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ÖRM: Niederösterreich-Rallye

Großes ÖM-Duell bei zweiter NÖ-Rallye

Zehn R5-Autos bilden bei der NÖ-Rallye das starke Spitzenfeld, allen voran die zwei Titelanwärter Julian Wagner und Hermann Neubauer.

Fotos: Harald Illmer

Die Rallye-ÖM 2019 steht im Zeichen des Duells um die Spitze: Der junge Oberösterreicher Julian Wagner Škoda Fabia R5 von BRR gegen den Staatsmeister 2016, den Salzburger Hermann Neubauer im Ford Fiesta R5 von ZM Racing. In Weiz wurde in einem Sekundenkrimi bis zur letzten SP um jede Zehntel gekämpft, immer wieder wechselte die Führung. Vor der letzten Prüfung fehlten Neubauer lediglich 3,5 Sekunden auf seinen Herausforderer.

Viele rechneten damit, dass sich Neubauer in "seinem Revier" (Sieger 2016 bis 2018) im Finale durchsetzen würde, doch dann rutschte er in eine Wiese. Wagner feierte nach seinem Triumph bei der Jännerrallye den zweiten Saisonsieg und kommt damit auch als ÖM-Führender zur Niederösterreich-Rallye. Sein Vorsprung beträgt zwar 16 Punkte, doch wenn man das Streichresultat miteinbezieht, verfügt Neubauer über 101 Zähler, während Wagner lediglich 97 vorweisen kann.

Es passt also auch in der Tabelle kein Blatt Papier zwischen die beiden Titelkontrahenten. Die zweite Ausgabe der NÖ-Rallye dürfte schon deshalb zu einem spannenden Thriller werden. Dass sowohl Neubauer als auch Wagner im Vorfeld den Ball flach halten, könnte man als Teil der psychologischen Kriegsführung betrachten, doch in Wahrheit liefern die beiden einander einen Zweikampf im Zeichen des gegenseitigen Respekts, was in der Rallye-ÖM nicht immer selbstverständlich war.

So fiel Hermann Neubauer kein Zacken aus der Krone, als er in Weiz seinem Widersacher mit den Worten "Julian ist sensationell gut gefahren" offen und ehrlich gratulierte. Wagner wiederum gesteht: "Es wundert mich heute noch, dass wir Hermann in Weiz schlagen konnten." Wagner bleibt bei der von seinem Teamchef Raimund Baumschlager vorgegebenen Linie: "2019 ist für mich ein Lernjahr, es herrscht überhaupt kein Druck – ich muss heuer nicht Staatsmeister werden."

Um möglichst wenig Gewicht auf die Schultern des jungen Mannes zu legen, wird bei der NÖ-Rallye noch nicht der überarbeitete Fabia R5 Evo zum Einsatz kommen. Jedoch wird an Wagners Seite diesmal nicht Stamm-Co-Pilotin Anne Katharina Stein, sondern der Deutsche Pirmin Winklhofer aus dem "Gebetsbuch" lesen, der bereits Raimund Baumschlager mehrfach zum Sieg navigiert hat. Für Wagner ist es eine Premiere, auch wenn er sich 2015 mit Pirmin Winklhofers Vater Fred seine ersten Rallyesporen verdiente.

Dieser Wechsel auf dem heißen Sitz hat seinen Hintergrund in Hinblick auf die kommende Saison. So erklärte Wagner offen: "Ich möchte mir bei den beiden letzten ÖRM-Rallyes auch noch andere Co-Piloten ansehen. Vielleicht ist ja jemand noch besser als Anne Katharina?" Hermann Neubauer startet wieder mit Christina Ettel und versicherte: "Der Druck liegt nicht auf meiner Seite. Natürlich werde ich alles geben, aber ich möchte bei den nächsten beiden Rallyes in erster Linie ins Ziel kommen und kleine Fehler wie in Weiz diesmal vermeiden."

Sowohl Neubauer als auch Wagner blicken also voller Vorfreude auf die Rallye. Insgesamt sind bei der Niederösterreich-Rallye gleich zehn R5-Boliden am Start. Johannes Keferböck, der Vizemeister der Vorsaison, geht wieder mit der erfahrenen WM-Starterin Ilka Minor in einem vom tschechischen Team Keane Motorsport eingesetzten Škoda Fabia R5 an den Start und wird wohl alles daran setzen, in Abwesenheit von Günther Knobloch seinen dritten Tabellenrang abzusichern.

Dabei muss er sich jedoch gegen starke internationale Konkurrenz durchsetzen: Der Ungar József Trencsényi wurde 2014 Zweiter im Waldviertel und landete bei der Premiere der NÖ-Rallye auf Platz vier; Maximilian Koch (beide Škoda Fabia R5) wurde im Vorjahr Achter, steigerte sich heuer kontinuierlich und belegte bei den ARC-Rallyes in St. Veit und Perg jeweils den zweiten Platz. Zuletzt gelang ihm der Sieg bei der Niederbayern-Rallye.

Eine bekannte Größe ist Dániel Fischer aus Ungarn: Der ARC-Champion 2016 hat sich längst von seiner alten Liebe, dem Subaru Impreza CG8 losgerissen und pilotiert wie auch die Tschechen Patrik Rujbr (2018 P6 bei der NÖ-Rallye) und Zdenek Pokorný (im Vorjahr 13.) einen Škoda Fabia R5. Gespannt darf man aber auch auf die Leistung von Gerald Rigler im zweiten Fiesta R5 von ZM Racing sein; und auch Markus Steinbock zündet einmal mehr seinen Hyundai i20 R5.

Interessante Autos gibt es bei der zweiten NÖ-Rallye schon im Feld der Vorausautos zu sehen: Michael Kogler unternimmt mit dem neuen, von Race Rent eingesetzen Fiesta-Prototypen von Dytko eine erste Testfahrt, Christoph Zellhofer fährt mit dem Suzuki-Swift-Prototypen von ZM Racing, und auch der bereits in Weiz erprobte Audi SSM R4 von Signed Streets Motorsport wird, pilotiert von Florian Liendl, auf eine Probefahrt geschickt.

Im Starterfeld selbst fällt der Mitsubishi Lancer WRC05 aus dem Hause Sonnleitner Motorsport auf, den Franz Sonnleitner höchstpersönlich pilotieren wird. Das Bamminger-Team setzt neben dem bekannten M1-Subaru für Michael Lengauer einen Suzuki Swift Sport M1 für den deutschen Piloten Niki Schelle ein.

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