RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

Ford ist erfolgreichster Hersteller in der WM-Historie

Mit dem 75. Sieg bei einer Weltmeisterschafts-Rallye ist Ford nun der erfolgreichste Hersteller in der Geschichte dieser Top-Kategorie.

Foto: Ford

Die Entscheidung fiel buchstäblich erst auf den letzten Metern: Jari-Matti Latvala und Beifahrer Miikka Anttila haben sich bei der Rallye Neuseeland in einem dramatischen Finale mit einem hauchdünnen Vorsprung von nur 2,4 Sekunden gegen ihre Konkurrenten Sebastien Ogier/Julien Ingrassia durchgesetzt.

Mit diesem 75. Sieg bei einer WM-Rallye ist Ford nun der erfolgreichste Hersteller in der Geschichte dieser Top-Kategorie und hat in der Teamwertung bis auf fünf Punkte auf den Titelverteidiger Citroën aufgeschlossen. Mikko Hirvonen /Jarmo Lehtinen beendeten den fünften Saisonlauf auf Rang vier und liegen in der WM-Tabelle nun hinter ihren Teamkollegen auf der dritten Position.

Die traumhaften Schotterprüfungen auf der anderen Seite der Welt – in den Augen vieler Rallye-Fahrer die schönsten Strecken im gesamten WM-Kalender – sorgten auch in diesem Jahr für herzergreifende Action. Allein am Freitag, mit nahezu 160 gewerteten Kilometern die längste von insgesamt drei Etappen – wechselten sich vier Piloten an der Spitze ab. Nach der siebten von neun Wertungsprüfungen lag auch Jari-Matti Latvala einmal vorn, musste sich vor der Übernachtungspause jedoch mit dem zarten Rückstand von 1,4 Sekunden hinter dem Ex-Weltmeister Petter Solberg einreihen. Hirvonen, der als Zweiter auf der Strecke von der staubigen Straßenoberfläche eingebremst wurde, belegte Platz fünf.

Diese Rolle des Straßenfegers kam am Samstag Latvala zu, seinerseits jetzt als Zweiter auf der Piste. Dennoch konnte sich der 25-Jährige mit Rang drei hinter Ogier und einem bravourös aufgeigenden Sébastien Loeb eine gute Ausgangsposition für den Schlussakkord am Sonntag sichern – und stellte so die Weichen für einen Nervenkrimi, der als drittknappste Entscheidung in die Geschichte der Rallye-WM eingehen sollte.

Paukenschlag eins: Loeb – nach einem Abflug am Freitag weit zurückgefallen – übernahm auf der ersten Prüfung (WP 18) des Tages die Führung von Ogier, der einen Dreher aufs schottrige Parkett gelegt hatte.

Paukenschlag zwei: In WP 19 kommt auch der Rekordweltmeister von der Strecke ab und beschädigt sein Rallyeauto – damit ist Ogier wieder vorn und Latvala neuer Zweiter.

Paukenschlag drei: Gleich fünf Piloten – darunter auch der nur noch 24,6 Sekunden zurückliegende Mikko Hirvonen – starten mit Chancen auf den Gesamtsieg in die letzte Wertungsprüfung, die berühmt-berüchtigte und fast 30 Kilometer lange „Whaanga Coast 2“.

Paukenschlag vier: Petter Solberg fällt mit seinem französischen Turbo-Allradler einen Telegrafenmasten, das Aus für den Norweger.

Paukenschlag fünf, zehn Kilometer vor dem Ziel: Loeb dreht sich und fällt zurück.

Paukenschlag sechs, quasi in Sichtweite der letzten Lichtschranke: Auch Ogier gerät neben die Piste und verliert Zeit. Finale: Jari-Matti Latvala – unbeeindruckt von diesen Dramen – bewahrt die Nerven, setzt die zweitschnellste Zeit und gewinnt seinen dritten WM-Lauf mit 2,4 Sekunden Vorsprung, Hirvonen rückt dank der drittschnellsten Zeit auf Platz vier vor.

„Unglaublich, ich kann es kaum glauben, dass wir gewonnen haben“, jubelte Latvala. „Am Ende der Prüfung sah ich eine Heckschürze auf der Straße liegen, konnte sie aber keinem Auto zuordnen. Das ist mein bisher schönster Sieg und mehr als ein Ausgleich für viele Rückschläge. Ich war auf diesen wunderbaren Prüfungen nicht unbedingt der schnellste, wohl aber der konstanteste Fahrer – das hat sich im entscheidenden Moment ausgezahlt.“

Auch Malcolm Wilson, Direktor des Ford-Werksteams, zeigte sich restlos begeistert: „Diese Rallye hat den Ruf dieses Sports, immer für unerwartete Wendungen gut zu sein, einmal mehr bestätigt. Vor der Saison haben wir intensiv mit Jari-Matti Latvala daran gearbeitet, seine Schnelligkeit mit einer höheren Konstanz zu verknüpfen – mit seiner Vorstellung hier in Neuseeland hat er bewiesen, dass sich der Aufwand gelohnt hat.“

Gerard Quinn, Motorsport-Chef von Ford Europa, freut sich vor allem über die neue Rekordmarke seines Teams: „Ford besitzt eine große Tradition in der Rallye-Weltmeisterchaft. Wir haben viele WM-Läufe mit dem Escort, dem Sierra RS Cosworth und dem Escort RS Cosworth gewonnen. Am erfolgreichsten aber ist der Ford Focus WRC, den wir in dieser Saison letztmalig einsetzen. Heute haben wir unseren 75. Sieg in dieser Top-Kategorie eingefahren – mehr als jeder andere Hersteller jemals zuvor.“

News aus anderen Motorline-Channels:

Rallye-WM: Neuseeland

- special features -

Weitere Artikel:

Mitropa Rally Cup: Rally Velenje

Start-Ziel-Sieg für Kößler/Hofmann

Manuel Kößler/Benedikt Hofmann gewinnen in ihrem Hyundai i20 R5 die Mitropa Rally Cup (MRC) Wertung bei der 41. TIKI Rally Velenje. Die Italiener Alessandro Pulz/Stefano Ierman stehen im Ford Sierra RS Cosworth ganz oben auf dem Podium in der Wertung für historische Fahrzeuge.

ORM/ARC: ET König Judenburg Rallye

Judenburg wartet auf Simon Wagner und Co.

Die Arbeiten für den Stadtkurs bei der ET KÖNIG Rallye powered by Peter Hopf Erdbau am 12. und 13. Juni sind in Planung / Im Rahmen von insgesamt 15 Sonderprüfungen fahren die Rallyestars heuer gleich drei Mal durch Judenburg

Unser Kolumnist, ORF-Legende Peter Klein, war zu Besuch bei einem großen Künstler, der weit über den Motorsport hinaus geschätzt und geliebt wird...

Klassensiege gehen an Christian Schallenberg, Klaus Stöcker, Franz Zehetner u. Gerhard Mischka - Veranstaltung wurde trotz teilweise schlechtem Wetter am Samstag ein absoluter Publikumserfolg

ARC, ET König Rallye: Vorschau Neulinger

Marcel Neulinger jagt vierten Saisonsieg

Nach dem dem erfolgreichen Debüt in der Junior-Rallye-Europameisterschaft peilt Marcel Neulinger beim vierten Lauf zur TEC7 ORM in der Steiermark den vierten Saisonsieg an!

Rosenberger mit Sensations-Premiere

Stohl: „Können stolz sein auf dieses Auto“

Kris Rosenberger überrascht mit sensationeller Lancia Rally 2-Österreich-Premiere. Drahtzieher war Manfred Stohl - wir haben mit dem STARD-Chef gesprochen.