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ARC: Herbstrallye Dobersberg

Toller Einstand im neuen Ford Fiesta R2

Als erweitertes Roll-out im R2 gedacht, wurde die Generalprobe für Nikolai und Günter Landa zum heißen Ritt auf feuchtem Untergrund.

Foto: Daniel Fessl, rallyepics.at

"Als Beppo Harrach vorschlug, das R2-Projekt aufgrund des Motorschadens unserer 'Susi' vorzuziehen, und mein Vater dies ebenfalls abnickte, konnte ich es nicht glauben – ich in einem reinrassigen Rennauto", so der noch immer überwältigte Nikolai Landa. Die scheinbar endlose Zeit bis zur Rallye wurde schließlich sehr knapp: die ersten Meter wurden zwei Tage vor der Rallye als Funktionstest abgespult, die Launch Control in der Theorie durchgesprochen – der Rest steht im "Fiesta R2 Built Book" von M-Sport.

Die ausgegebene Taktik des Teams war, Kilometer zu sammeln, Erfahrungen zu verarbeiten, das Auto kennenzulernen, es als Roll-out zu sehen und ohne Druck an die Sache heranzugehen. "Das Team hat keine Erwartungshaltung, und alle anderen auch nicht", lautete das Motto. Nikolai Landa: "Wir standen am Start der ersten Prüfung, ich fuhr bei 'zero' los. Vermutlich mit 30 km/h mehr als mit der 'Susi' flogen wir auf die erste Kurve zu. Mit etwas Können verhinderte ich den Abflug in den weichen Acker und das vorzeitige Aus."

Lektion 1 war abgehakt. Die Zeiten der ersten beiden Prüfungen wurden erst im Service abgerufen und waren für Nikolai Landa und seinen Vater Günter auf dem Beifahrersitz einfach unfassbar: P11 und P15 ergab P14 gesamt. Nikolai Landas Mutter stand auf SP 2 und wartete auf ihn. Im Gespräch sagte ein Zuschauer: "Ah, das ist Ihr Sohn? Der hat gerade eine P11 auf der ersten Prüfung abgeliefert." Das hätte er nicht tun sollen, denn die Beruhigungstropfen waren nicht eingepackt.

Eine neue Teamorder wurde ausgegeben: Kein unnötiges Risiko eingehen. "Ich fühlte mich jederzeit auf der sicheren Seite. Wir hatten de facto keine 'big moments', das Auto ist einfach unglaublich! Ich bin ja davor noch nie mit 180 km/h durch den Wald gefahren.", so ein stolzer und glücklicher Nikolai Landa. Die Mittagspause konnte auf dem 13. Gesamtplatz wirklich genossen werden, danach lag man aufgrund einer achten Zeit auf SP 6 gesamt sogar auf P11.

Für die letzten beiden Prüfungen gab es folgende Hürden und Auflagen: Aufgrund der Wetterlage hatte man nur vier passende Reifen; dem deutlich höheren Verschleiß geschuldet, musste man die letzten Prüfungen annähernd profillos absolvieren, sodass gegen Ende etwas der Grip fehlte. Die Lichtergalerie war tatsächlich noch nicht einsatzbereit – und Landa musste bei beginnender Dunkelheit diese beiden letzten Prüfungen mit den Serienscheinwerfern bestreiten. Zu guter Letzt wollte man das Ergebnis nach Hause fahren, daher wurde Risiko herausgenommen.

Dies führte zu einer 20. Zeit und Lektion Nummer 2: Auch Risikoreduktion will gelernt sein! Auf der letzten SP konnte mit einer 15. Zeit schließlich ein zwölfter Gesamtplatz abgesichert werden. Nikolai Landa im Ziel: "Ich bin überglücklich! Zwölfter gesamt, Sieg 2WD, Sieg Klasse C4, Sieg AARC, Zweiter ARC, Sieg Junioren, sieben von acht Bestzeiten 2WD – das war nicht der Plan, beim besten Willen nicht, aber ich bin sehr dankbar dafür!"

"Es war eine wirklich gut organisierte Veranstaltung: anspruchsvolle Prüfungen und eine tolle Stimmung bei den Fans", so ein sichtlich emotional berührter Landa. Als nächstes laufen bereits die Vorbereitungen für die "Rallye W4". Der Fiesta R2 bekommt endgültig österreichische Kennzeichen, ein Schotterfahrwerk und ein entsprechendes Setup. Das ganze Team freut sich schon auf diese neue Herausforderung.

"Ich kann mich wirklich nicht oft genug bedanken, daher möchte ich es an dieser Stelle wieder tun: Ich bedanke mich bei meiner Familie, meinen Sponsoren und der DriftCompany für dieses tolle Projekt", so Nikolai Landa.

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