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"Class One": DTM und Super GT einig

Neun Jahre nach ersten dahingehenden Plänen haben sich DTM und japanische Super GT auf ein gemeinsames Reglement ab 2020 geeinigt.

Das neue Reglement für DTM und Super GT wurde fixiert. Beim DTM-Wochenende auf dem Norisring stellten Masaaki Bandoh, Vorsitzender des japanischen Dachverbandes GTA, und Gerhard Berger, Vorsitzender der ITR GmbH, das neue technische Regelwerk vor, das der Tiroler als einen Meilenstein für den internationalen Motorsport beschrieb, obwohl es sich auf diese beiden Serien beschränken dürfte. "Dieses Reglement ermöglicht es Herstellern und Teams, zu überschaubaren Kosten spektakulären Motorsport auf zwei Kontinenten zu betreiben und damit viele Menschen zu erreichen", so Berger.

Das neue gemeinsame Regulativ basiert auf drei Säulen, die von der DTM seit Jahren verfolgt werden und packenden Motorsport liefern sollen: Chancengleichheit, Kostenreduktion und Sicherheit. Die Fahrzeuge beider Serien gleichen einander in vielen Bereichen bereits, ab der kommenden Saison setzt die DTM zu 100 Prozent auf das neue Regelwerk; ein Jahr später sattelt auch die Super GT auf eine für die Langstreckenrennen in Ostasien modifizierte Variante um.

"Ich freue mich sehr, dass DTM und Super GT dem gemeinsamen Ziel, in Zukunft zusammen Rennen auszutragen, einen entscheidenden Schritt nähergekommen sind", sagte Berger. "2019 werden wir erstmals gemeinsame Rennen austragen, in denen DTM- und Super-GT-Fahrzeuge gemeinsam antreten", ergänzte Bandoh. "Ich glaube fest daran, dass die gemeinsamen Veranstaltungen Motorsportfans weltweit begeistern werden und sich Super GT und DTM zusammen kontinuierlich weiterentwickeln werden."

Wichtigste Grundlage des neuen Reglements ist das Konzept identer Bauteile. Dies soll zu einer deutlichen Kostenreduzierung führen und gleichermaßen Auswirkungen auf die Bereiche Chancengleichheit und Sicherheit haben. Komponenten aus nahezu allen Bereichen des Fahrzeugs werden vereinheitlicht und parallel in Europa und Japan hergestellt und vertrieben. Der Vorteil: Für diese Bauteile müssen die Hersteller keine kostenintensive Entwicklung mehr betreiben. Der Nachteil: Bis auf die übergestülpten Silhouetten wird es sich im wesentlichen um Einheitsautos handeln.

Herzstück der Fahrzeuge wird ein Kohlefasermonocoque mit integrierter Sicherheitszelle, wie es in der DTM bereits seit Jahren zum Einsatz kommt. Ein wesentlicher Unterschied zum bisherigen technischen Reglement der DTM werden die Motoren sein. Ein Vier-Zylinder-Turbomotor mit zwei Litern Hubraum löst die bislang eingesetzten V8-Aggregate ab. Die Leistung soll rund 620 PS, also gut einhundert mehr als derzeit, betragen und Höchstgeschwindigkeiten über 300 km/h ermöglichen.

Dies erfordert auch ein Plus an Bremsleistung, wofür das aerodynamische Design des Vorderwagens angepasst wird, um eine bessere Kühlung zu ermöglichen. Darüber hinaus werden sich hinten und vorne die Diffusoren sowie der Heckflügel ändern – für das neue Einheitsreglement werden in diesen Punkten die bisherigen Super-GT-Spezifikationen übernommen.

Obwohl die japanische Super-GT das neue Reglement erst 2020 vollständig einhalten wird, sind bereits für das kommende Jahr zwei gemeinsame Veranstaltungen geplant: eine in Europa, eine in Asien. Ihr Modus wird sich dabei nach dem sportlichen Reglement der DTM richten: Die zwei Sprintrennen pro Wochenende ohne Fahrerwechsel oder Nachtanken werden also lediglich einen Boxenstopp, bei dem alle vier Räder gewechselt werden müssen, umfassen. Dafür wird 2019 einmalig mit einer "Balance of Performance" gearbeitet, mit der die konzeptionell noch leicht unterschiedlichen Fahrzeugtypen beider Serien möglichst aneinander angeglichen werden sollen.

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