RALLYE

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Die letzte Rallye – in vielerlei Hinsicht

Der 16. und letzte WM-Lauf, „Down under“ in Australien, ist in vielerlei Hinsicht eine Abschiedsvorstellung – spannend wird’s trotzdem werden.

Manfred Wolf

Auf den „Straßen der roten Erde“ rund um Perth findet eine WM-Saison ihr Ende, die neben einem außergewöhnlichen, dominierenden Weltmeister und vielen spannenden Läufen auch einige Tiefschläge hinnehmen musste, trauriger „Höhepunkt“ war dabei der Großbritannien-Unfall von Markko Märtin, bei dem sein Co-Pilot Phil Mills ums Leben kam. Doch die Show musste weitergehen… Und nun wird ess in Australien noch einmal richtig spannend: Subaru-Pilot Petter Solberg und Peugeot-As Marcus Grönholm starten mit je 71 Punkten auf dem Konto in ein Grande Finale, in den Fight um den Vize-WM-Titel!

Nach zwei Asphalt-Veranstaltungen, die weder für Grönholm noch für Solberg großartige Ergebnisse einbrachten, messen sich die beiden Ausnahmepiloten jetzt auf ihrem Lieblingsuntergrund, auf Schotter. Die schnellen, „roten“ Straßen auf dem fünften Kontinent sind eine große Herausforderung für sie und alle anderen Teams. Auf dem harten Untergrund liegen unzählige kleine Steine, die das schnelle Fahren zur Rutschpartie machen – und den Fahrern mit höheren Startnummern einen Vorteil geben.

Das Rallye-Zentrum sowie Start, Ziel und der Service-Park befinden sich direkt in Perth. 26 Sonderprüfungen mit insgesamt 355,39 Kilometern warten auf die Fahrer. Auf die Fans warten drei (mit dem Shakedown am Donnerstag vier) Rallye-Tage, die – obwohl sowohl die Fahrer- als auch Konstrukteurswertung bereits entschieden sind – packende Action und große Spannung mit sich bringen werden.

Neben dem bereits erwähnten Kampf um den Vize-Titel gibt es beispielsweise das Debüt des brandneuen Ford Focus WRC06. Sowohl Toni Gardemeister als auch Roman Kresta kommen dabei in den Genuss, die jüngste Version des erfolgreichen Rallye-Boliden erstmals unter Wettkampfbedingungen auszufahren. „Nach sehr viel versprechenden Tests zünden wir nun die nächste Stufe im Entwicklungsprogramm des neuen Autos“, so Teamchef Malcolm Wilson. „Unter dem Druck des Einsatzes bei einer Rallye lernt man immer noch am meisten.“

Bei Citroen kämpft Francois Duval nach einem Jahr der Ups and Downs um einen Platz in einem der insgesamt sechs Xsara WRC, die 2006 bei verschiedenen Teams am Start sein werden. Der Belgier rechnet sich mit einer starken Vorstellung in Australien noch Chancen aus… Nicht ganz so entscheidend aber doch auch sehr wichtig ist die Rallye für einen anderen Xsara-Piloten: Der Wiener Manfred Stohl steht mitten in der Endphase der Verhandlungen im Hinblick auf das nächste Jahr, ein starkes Ergebnis in Australien würde seine Position klarerweise stärken. Vor der Abreise nach Australien machte Stohl klar: „Ein Platz unter den ersten Sechs ist mein erklärtes Ziel!“

Für Skoda gehen in Australien Armin Schwarz und Colin McRae auf Punktejagd: Mit insgesamt 262 WM-Einsätzen stellen die beiden am kommenden Wochenende die erfahrenste Fahrerpaarung dar. Der Schotte McRae bestritt die Veranstaltung in „Down Under“ bislang acht Mal. Dabei feierte er zwei Siege (1994, 1997) und beendete die Rallye niemals schlechter als auf Platz sechs. Und während McRae 2006 ein fixes Engagement in einem Werkscockpit anstrebt (bei Skoda steht er ebenso hoch im Kurs wie bei Fiat für den neuen Super2000-Punto), ist es für den deutschen „Altmeister“ Armin Schwarz die 120. und letzte WM-Rallye. Nach 17 Jahren Rallyesport auf höchstem Niveau hängt der sympathische Franke am Ende der Saison seinen Helm an den Nagel.

Feierabend auch bei Peugeot: Die Franzosen ziehen sich ebenfalls aus der Rallye-WM zurück, haben aber kürzlich schon ihre Rückkehr bekanntgegeben. Neben der Unterstützung für private Teams, die 206 und 307 weiter auf WRC-Ebene einsetzen werden, kommen die Löwen im Jahre 2007 mit einem nagelneuen Super2000-Renner zurück, der höchstwahrscheinlich auf dem kommenden Peugeot 207 basieren wird.

Und noch eine französische Marke gibt in Australien ihre Abschiedsvorstellung – und die ist wirklich das Ende einer Ära: Bei der Rallye Australien kommt es zum vorerst letzten Einsatz von Michelin in der Rallye-WM. Der französische Reifenkonzern - seit Beginn der Weltmeisterschaft im Jahr 1973 dabei – überlässt ab der kommenden Saison seiner Tochtermarke BFGoodrich auf WM-Ebene den Vortritt. Beim Saisonfinale auf dem fünften Kontinent möchte Michelin sein 33jähriges ununterbrochenes Engagement in dieser Kategorie mit dem insgesamt 224. Erfolg krönen…

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