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Rallye-WM: Australien

Das Geschenk vom Stallkollegen

Latvala musste abbremsen, damit Hirvonen seinen dritten Australien-Sieg feiern konnte. Petter Solberg Dritter. Henning Solberg und Ilka Minor auf Platz 14.

Michael Noir Trawniczek

Obwohl Jari Matti Latvala als erster auf die sechs noch ausstehenden Schotterprüfungen fahren musste, konnte Mikko Hirvonen zunächst nur wenig am Vorsprung seines Teamkollegen knabbern.

Schließlich musste Latvala auf der vorletzten SP mit dem bezeichnenden Namen „Plum Pudding“ abbremsen und fast eine halbe Minute Rückstand auf sich nehmen, damit der „Titelkandidat“ Hirvonen den „Sieg“ feiern konnte.

Während Ford also tatsächlich einen Doppelsieg einfährt, ist der Sieg und der Hattrick für Hirvonen nichts anderes als ein Geschenk – aus mathematischen Gründen, weil Hirvonen mehr Punkte auf seinem Konto hat.

Petter Solberg steht als Dritter auf dem Podium – mit dem bitteren Beigeschmack, dass er diesmal die „Lizenz zum Sieg“ gehabt hätte, doch leider es nicht aus eigenen Kräften geschafft hat, die Ford-Piloten zu besiegen.

Vor der Zieldurchfahrt passierte noch einiges in Down Under. Bei der ersten Durchfahrt der 30 km langen SP „Plum Pudding“ flog Evgeny Novikov in einer Highspeedpassage von der Strecke, das Auto wurde schwer zerstört, Fahrer und Beifahrer blieben glücklicherweise unverletzt.

Weil der Wagen auf der Strecke stand, blieben einige Fahrer sogar kurz stehen, um zu sehen, wie es den beiden geht – darunter Ogier und Loeb, die freilich nichts mehr zu gewinnen hatten. Ogier sagte: „Wir fuhren dann langsam weiter – es ist schwierig, wenn du einen Crash wie diesen hier siehst.“

Auf 4,58 km kurzen SP „Clearance“ haben einige Piloten bei der ersten Durchfahrt schon mal für die zweite Durchfahrt als Powerstage trainiert. So auch Loeb, der prompt Bestzeit fuhr.

Henning Solberg hingegen sorgte für angehobene Augenbrauen, als er sich quasi in Slow Motion überschlug. Ilka Minor hatte also alles andere als einen langweiligen Vormittag in Down Under.

Solberg entschuldigte sich: „Es tut mir leid – aber ich musste es einfach probieren. Es ist meine Schuld, wir sind okay.“ Solberg und Minor, nach dem Ausfall am Samstag ohnehin weit abgeschlagen, verloren so weitere drei Minuten. Am Ende belegten sie den 14. Platz.

Bei der zweiten Durchfahrt der Powerstage angelte sich Loeb die drei Zusatzpunkte, Latvala und Petter Solberg holten die restlichen Zähler.

Mikko Hirvonen feierte seinen dritten Sieg in Australien in Folge – doch wie erwähnt: Es war ein Geschenk seines Teamkollegen Latvala.

Der Neuseeländer Hayden Paddon krönte sich mit seinem vierten Saisonsieg zum neuen PWRC-Weltmeister.

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