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ARC: Rallye Zwettl

Sekundenduell bei der Rallyepremiere

Bei der Premiere der Rallye Zwettl lieferten Rigler und Mrlik ein spannendes Duell um den Sieg, Kogler landet im R3 auf dem Gesamt-Podium.

Fotos: Daniel Fessl

Bei der ersten Braustadt-Burg Rallye Zwettl sorgte ein knappes Duell zwischen Gerald Rigler und Christian Mrlik für Hochspannung. Rigler setzte sich schließlich im bärenstarken S2000-Boliden durch. Michael Kogler lenkte seinen 2wd-Citroen DS3 R3 souverän auf den dritten Gesamtrang.

Pech hatte Franz Sonnleitner: Nach seiner Nennung in letzter Sekunde galt er im ehemaligen Rigler-Evo als Siegkandidat – doch dann rutschte er in seiner Firma aus und musste gleich wieder absagen.

Rund 5.000 Rallyefans erlebten das Comeback der Rallyeboliden im Gebiet rund um Zwettl nach mehr als 40 Jahren. Erstmals wurden die „Stimmen der Piloten“ in den Regrouping-Zonen live im Internet übertragen.

Der „Wettergott“ hat sich an diesem Aprilsamstag recht ordentlich ins Zeug gelegt – ganz so, als wollte er bei der Premiere der neuen Braustadt-Burg Rallye Zwettl die komplette Bandbreite seines Wirkens demonstrieren. Und das reichte von Schneefall und Graupenschauer über den gemeinen Landregen bis hin zum sonnig-heiteren „Kaiserwetter“.

Die Rallyefans konnte das nicht abschrecken, ganz im Gegenteil: Sie strömten in Scharen nach Zwettl und Umgebung, wo die Austrian Rallye Challenge (ARC) die brandneue Veranstaltung als ihren zweiten Saisonlauf abhielt. Vor mehr als 40 Jahren wurden in dieser Gegend verschiedene Sonderprüfungen der legendären Rallyes Semperit oder Alpenfahrt abgehalten – damals allesamt auf Schotter, heute auf Asphalt: Vier Sonderprüfungen wurden bei der Rallye-Premiere je zweimal in Angriff genommen…

Das Führungsduell

Gleich auf der ersten Prüfung kündigte sich ein spannender Kampf um den Gesamtsieg an – Christian Mrlik und Gerald Rigler lieferten in der Folge ein heißes Sekundenduell, das den ganzen Tag über tobte, sodass erst die allerletzte Sonderprüfung die endgültige Entscheidung brachte. Auf SP 8 konnte Christian Mrlik seinen bereits auf zwölf Sekunden gestiegenen Rückstand mit einer starken Bestzeit auf lediglich 4,9 Sekunden reduzieren.

Mrlik erklärte vor der Zielrampe auf dem Zwettler Hauptplatz: „Wir sind mit Platz zwei voll zufrieden, wir sind richtig happy! Natürlich wäre ein erster Platz noch schöner, aber man muss auch mit einem zweiten Platz zufrieden sein.“ Zumal der Sieger der Schneerosen-Rallye ein weitaus weniger aggressives Renngerät steuert: Der Subaru Impreza WRX STI entspricht dem früheren Gruppe N-Reglement, das für maximale Seriennähe stand – während S2000-Autos von vielen Piloten als „echte Rennautos“ beschrieben werden. Mrlik nickt: „Wir können mit diesem Ergebnis im Duell gegen ein modernes Rallyeauto durchaus zufrieden sein. Uns geht es auch um die Punkte für die Niederösterreich Rallye Trophy.“

Lokalmatador Mrlik, wieder mit Leopold Welsersheimb als Copilot am Start, wurde einmal mehr vom Waldviertler Publikum mit heftigem Applaus verwöhnt – der zuletzt fast schon zum Seriensieger mutierte 39-Jährige ist wie auch Gerald Rigler ein Sympathieträger.

Der 45-jährige Tiefbohrunternehmer Gerald Rigler ist erst vor rund drei Jahren in den Rallyesport eingestiegen, suchte zuvor auf zwei Rädern die sportliche Herausforderung – so sehr, dass der Motocross- und Enduro-Pilot heute lachend darauf verweist, dass es bei ihm keinen Knochen geben würde, den er sich nicht schon gebrochen habe. Nach einer besonders schwerwiegenden Verletzung war jedoch Schluss mit dem Zweiradsport – so kam die heimische Rallyeszene zu einem wilden und kompromisslosen Original, das zugleich mit seiner ruhigen und gelassenen Art die Neugier der Interessierten weckt.

Lässig brachte der ARC-Champion seine Freude über den Premierengesamtsieg zum Ausdruck: "Mein erster Gesamtsieg in meiner dritten Rallye im S2000-Peugeot – besser hätte es nicht laufen können. Bisher fuhr ich ja stets mit Autos, die für den Gesamtsieg nicht stark genug waren, jetzt besitze ich ein solches Auto und konnte hier sein Potential umsetzen, was will man mehr?“ Da wäre beispielsweise der Sieg in der Austrian Rallye Trophy (ART), den Rigler ebenso feiern darf wie den Klassensieg.

Der Kampf um Platz drei

Diese Frage kann sich auch Michael Kogler stellen, der im Citroen DS3 R3 einen formidablen dritten Platz belegen konnte, was dem mit Abstand schnellsten 2wd-Piloten naturgemäß auch den Sieg in der Klasse RC3 einbrachte. Vor allem aber konnte Kogler damit als eingeschriebener Pilot den Sieg in der ARC-Wertung feiern.

Am Nachmittag gab es neben dem Führungsduell noch einen elektrisierenden Vierkampf um Platz drei zu bewundern: Neben Kogler hatten auch Roman Mühlberger und Kurt Göttlicher Interesse an dem Podiumsplatz bekundet. Auf der ersten Nachmittagsprüfung lagen Göttlicher und Mühlberger auf die Zehntelsekunde zeitgleich 19,2 Sekunden hinter Kogler zurück.

Doch dann fiel Göttlicher zurück, sodass am Ende Roman Mühlberger im Mitsubishi Lancer Evo VI den vierten Platz belegen konnte – den Platz von Kogler mussten sowohl Mühlberger als auch Göttlicher schnell abschreiben, da der Melker extrem konstant und zielstrebig unterwegs war.

Göttlicher wurde vielmehr auf der letzten Sonderprüfung vom Deutschen Manuel Feuchtner abgefangen und mit 3,5 Sekunden Vorsprung auf Platz sechs verwiesen. Feuchtner pilotiert einen Mitsubishi Lancer Evo VI des österreichischen Teams Race Rent Austria – Teamchef Wolfgang Schmollngruber hatte jedoch noch mehr Grund zur Freude: Sein Sohn Alexander wurde im teameigenen Evo III hinter dem Tschechen Jiri Pertlicek junior Gesamt-Achter.

Dass Harald Ruiner im Nissan Z350 RGT vor Gerald Pöschl (Mitsubishi Lancer Evo VI) auf Gesamtrang neun landete, hat er wohl auch der Vorliebe für superschnelle Highspeed-Passagen zu verdanken. Diese liegen dem Auto, doch auch der Pilot kann mit dem Schwärmen fast nicht mehr aufhören, wenn es um die schnelle SP5 geht: „Diese Sonderprüfung war einfach nur sensationell!“ Andere Piloten, andere Sichtweisen – manche konnten der besonders schnellen SP nur wenig bis gar nichts abgewinnen. Eine ausgewogene Sichtweise zeigte Wolfram Doberer: „Natürlich war diese Prüfung im Vergleich zu den anderen ganz besonders schnell – doch sie ist ebenso! Es gehört zum Rallyesport dazu, dass man sich auf solche Dinge einstellen kann.“

Den Sieg in der Junior-ARC konnte der Ford Racing Rookie des Jahres 2014, Julian Wagner, der jüngere Bruder von Simon Wagner zelebrieren. Auch wenn die Rallye Zwettl diesmal noch nicht für den Historischen Rallye Pokal eingereicht werden konnte, gab es eine HRP-Tageswertung, die naturgemäß Kurt Göttlicher für sich entscheiden konnte.

5.000 Fans & „Rallyeradio“

Rund 5.000 Rallyefans wollten sich die Premiere der Braustadt-Burg Rallye Zwettl nicht entgehen lassen.

Für jene Rallyefreundinnen und Rallyefreunde, die im Internet die Rallye verfolgten, gab es ein Novum in der Austrian Rallye Challenge: Erstmals wurden über eine Broadcasting-Website die Stimmen der Piloten in der Regrouping-Zone live übertragen.

Wer die Live-Interviews verpasst hat, kann diese über folgenden Link durchhören:
mixlr.com/michael-noir-trawniczek/showreel/

Das Gesamtergebnis der Braustadt-Burg Rallye Zwettl finden Sie hier
www.rallye-daten.de/pdf-dateien/klassen/endwertung_offiziell.pdf

Die einzelnen Klassenwertungen finden Sie hier:
www.rallye-daten.de/

SP-Bestzeiten

SP1: Rigler
SP2: Mrlik
SP3: Rigler
SP4: Rigler
SP5: Mrlik
SP6: Rigler
SP7: Rigler
SP8: Mrlik

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