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Die Saurier kommen!

Rallyefahren mit einem Volvo bietet einige Vorteile, das spricht sich auch in Österreich herum. Ein Mann der ersten Stunde ist Michael Klotz.

Ganz neu ist es ja nicht mehr, daß Volvos vom Typ 244, 740 oder 940 bei Rallyes in Österreich auftrauchen, aber in einer solchen Häufigkeit wie diesmal bei der OMV-Waldviertel-Rallye waren sie doch noch nie vertreten. Zufall ist das sicher keiner, denn hier finden sie jenes Terrain vor, das ihnen größtmöglichen Erfolg verspricht: Schotter, Schotter und nochmal Schotter. Hier kann man nach Herzenslust driften und auch mit 140 PS oder weniger bei 1,3 Tonnen so richtig zügig dahingleiten.

Alles das ist sehr erfreulich, denn der Volvo Original Cup hat einen neuen Spirit in den österreichischen Rallyesport hineingebracht, der eigentlich ein alter, wiederbelebter Spirit ist, der zwischenzeitlich in Vergessenheit geraten ist: Man braucht nicht 300 PS, Racing-Reifen und Radaufhängungen aus Titan, um Spaß am Rallyefahren zu haben. Der gute alte Volvo tut’s auch. Ein ähnliches Konzept verfolgt die IG BMW 318 is: Alte und preisgünstige, aber sehr wohl standfeste Wagen, mit geringem Aufwand an die Anforderungen des Rallyesports angepaßt. Weniger ist mehr, lautet das Motto, nebenbei erleichtert das den Einstieg in den Sport.

Auch die Fans finden an diesem Image immer mehr Gefallen: Lieber ein alter Volvo quer auf Schotter als ein neuer Mitsubishi schnell auf Asphalt. Die Idee des Volvo Original Cups ist so genial und naheliegend, daß man sich darüber wundert, daß sie nicht schon vor vielen Jahren jemand hatte. Offenbar mußten erst die Skandinavier den Anfang machen, denn wenn die damit Erfolg haben, kann es nicht so falsch sein.

Rallyefahren mit einem Volvo bietet also einige Vorteile, und das spricht sich auch in Österreich immer mehr herum. Einer der Mitkämpfer der ersten Stunde ist Michael Klotz, der sich über den Winter einen Volvo 940 von Matthias Prillwitz angeschafft hat. Damit ging es zur Triestingtal-Rallye, und so wie das Auto, war auch der Rennverlauf überhaupt nicht farblos. Er entsprach dem typischen Stil eines skandinavischen Klassefahrers der Siebziger Jahre: Top-Zeiten (immerhin streckenweise zweitschnellster Volvo-Teilnehmer), später ein Ausritt, danach entfesselte Aufholjagd. Insgesamt also ein sehr erfreulicher Beginn, da er vor allem gezeigt hat, daß hinsichtlich der Zeiten einiges möglich ist.

Danach zog es Michael Klotz dorthin, wo die Volvos schon länger auf Rallyestrecken beheimatet sind: Ins benachbarte Deutschland, wo es einige kurze, aber selektive Schotterrallyes gibt. Eine davon ist die Franken-Rallye, die mit einem vierten Platz unter acht VOC-Teilnehmern geendet hatte, wobei ein möglicher zweiter Platz hier von der Technik vermasselt wurde.

Ebenfalls Vierter wurde Michael Klotz bei der Walhalla-Rallye in Bayern, wo auch das deutsche Trio Infernale Rainer Keck, Jochen Walther und Holger Knöbel am Start war. Wie auch schon während der Zeit des Skoda Favorit, war auch bei allen Volvo-Einsätzen der sympathische Profi Christoph Eichhorner als Beifahrer dabei. Im deutschen Volvo-Cup führen sie bereits die Rookie-Wertung an, die den Neueinsteigern gewidmet ist.

Nun steht mit der OMV-Waldviertel-Rallye ein ganz entscheidendes Ereignis bevor. Hier wollen es einige Vertreter der Volvo-Fraktion aus Deutschland wie auch aus Österreich ganz genau wissen. Michael Klotz und Christoph Eichhorner haben lediglich für den Samstag ausreichend Zeit, der im Prinzip ohnehin die etwas reizvolleren, attraktiveren Strecken beinhaltet. Obwohl natürlich die gesamte OMV-Waldviertel-Rallye sensationell gute Prüfungen enthält, und es wäre Michael Klotz und Christoph Eichhorner gewiß lieber, die gesamte Rallye zu fahren, aber das ist halt nicht drin. Also wird halt in der Austrian Rallye Challenge gefahren.

Damit halten sie sich aus dem großen Getümmel scheinbar heraus; in Wirklichkeit stimmt das so aber nicht ganz, denn es werden am Samstag sehr wohl einige gebannt auf die Zeitenausdrucke blicken und überprüfen: Ist jetzt der Keck schneller? Oder der Mayr? Oder der Steinmayer? Und wenn ja, um wieviel? Es geht also doch um einiges.

Dabei sollte man jedoch nicht vergessen, daß es in erster Linie um den Spaß geht. Den werden Michael Klotz und Christoph Eichhorner ohne jede Frage haben. Und wohl auch diejenigen, die das Spektakel von außen betrachten, sei es auf dem Finnland-ähnlichen Streckenteil Hollenbach-Dietmanns, dem klassischen Langauer Forst oder der Super-Special bei Horn.

Eine idealere Rallye kann man sich für dieses Auto eigentlich kaum wünschen.

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