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Rallye-WM: Neuseeland

Loeb sorgt für Kopfschütteln

Mit drei Bestzeiten reduzierte Loeb seinen Rückstand auf 38,5 Sekunden – Solberg verlor die Führung an Ogier, dahinter Latvala & Sordo. Solberg/Minor 8.

Michael Noir Trawniczek

„Er hat noch zwei Tage und seine Mission ist sehr, sehr einfach: Vom ersten Kilometer der ersten Prüfung an Vollgas zu geben.“ Citroen-Teammanager Sven Smets brachte es bei der abschließenden Pressekonferenz des ersten Tages der Neuseeland-Rallye auf den Punkt. Nach seinem Missgeschick - er krachte gegen eine Brücke und verlor viel Zeit, als er die Fahrertüre, die sich beim Aufprall öffnete, zu schließen versuchte – gab es für Loeb nur noch diese eine Strategie, die ihm auch am liebsten ist…

Am Ende des ersten Tages, nach neun gefahrenen Sonderprüfungen hatte Loeb auf Rang sieben einen Rückstand von 1:19 Minuten. Der Citroen-Teammanager zeigte sich zuversichtlich: „Er ist das siebte Auto auf der Strecke, hoffentlich kann er gleich auf dem ersten Loop viel Zeit aufholen, hoffentlich auch am Sonntag – und hoffentlich regnet es nicht. Dann ist vielleicht noch ein Podestplatz möglich.“

Da hat der Teammanager wohl seinen Fahrer grob unterschätzt. Denn „Super-Séb“ Loeb hämmerte an diesem Samstagvormittag eine Bestzeit nach der anderen in den neuseeländischen Schotter – allein auf der letzten echten Wertungsprüfung des Vormittags, der 30.89 Kilometer langen SP 12 „Te Akau Coast“ knöpfte Loeb dem Zweitschnellsten, Mikko Hirvonen sagenhafte 22 Sekunden ab!

Nach den drei Vormittagsprüfungen weist Loeb nur noch 38,5 Sekunden Rückstand auf – der sechsfache Weltmeister konnte also 40,5 Sekunden gutmachen. Als Sechstem fehlen ihm nur noch 1,8 Sekunden auf Mikko Hirvonen, der Rang fünf belegt. Auf den von Smets ersehnten Podestplatz fehlen nur noch rund 15 Sekunden – Loeb könnte dieses Ziel also schon am Samstag erreichen. Er kann auf Ogier als „Staubsauger“ zählen, könnte den Tag als Zweiter oder Dritter beenden. Und am Sonntag könnte er um den Sieg kämpfen – im Servicepark herrscht das große Kopfschütteln. Unglaublich, wie Loeb den Rest der Piloten an diesem denkwürdigen Vormittag zu Statisten degradiert hat...

Loeb lachte: „Es läuft wirklich gut – ich musste wirklich hart puschen.“ Gab es heikle Momente? Loeb spitzbübisch: „Einige! Ich fahre wirklich hart am Limit.“ Kann er die Rallye gewinnen? Loeb zuckte wie so oft mit den Achseln und sagt: „Wir versuchen es.“

In Führung liegt der zweite Sébastien, Citroen Junior Ogier. Ford-Werkspilot Jari Matti Latvala belegt mit 12,6 Sekunden Rückstand Platz zwei, dahinter liegen Dani Sordo im zweiten Werks-Citroen und Petter Solberg in seinem privaten C4 auf den Plätzen drei und vier. Der Norweger ist der Verlierer des Vormittags, er büßte für seine „Staubsauger“-Funktion as Führender der ersten Etappe, rutschte von Platz eins auf Platz vier ab und weist nun einen Rückstand von 25,4 Sekunden auf.

Stobart Ford-Pilot Henning Solberg und seine Kärntner Co-Pilotin Ilka Minor belegen mit mehr als vier Minuten Rückstand Rang acht, auf den auf Platz sieben liegenden Teamkollegen Matthew Wilson fehlen bereits mehr als zwei Minuten-

In der SWRC führt weiterhin Jari Ketomaa, rund eine halbe Minute hinter ihm belegt Xevi Pons Platz zwei. Martin Prokop liegt als Dritter bereits mehr als eine Minute zurück. Alle drei pilotieren einen Ford Fiesta S2000. Red Bull Rallye Team-Pilot Patrik Sandell liegt im Skoda Fabia S2000 als Fünfter rund sieben Sekunden hinter seinem Markenkollegen Nasser Al-Attiyah zurück.

Die PWRC wird weiterhin unter neuseeländischen Staatsbürgern ausgemacht. Es führt Hayden Paddon – mit bereits drei Minuten Rückstand belegt Emma Gilmour Platz zwei. Am Vormittag steht nur noch die 4,68 Kilometer kurze Zuschauerprüfung „Hampton Downs“ auf dem Programm, danach werden die drei Sonderprüfungen des Vormittags und die Superspecial ein zweites Mal absolviert. Die Reihung für den Sonntagvormittag wird nach SP 16 ermittelt.



Nach SP 12

 1.  Sébastien Ogier     Citroen  2:19:06.4
 2.  Jari-Matti Latvala  Ford        + 12.6
 3.  Dani Sordo          Citroen     + 23.3
 4.  Petter Solberg      Citroen     + 25.4
 5.  Mikko Hirvonen      Ford        + 36.6
 6.  Sébastien Loeb      Citroen     + 38.5
 7.  Matthew Wilson      Ford      + 2:03.0
 8.  H.Solberg/I.Minor   Ford      + 4:09.7
 9.  Jari Ketomaa        Ford      + 5:56.2
10.  Xevi Pons           Ford      + 6:28.1

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