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WEC: Le Mans

Erste Reihe provisorisch an Toyota

Nakajima stellte den Toyota TS050 LMP1 #8 im Qualifying auf die provisorische Pole; Vorsprung des Werksteams mehr als zwei Sekunden.

Fernando Alonso, Sébastien Buemi und Kazuki Nakajima übernachten nach dem ersten Qualifying für die 86. Ausgabe der 24 Stunden von Le Mans auf der provisorischen Pole Position. Da die Wettervorhersage für Donnerstag unbeständig ist, könnte das schon die Entscheidung im Kampf um die besten Startplätze gewesen sein. In einem rein japanischen Duell war Kazuki Nakajima mit seiner Rundenzeit von 3:17,27 um 0,107 Sekunden schneller als Kamui Kobayashi, der sich das Toyota-Schwesterfahrzeug #7 mit Mike Conway und José María López teilt.

Die beiden Japaner lieferten sich gleich in den allerersten Minuten der zweistündigen Sitzung ein Duell auf Augenhöhe, an dessen Ende eine knappe Zehntelsekunde den Ausschlag zugunsten der Startnummer 8 gab. "Ich hatte etwas Glück, denn ich hatte zwar Verkehr, konnte diesen aber an relativ problemlosen Stellen passieren", kommentierte Nakajima seine schnellste Runde. Von Kobayashis 2017er-Rekordmarke (3:14,791) war diese natürlich noch weit entfernt, wobei zum Auftakt ein neuer Rekord für Toyota auch nicht auf der Tagesordnung stand.

Bei den privaten LMP1-Rennställen übernahm SMP Racing das Kommando: Stéphane Sarrazin schob sich im BR1 #17 von Dallara, den er sich mit Matevos Isaakyan und Egor Orudzhev teilt, in 3:19,483 knapp vor den beiden Rebellion-Autos auf die dritte Position, was sehr beachtlich ist, weil die Neuentwicklung nach Isaakyans Überschlag in Spa-Francorchamps mit mehr Abtrieb als ursprünglich vorgesehen fahren muss. Auch die LMP1-Orecas von Rebellion auf den Positionen vier und fünf knackten die 3:20er-Marke, waren damit aber pro Runde zwischen zwei und drei Sekunden langsamer als die Hybridwerksautos von Toyota.

Die Top 6 vervollständigte der DragonSpeed-BR1 #10 von Ben Hanley, Henrik Hedman und Piquet-Ersatzmann Renger van der Zande, doch deren Freude währte nicht lange, weil der Gibson-V8-Motor kurz nach der Hälfte des Qualifyings sein Leben vor der ersten Schikane spektakulär aushauchte. Sorgen muss man sich auch um das Manor-Team machen, dessen Ginettas nur sehr sporadisch unterwegs waren und mitten im LMP2-Feld landeten, obwohl sie im freien Training bereits 3:25er-Zeiten markiert hatten.

In der LMP2-Kategorie hat sich etwas überraschend das ELMS-Team IDEC Sport im Oreca 07 #48 mit Paul-Loup Chatin, Paul Lafargue und Memo Rojas durchgesetzt. Bester Nicht-Oreca war der von Onroak konstruierte Ligier JS P217 #22 von United Autosports mit Filipe Albuquerque, Paul di Resta und Phil Hanson erst auf der sechsten Position. Auf Rang acht klassifizierte sich die #47 von Cetilar Villorba Corse (Roberto Lacorte, Felipe Nasr und Giorgio Sernagiotto) als bester Dallara P217. Alle LMP2-Autos sind mit Einheitsmotoren aus dem Hause Gibson ausgerüstet.

Gianmaria Bruni stellte im Porsche 911 RSR #91 einen neuen Streckenrekord für GTE-Fahrzeuge auf: In 3:47,504 schraubte der Italiener die bisherige Bestmarke gleich um 3,3 Sekunden herunter, doch kaum hatte er diese Zeit gesetzt, feuerte er das Auto zu Beginn der nächsten Runde ins Kiesbett der ersten Schikane, weshalb seine Teamkollegen Richard Lietz und Frédéric Makowiecki gar nicht mehr zum Einsatz kamen.

Porsche hält derzeit sogar die komplette erste "Startreihe" der GTE-Pro-Kategorie, denn der zweite Manthey-Bolide #92 (Michael Christensen, Kévin Estre und Laurens Vanthoor) kam mit 1,593 Sekunden Rückstand auf die zweite Position. Die IMSA-911er von CORE konnten mit dem WM-Werksteam noch nicht ganz mithalten und landeten auf den Plätzen sechs und sieben; allerdings bereitete man sich vorrangig auf das Rennen selbst vor.

Zweite Kraft war wieder einmal Ford, das die zweite Startreihe mit den Ganassi-Boliden #66 (Johnson, Mücke und Pla) sowie #68 (Bourdais, Hand und Müller) belegte und nur knapp hinter dem zweiten Porsche zurücklag. Platz fünf sicherte sich der Ferrari #51 von AF Corse (Calado, Pier Guidi und Serra). Bester BMW M8 GTE war in 3:50,579 die #82 (da Costa, Farfus und Sims) auf dem neunten Platz. Weiter chancenlos sind Aston Martin und Corvette, die teilweise sogar GTE-Am-Fahrzeugen den Vortritt lassen mussten.

Auch in der Amateurklasse lief alles für Porsche: Die zwei Autos von Dempsey-Proton markierten die beiden besten Runden, Matteo Cairoli stellte den RSR #88 (Al Qubaisi/Roda) auf die gedachte GTE-Am-Pole, der #77 (Andlauer/Campbell/Ried) gelang die zweitbeste Zeit; erst hinter einem weiteren Porsche (Gulf Racing #86; Barker/Davison/Wainwright) kam der beste Ferrari 488 GTE, die #54 von Spirit of Race mit Castellacci, Fisichella und Flohr, auf der vierten Position.

Auf dem Circuit de la Sarthe geht es am Donnerstag Abend um 19 Uhr mit dem zweiten Qualifying (bis 21 Uhr) weiter. Schon ab 22 Uhr steht das finale zweistündige Qualifying auf dem Programm. Ob das Wetter eine weitere Zeitenjagd zulässt, wird sich zeigen.

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