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WRC: Sardinien-Rallye

„Wir dachten bereits, wir müssen aufgeben“

Die längste SP der WM war eine Belastung: Bei Latvala überhitzte kurzzeitig der Motor, er konnte dennoch die Führung halten. Solberg/Minor auf P8.

Michael Noir Trawniczek

Möglicherweise wollte Sebastien Ogier auf der ersten Samstagsprüfung, der 19,2 Kilometer langen SP „Monte Olia“ seine Reifen schonen – denn gleich im Anschluss stand die längste Sonderprüfung der gesamten Rallye-Weltmeisterschaft auf dem Programm: 59,3 Kilometer, zehn Splitzeiten. Und auch Latvala erklärte: „Wir müssen auch auf dem ersten Teil der langen Prüfung darauf achten, dass wir die Reifen nicht verschleißen.“

Jedenfalls hieß der Bestzeithalter auf der kürzeren SP 10 Jari-Matti Latvala, der seinen VW-Teamkollegen Sebastien Ogier um 6,3 Sekunden distanzieren konnte. Latvala erhöhte somit seinen am Freitag herausgefahrenen Vorsprung auf 28,7 Sekunden. Ogier streute seinem Teamkollegen Rosen: „Jari-Matti ist hier wirklich eine gute Zeit gefahren.“ Citroen-Pilot Mads Östberg fehlten auf Platz drei exakt elf Sekunden auf die Bestmarke.

Auf der „Mammutprüfung“ musste Latvala zittern: „Die Motortemperatur stieg auf 132 Grad und die Warnlampe ging an – so habe ich das Anti-Lag-System ausgeschaltet und den Road Modus aktiviert. Wir haben eigentlich schon erwartet, dass wir aufgeben müssen – doch dann habe ich gesehen, dass die Motortemperatur wieder runterging. Das war okay – aber es war ein ziemlicher Stress.“

Sebastien Ogier wiederum wurde vom Team über die Motorprobleme seines Stallkollegen informiert, offenbar gab es Kommunikationsprobleme: „Uns wurde gesagt, dass Jari-Matti auf der Prüfung stehen bleiben musste, daher haben wir langsamer gemacht. Doch dann hörten wir, dass er weiterfahren konnte – wir hätten also schneller sein können.“

Dabei war Ogier ohnehin der mit Abstand schnellste Mann der Prüfung – Mads Östberg lag als Drittschnellster satte 37 Sekunden zurück. Latvala fehlten elf Sekunden auf Ogier, womit er die Führung behalten konnte. Vor dem Mittagsservice führt der Finne exakt 17,7 Sekunden vor dem Weltmeister.

Mads Östberg, der auf der langen morgendlichen Verbindungsetappe das Steuer seinem Copiloten überließ, um zu schlafen, liegt als Dritter bereits mehr als eine Minute zurück, nur wenige Sekunden hinter dem Citroen-Piloten lauert Andreas Mikkelsen im dritten VW Polo R WRC, der jedoch nichts riskieren wollte.

Vorsichtig bewegt auch Robert Kubica sein Ford Fiesta WRC, er liegt 2:21 Minuten zurück auf Platz fünf, konnte seinen Teamkollegen Elfyn Evans hinter sich halten, der 42 Sekunden hinter Kubica Platz sechs belegt.

Mit rund 3,5 Minuten Rückstand liegt der bestplatzierte Privatier, der Tscheche Martin Prokop auf Platz sieben – er konnte seinen Vorsprung auf Henning Solberg und Ilka Minor auf 41 Sekunden vergrößern, das norwegisch-österreichische Duo liegt auf dem stabilen achten Platz. Auf den beiden Vormittagsprüfungen belegten Solberg/Minor die Plätze zwölf und neun.

Zwar stürmt hinten Hayden Paddon vor, der bereits wieder Platz neun belegen konnte, doch dem WRC-Rookie fehlen mehr als vier Minuten auf das Duo Solberg/Minor.

In der WRC2 führt Nasser Al-Attiyah im Ford Fiesta S2000 als Gesamt-Zehnter überlegen das Feld an. Sein Gegner und Markenkollege Yazeed Al Rajhi überschlug sich auf der langen Prüfung.

Am Nachmittag werden die beiden Sonderprüfungen ein zweites Mal absolviert.

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