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WRC: Sardinien-Rallye

Jetzt wird’s langweilig

Es kam wie erwartet: Sebastien Ogier gewinnt die Sardinien-Rallye vor Mads Östberg und Jari-Matti Latvala, Solberg/Minor auf Platz sieben.

Michael Hintermayer

Am letzten Tag der Sardinien-Rallye gab es keine Veränderungen mehr im Spitzenfeld der Rallye-Weltmeisterschaft. Sebastien Ogier setzt seine Siegesserie fort und gewinnt die Rallye mit einem Vorsprung von 1:23 Minuten. Doch langsam entwickelt sich die Dominanz des Volkswagen-Teams zur Spaßbremse, da es sich fast nur mehr um ein Stallduell zwischen Ogier und Latvala handelt, bei dem der amtierende Weltmeister meistens die besseren Karten im Ärmel hat.

Ogier zeigte sich im Ziel der Powerstage erleichtert: „Ein großartiges Gefühl. Es war ein schwieriges Wochenende für mich, weil ich am ersten Tag die Strecken eröffnen musste. Am Samstag habe ich großen Druck auf Jari-Matti ausgeübt und jetzt habe ich gewonnen.“

Lediglich Mads Östberg konnte dem Druck der beiden VW-Piloten standhalten und konnte mit dem Citroen DS3 WRC den zweiten Rang feiern. Er konnte Jari-Matti Latvala am heutigen Tag in Schach halten. In den ersten beiden Prüfungen setzte er auf die weichen Reifen, was sich als richtig herausstellte. „Es war ein sehr gutes Wochenende. Wir konnten alles umsetzen. Dieser zweite Platz ist fantastisch. Ich bin sehr glücklich" Dieser zweite Platz ist sein bestes Ergebnis seit seinem Sieg in Portugal 2012.

Jari-Matti Latvala hatte die Chance auf den Sieg, verspielte sie allerdings am Samstagabend durch einen Reifenschaden. „Der erste Tag der Rallye war mit den Bremsproblemen nicht so gut, aber der Freitag war sonst in Ordnung. Dann hatte ich ein Problem mit einem Sensor. Trotzdem konnte ich die Führung verteidigen. Leider habe ich einen Felsen getroffen und wir mussten den Reifen wechseln", zählt Latvala seine Probleme auf.Am Ende trennten ihn lediglich 9,7 Sekunden von Mads Östberg.

Andreas Mikkelsen konnte im dritten Werks-Polo und seinem neuen/alten Copiloten Ola Flöne den vierten Platz nach Hause fahren. „Es war eine tolle Rallye und alles hat gut funktioniert. Es kann nur besser werden“, so Mikkelsen im Ziel der Rallye.

M-Sport-Youngster Elfyn Evans gab sein WRC-Debüt vor einem Jahr in Sardinien, nun konnte er mit dem fünften Platz erneut aufzeigen, sein Rückstand auf Mikkelsen beträgt jedoch mehr als zwei Minuten. "Es ist ein solides Ergebnis, damit bin ich zufrieden. Für mich ist wichtig, dass ich viele Kilometer sammeln kann."

Auf den Rängen sechs und sieben folgen die besten Privatiers der WM: Martin Prokop und natürlich Henning Solberg. Martin Prokop mischte am Freitag im Spitzenfeld mit und hielt vorübergehend Rang drei. Es war der beste Tag in seiner Rallye-Karriere. "Das macht mich etwas nervös. Ich muss ruhiger bleiben und diese Leistung das gesamte Wochenende zeigen", sagt der Tscheche. Mit Platz sechs ist er sehr zufrieden: "Ich freue mich sehr über meine Fortschritte. Die nächsten Rallyes werden ganz anders, viel schneller."

Routinier Henning Solberg und seine Copilotin Ilka Minor schaffen es bei ihrem dritten WRC-Start in diesem Jahr als Siebte ins Ziel, mit einem Rückstand von 1:10 Minuten auf Prokop ins Ziel. "Es war okay, ich bin zufrieden. Ich bin gut durchgekommen und bin damit sehr glücklich", freut sich der Norweger. Ob er beim nächsten WM-Lauf, der Polen-Rallye auch am Start sein wird hielt Solber noch offen: „Ich arbeite daran. Wenn ich Sponsoren finde, dann werde ich vielleicht dort sein."

Robert Kubica zeigte an den ersten beiden Tagen der Sardinien-Rallye eine solide Leistung, schied am Samstagabend allerdings durch einen Unfall aus – welch eine Überraschung. Platz fünf wäre möglich gewesen. Nach Rally2-Reglement fuhr der Pole am Sonntag weiter und belegt Platz acht.

"Es war eine gemischte Rallye für uns, aber 90 Prozent sind positiv", zieht der ehemalige Formel-1-Pilot Bilanz. "Wichtig ist, dass ich Freude habe. Ich freue mich jetzt zum ersten Mal auf die nächste Schotter-Rallye. Wir haben große Fortschritte geschafft. Gestern habe ich leider einen kleinen Fehler gemacht, aber so ist es eben. Die Polen-Rallye wird eine wichtige Veranstaltung. Ich kenne die Prüfungen kaum. Hoffentlich komme ich gut durch."

WRC2-Sieger Lorenzo Bertelli und Khalid Al Qassimi komplettieren die Top-Ten der Sardinien-Rallye, die Hyundai-Mannschaft geht nach den Achtungserfolgen in den letzten Rallyes diesmal leer aus.

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