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ARC: Thayaland-Rallye

Auf Nummer Sicher

Auch wenn sich an seiner guten Performance nichts geändert hat, so lief es in der bisherigen Saison nicht hervorragend für Sepp Gruber.

Wie in den letzten Jahren hauptsächlich in der Austrian Rallye Challenge engagiert, musste er des Öfteren Ausfälle hinnehmen. Die größten Schwierigkeiten entstanden zumeist durch anhaltende Überhitzungsprobleme an seinem Ford Escort Cosworth, die sich schon im vergangenen Jahr bemerkbar gemacht hatten. Und bei der erst kürzlich stattgefundenen AvD-Niederbayern-Rallye kam es schließlich zu einem kleinen Fahrfehler bei einer Schikane – groß genug allerdings, um den Escort Cosworth schon auf der zweiten Prüfung mit einer gebrochenen Vorderradaufhängung stillzulegen. Im Rallyesport eine leider nur allzu alltägliche Angelegenheit, wenn auch im Fall von Sepp Gruber eine extrem seltene.

Und von seiner Schnelligkeit hat der Tiroler, unverändert die wichtigste Stütze des MSC Kitzbühel, ja nichts verloren. Bei der Jacques Lemans-Althofen-Kärnten-Rallye zeigte er trotz einiger frustrierender Zwischenfälle mit dem alten Ford Sierra Cosworth, dass er immer noch zu den Schnellsten der Gruppe H in Österreich gehört: Zwei Top-Ten-Zeiten unter den Gesamt-Schnellsten sind dafür ein eindeutiger Beweis. Noch besser hätte es bei der Rallye Weiz laufen können (bestes erzieltes Ergebnis: eine siebente Gesamt-Zeit), aber da ließ die Technik des nun wieder eingesetzten Ford Escort Cosworth vollständig aus. Und bei der AvD-Niederbayern-Rallye hatte Sepp Gruber als bester Österreicher begonnen – aber leider hatte die Vorstellung gleich darauf an einem zur Begrenzung aufgestellten, mit Wasser gefüllten Kunststofffaß geendet. Ein Jahr davor war es sogar zu einem entfesselten Duell mit Manfred Stohl gekommen, erst auf der letzten Prüfung musste sich Sepp Gruber nach einem technischen Gebrechen geschlagen geben. Aber anhand solcher fahrerischer Demonstrationen kann man sich vorstellen: Bei ihm muß man jederzeit mit Allem rechnen.

Insoferne ist auch eine erkennbare Trendwende beim unmittelbar bevorstehenden nächsten Rallye-Einsatz keinesfalls auszuschließen, der Anlaß dafür wäre jedenfalls ein denkbar würdiger: Man fährt wieder Rallye im Gebiet Raabs an der Thaya, das vielen langjährigen Rallye-Besuchern von den Zeiten der Semperit-Rallye noch in bester Erinnerung ist (auch die sagenhafte Fahrt von Walter Röhrl vor einem Vierteljahrhundert fiel in diese Zeit hinein). Streckenmäßig wurden in diesem nördlich gelegenen Teil des Waldviertels immer wieder Highlights geboten, es scheint ziemlich klar, dass hier die Bedeutung der fahrerischen Leistung deutlich über der der PS-Leistung der Fahrzeuge zu stellen ist. Lediglich die Zuverlässigkeit ist in hohem Maß entscheidend. Deswegen – und auch, weil der Ford Escort Cosworth ohnehin einer gründlichen Sanierung bedarf – wird hier wieder einmal der Sierra Cosworth zum Einsatz kommen. Der ist zwar etwas länger und schwächer, hat aber auch so gut wie immer ohne Schwierigkeiten durchgehalten.

Vor Sepp Gruber hat bereits ein anderer Tiroler einige sehr erfolgreiche Feldzüge ins Waldviertel unternommen: Wilfried Wiedner, Rallye-Staatsmeister von 1985, der sowohl die Schneerosen- als auch die Semperit-Rallye gewinnen konnte. Das erhöht natürlich die Motivation noch ein wenig, und so wie damals Wiedner, wird auch Sepp Gruber diesmal wieder auf einen routinierten Copiloten aus Niederösterreich setzen: Christoph Friesenegger durfte mit dem Haudegen des MSC Kitzbühel schon einige Erfolgserlebnisse teilen, es wäre also keine allzu große Überraschung, wenn man den rot-schwarzen Sierra am elften September wieder einmal ganz weit vorne finden würde. Denn: Mehr Zuverlässigkeit bedeutet ganz bestimmt nicht weniger Spaß.

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