RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Rallye-WM: Interview

Jean Todt: Hybrid-WRCs kommen zu spät

Ab 2022 sollen die WRCs in der Rallye-WM mit Hybridmotoren fahren. Für den FIA-Präsidenten ist das viel zu spät, er ist frustriert.

Während in der Langstrecken-WM seit 2012 und in der Formel-1-WM seit 2014 Hybridmotoren zum Einsatz kommen, wird die Rallye-WM erst 2022 ein neues Reglement einführen, das die Verwendung von elektrischen Zusatzaggregaten ermöglicht. Nach Einschätzung von FIA-Präsident Jean Todt hat der Rallyesport damit den Anschluss an die Entwicklung verpasst.

"Wir sind sehr spät dran, und das frustriert mich. Ich war in Frankfurt, und alle Autos, die nicht elektrisch waren, wurden mehr oder weniger versteckt", führte Todt nach der Automobilmesse IAA als Indiz dafür an, dass reine Verbrennungsmotoren selbst bei Kleinwagen, auf denen die aktuellen WRCs allesamt basieren, nicht mehr zeitgemäß sind.

"Wir leben in einer Welt, in der wir dem Klimawandel nicht mehr entkommen können", sagte Todt. Er sei stolz auf die Entwicklungen auf der Rundstrecke, doch leider nutze der Rallyesport immer noch Verbrennungsmotoren, obwohl WRCs normalen Straßenautos noch am ähnlichsten seien. "Vielleicht haben wir nicht entschlossen genug auf die Einführung neuer Technologien gedrängt, aber besser spät als nie. Immerhin passiert etwas", hielt der FIA-Präsident fest.

Während Todt die Entwicklung hin zu Hybrid-WRCs viel zu langsam geht, empfinden die Werke eher das Gegenteil: Manch Teamtechniker macht sich Sorgen, ob Hybridantriebe bis 2022 allen Anforderungen gerecht werden können. Ein beliebtes "Horrorszenario" ist Mexiko: Man wisse nicht, ob man sich darauf freuen könne, in der dortigen Hitze und Höhenluft zum ersten Mal mit einer 50-kg-Batterie an den Start zu gehen; es seien noch Fragen offen, und es brauche schnelle Antworten.

Durch die Einführung von Hybridantrieben hoffen die Regelhüter, neue Hersteller in die Rallye-WM zu locken; an den Gesprächen über das neue Reglement haben neben den aktuell in der Rallye-WM vertretenen Herstellern Citroën, Hyundai, M-Sport und Toyota auch andere Werke teilgenommen.

"Nur weil sie das verfolgen, bedeutet es nicht, dass sie auch kommen werden", trat FIA-Rallyedirektor Yves Matton jedoch auf die Bremse. "Einen neuen Hersteller zu holen, ist ein langer Prozess. Wichtig ist für uns zu wissen, dass sie nicht ohne Hybrid kommen werden."

Todt hofft, dass neben den Hybridantrieben noch ein weiteres CO2-reduzierendes Element Einzug in den Rallyesport hält: "Wir sprechen mit den Teams darüber, ob wir gleichzeitig 'Biosprit' einführen können. Das wäre eine bahnbrechende Entwicklung, in diese Richtung wollen wir gehen."

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Rallye-WM: Interview

Weitere Artikel:

WRC Kroatien 2026: Katsuta erbt Sieg

Neuville wirft Sieg weg - Keferböck gewinnt Masters Cup

In der Powerstage wirft Neuville den fast schon sicheren Sieg weg - Katsuta feiert zweiten WRC-Sieg hintereinander. Keferböck/Minor holen sich mit dem WRC Masters Cup Sieg die Tabellenführung zurück.

EHRC Historic Rally Fafe: Bericht Schindelegger

Sensationeller EHRC-Start in Fafe

Das Rallyeteam Schindelegger hat in Fafe bei der historischen Schotter- Europameisterschaft mit Gesamtplatz 6 einen Traum-Saisonstart hingelegt.

Mitropa Cup: Vorschau Rally Porec

24 MRC-Teams bei 27. Rally Porec

Erst zum zweiten Mal im Meisterschaftskalender vertreten, gehen 24 Teams des Mitropa Rally Cup (MRC) bei der Rally Porec in Kroatien an den Start.

TEC7 ORM, Lavanttal: Fotos Tag 2

Die besten Bilder vom Samstag

motorline.cc-Fotograf präsentiert seine besten Bilder vom zweiten Tag der Lavanttal Rallye 2026.

ARC, Lavanttal: Bericht Gschwandner

Rallyefahrende Fahrschullehrer mit „Bildungsauftrag“

Der Obmann der Austrian Rallye Challenge und des MCL 68 fuhr nach siebenjähriger Pause wieder eine gezeitete Rallye. Traditionelle Rallye als Bühne für wichtiges Verkehrssicherheitsprojekt.

TEC7 ORM3, Lavanttal Rallye: Bericht

Marcel Neulinger erneut das Maß der Dinge

Mit Marcels älterem Bruder Nico (Rang drei) standen gleich zwei Neulingers am Siegerpodest in Wolfsberg. Lukas Dirnberger hält sich mit Rang zwei im Titelrennen.