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Rallye-WM: Australien

Petter Solberg darf, aber kann nicht – Ford bleibt in Führung

Jari Matti Latvala führt vor Mikko Hirvonen, Petter Solberg auf Platz drei. Henning Solberg und Ilka Minor mussten leider auf SP 15 abstellen.

Michael Noir Trawniczek

Es wäre seine große, vielleicht sogar seine einzige Chance auf den Sieg – viele Experten haben am zweiten Tag der Australien-Rallye, bei Trockenheit, mit Privatier Petter Solberg gerechnet. Denn auch wenn Loeb und Ogier nach ihren Abflügen vom Freitag die Rallye fortsetzen können, haben sie keinerlei Siegchancen mehr, der Weg wäre frei für den Weltmeister des Jahres 2003, er hätte grünes Licht für den ersten Sieg als Privatpilot.

Doch der Norweger musste passen – gleich auf der ersten Prüfung des Samstagmorgens wird klar, dass er gegen die Ford-Werkspiloten Mikko Hirvonen und Jari-Matti Latvala keine Chance hat.

Solberg erklärte im Mittagsservice: „Ich muss zugeben, dass ich nicht vorankomme. Ich habe sehr viel Übersteuern. Ich probiere alles, aber ich habe keine Chance. Ich hätte gerne auf die beiden [Ford-Piloten, d. Red.] aufgeholt, doch sie ziehen davon.“

Weil Mikko Hirvonen als Führender vom Freitag den losen Schotter von den Strecken fegen muss, übernahm Jari-Matti Latvala die Führung, er markierte am Vormittag sämtliche Bestzeiten.

Am Nachmittag hießen die Bestzeithalter Ogier und Loeb, doch die Citroen-Piloten liegen nach ihren Ausfällen vom Freitag weit zurück. Allerdings liegt Ogier bereits auf dem elften Rang, kann jedoch nur aufgrund von Ausfällen die Top 10 erlangen.

Latvala erklärt: „Ich habe momentan sehr viel Freude am Fahren, das Gefühl ist absolut fantastisch. Meine Startposition ist optimal – denn Mikko muss straßenfegen und für Petter scheint es schwieriger geworden zu sein.“

Hirvonen, dem auf Latvala nach der zweiten Etappe 22,7 Sekunden auf seinen Teamkollegen fehlen, zuckt mit den Achseln: „Es ist schon Recht so. Petter konnte nicht auf uns aufholen und das ist das Wichtigste. Wir wollten nicht, dass er uns zu nahe kommt, denn dann hätten wir Vollgas geben müssen. Jetzt können wir es ein bisschen ruhiger angehen.“

Ford-Teamchef Malcolm Wilson hat angedeutet, dass man eine Teamorder in Betracht ziehe, um sicherzustellen, dass Titelkandidat Hirvonen am Ende ganz oben auf dem Podium steht.

Eines ist sicher: Latvala wird am Sonntag den losen Schotter von den Straßen fegen.

Und der Finne erklärte am Ende des Tages auch: "Ich würde leidenschaftlich gerne gewinnen, ich weiß aber auch, wie wichtig es für das Team ist - ich weiß, dass es möglicherweise eine Teamorder geben wird."

Ausfall von Henning & Ilka

Henning Solberg und Ilka Minor kamen leider nicht über SP 15 hinaus, wegen eines Problems mit der Elektrik mussten sie ihren Stobart Ford Fiesta RS WRC drei Kilometer vor dem Ziel der Prüfung abstellen – das norwegisch-österreichische Duo verliert damit einen sicheren vierten Platz…

Diesen erbte Teamkollege Matthew Wilson, auf Platz fünf rangiert Khalid Al-Quassmimi im Abu Dhabi-Ford.

Auf Platz sechs liegt Hayden Paddon, der am Vormittag wegen eines Problems mit dem Turboschlauch die Führung der PWRC an Michal Kosciuszko verlor, diese am Nachmittag jedoch wieder zurück eroberte.

Nach den abschließenden Superspecial-Prüfungen in Coffs liegen zwischen den beiden nur 2,9 Sekunden - es wird ein harter Kampf um den PWRC-Sieg.


Nach Tag 2 (SP 20)
 1.  Jari-Matti Latvala  Ford               2:43:47.4
 2.  Mikko Hirvonen      Ford                  + 22.7
 3.  Petter Solberg      PSWRT Citroen         + 59.5
 4.  Matthew Wilson      Stobart Ford        + 5:53.7
 5.  Khalid Al Qassimi   Abu Dhabi Ford      + 9:24.4
 6.  Hayden Paddon       Subaru Gr. N       + 13:29.2
 7.  Michal Kosciuszko   Mitsubishi Gr. N   + 13:32.1
 8.  Oleksandr Saliuk    Mitsubishi Gr. N   + 15:33.1
 9.  Benito Guerra       Mitsubishi Gr. N   + 16:35.0
10.  Evgeny Novikov      Stobart Ford       + 17:00.8
11.  Sébastien Ogier     Citroen            + 19:34.3
...
13.  H.Solberg/I.Minor   Stobart Ford       + 28:07.3
16.  Sébastien Loeb      Citroen            + 29:38.9      

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