlich sei und dass man sich der Probleme endlich annehme.

Doch nun erklärt Jalinier, der sich seit seinem Rücktritt nicht zu Wort gemeldet hat, was dieses Jahr bei Renault schief gelaufen ist - er führt die Probleme beim Antriebsstrang fast ausschließlich auf das Budget zurück. "Wenn Ferrari und Renault ähnliche Ergebnisse einfahren und Mercedes einen signifikanten Vorteil hat, dann sollte man sich zuerst den Umfang der Investition ansehen", sagt Jalinier gegenüber Auto Hebdo.

"Bei Renault wurde dieser Umfang beibehalten, während Mercedes die Latte sehr hoch gelegt hat, viel Geld, Ressourcen und Technologie investiert hat. In Folge dessen waren sie viel besser vorbereitet als wir und die Italiener, die mit dem bekannten und gewohnten Investitionsumfang operieren", stellt er unmissverständlich klar, dass alles eine Frage des Geldes sei.

Im Fahrerlager halten sich die Gerüchte schon länger, dass Mercedes die Reglementrevolution als Chance erkannte und deswegen das Budget deutlich vergrößerte - Jalinier ist davon überzeugt, dass diese Gerüchte stimmen: "Was die Ressourcen für dieses Projekt angeht, ist klar, dass Ferrari und wir viel weniger investiert haben." Auch eine Spitze kann er sich nicht verkneifen und bezeichnet die Investitionen von Mercedes als "nicht angemessen".

Seiner Meinung nach hatte Renault in Anbetracht der Mittel nie eine Chance, einen ähnlich konkurrenzfähigen Antriebsstrang zu bauen: "Wir sind 320 Leute in Viry, aber wenn man die Chassis- und die Motorenleute zusammenzählt, dann sind das bis zu 1.250 Leute bei Mercedes. Mit diesen Ressourcen ist es klar, dass man nicht auf einen Lösungsansatz beschränkt ist, sondern in der Entwicklungsphase parallel an zwei oder sogar drei Lösungen arbeiten kann." Auf der Suche nach der richtigen Lösung sei das "ein mächtiges Werkzeug".

Ganz schuldlos an der Krise sei Renault allerdings nicht, gibt Jalinier zur. Man habe das Projekt zwar mit den verfügbaren Mitteln "absolut korrekt" durchgeführt, hätte sich bei der Entwicklung aber wie Mercedes auf ein Team konzentrieren sollen.

"Der Vorteil von Mercedes war, dass sie eine für das Mercedes-Werksteam optimierte Version von Chassis und Motor gebaut haben, die so von den Kundenteams benutzt oder auf eigene Gefahr an ihre Bedürfnisse angepasst wird." Renault hat hingegen für jeden der vier Kunden Red Bull Racing, Toro Rosso, Lotus und Caterham eine eigene Spezifikation gebaut.

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Formel 1: News

Weitere Artikel:

MotoGP 2026: Aprilia

Aprilia enthüllt RS-GP26

Aprilia Racing startet 2026 nicht nur mit neuer Optik, sondern mit dem Selbstverständnis eines Titelanwärters in die neue MotoGP-Saison

Finale Lackierung vorgestellt

So startet Audi in die neue F1-Ära

Audi hat in Berlin die Lackierung für sein erstes eigenes Formel-1-Auto vorgestellt, die dem präsentierten Designkonzept ähnelt - 2026 regelmäßig Punkte?

"Vorfreude umso größer"

Habsburg fährt auch 2026 für Alpine

Während Mick Schumacher die WEC und Alpine in Richtung IndyCar verlassen hat, bleibt Ferdinand Habsburg für drittes Jahr im französischen Werksteam an Bord

Haas hat sein Design für die Formel-1-Saison 2026 vorgestellt - Mit dem neuen Titelpartner Toyota Gazoo Racing hat sich auch der Look des Autos leicht verändert

Geheimtest von Audi

Audi R26 testet in Barcelona

Der Audi R26 testet auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya - Erste Seh- und Hörprobe der neuen Formel-1-Fahrzeuggeneration 2026!