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Rückblick auf den Rekordsieg von Marcus Grönholm

Wir lassen den Rekord-Sieg von Marcus Grönholm noch einmal Revue passieren, mit 200 km/h durch finnische Wälder, garniert mit atemberaubenden Sprüngen.

Klare Demonstration der Stärke: Ford-Pilot Marcus Grönholm hat am Steuer seines aufwändig überarbeiteten Focus RS WRC 07 die Rallye-Finnland gewonnen, den neunten von 16 Läufen zur diesjährigen Weltmeisterschaft.

Für den 39-jährigen Finnen war es bereits der siebte Sieg bei seinem Heimspiel - neuer Rekord: Noch nie konnte ein Fahrer einen Lauf zur Rallye-WM öfter für sich entscheiden. Trotz heftiger Gegenwehr von Grönholms Teamkollegen Mikko Hirvonen blieb der Erfolg letztlich unumstritten: Der zweifache Weltmeister, der seinen Vorsprung vor Sébastien Loeb in der Fahrerwertung auf 13 Punkte ausbauen konnte, sicherte sich 17 von 23 Wertungsprüfungs-Bestzeiten.

Dass er einer der ganz Großen seines Sports ist, dies hat Marcus Grönholm schon des öfteren unter Beweis gestellt - mit zwei Weltmeistertiteln zum Beispiel. Für einen finnischen Rallye-Fahrer allerdings gibt es kaum etwas wichtigeres als ein Sieg vor eigenem Publikum.

Denn die „1000 Seen“ ist ein haarsträubender Parforce-Ritt mit bis zu 200 km/h durch den Wald, über zahllose Sprungkuppen und auf wunderbaren Schotterpisten - für viele die tollste Veranstaltung im WM-Kalender. Seit dem Jahr 2000 hat es Grönholm nur einmal verpasst, diesen „Grand Prix von Finnland“ für sich zu entscheiden. Seine sieben Siege, so viel sei angemerkt, hat er ohne Ausnahme auf Rennreifen von Michelin oder BFGoodrich errungen …

Nerven raubendes Sekundenduell unter Teamkollegen

Der Zauber-Lehrling: Mikko Hirvonen hat sich von Altmeister Marcus Grönholm viel abgeschaut - und setzte seinen Teamkollegen bei der Rallye Finnland massiv unter Druck.

Musste sich der Finne in den vergangenen Jahren dabei oft der heftigen Konkurrenz seitens seines großen Rivalen Sébastien Loeb erwehren, so kam sein härtester Gegner dieses Mal aus dem eigenen Haus: Teamkollege Mikko Hirvonen, ebenfalls am Steuer eines der im Detail weiterentwickelten Ford Focus RS WRC 07 unterwegs, stellte seine aufstrebende Form spektakulär unter Beweis und lieferte sich speziell auf der ersten Etappe ein phantastisches Sekundenduell mit dem Altmeister.

Mit der Bestzeit auf der vierten Prüfung, der 12,7 Kilometer langen „Paisankylä 1“, riss er kurzfristig sogar die Führung an sich - um 0,1 Sekunden. Grönholm, der als Erster auf die Strecke gehen musste, konterte auf der darauf folgenden „Vellipohja 2“ (16,2 Kilometer) und lag nun seinerseits um 0,4 Sekunden vorn. Die SP 6 (Mökkiperä 2, 13,5 km) beendeten beide sogar absolut zeitgleich.

SP 7 (Paisankylä 2) ging wieder an den Teamleader - um 0,4 Sekunden. Und so weiter. Am Ende des Tages, nach 140,67 Kilometern Vollspeed über Sprungkuppen und Schotterkurven, lag Grönholm 4,4 Sekunden vorn. Alle übrigen Rivalen, auch Sébastien Loeb, konnten diesem Treiben nur noch fassungslos zuschauen.

„Wir fahren unglaublich schnell, dennoch konnte ich mir keinen großen Vorsprung herausarbeiten“, stöhnte Grönholm am Freitagabend. „Aber ich habe damit gerechnet, dass es hier sehr eng zugehen würde. Mikko ist wirklich flott unterwegs. Die erste Prüfung heute morgen war noch etwas feucht. Nachdem ich die Einstellung der Stoßdämpfer angepasst hatte, ging es gleich besser. Zudem habe ich stets die richtigen Rallye-Reifen ausgewählt. Speziell die härtere, nachgeschnittene Mischung am Nachmittag erwies sich als sehr vorteilhaft.“

Und Hirvonen? „Was für ein tolles Duell! Ich genieße jede Sekunde“, glühte der 27-Jährige vor Begeisterung.

Die Konkurrenz hatte angesichts des Speeds der Ford-Piloten nichts zu lachen

Tag zwei der Rallye Finnland begann mit einem Novum: der einzigen Bestzeit, die Loeb an diesem Wochenende seinem Konto gutschreiben sollte. Danach setzte sich die große Marcus-Grönholm-Show fort - mit sechs SP-Bestzeiten am Stück. Erst gegen Abend ließ es der Routinier ruhiger angehen und seinen Teamkollegen vor. Für eine Vorentscheidung allerdings hatte der 39-Jährige aus Espoo bereits auf der legendären, über 33 Kilometer langen „Ouninpohja 1“ gesorgt.

„So schnell bin ich dort noch nie gefahren, eine verrückte Prüfung“, gestand der Ford-Pilot. „Zum Teil haben wir auf den Geraden 200 km/h erreicht. Hinter vielen Kuppen, auf denen wir in der Vergangenheit nur ausfederten, sind wir nun abgehoben. Nach anderen Sprungschanzen landeten wir an Stellen, wo wir noch nie zuvor wieder herunter gekommen sind!“

Auch Hirvonen gab alles - in manchen Passagen sogar etwas zu viel. „Wir hatten einige ,big moments' auf der ,Ouninpohja'. Doch wenn du als Fahrer auf dieser WP schnell sein willst, musst du große Risiken eingehen. Wir waren einige Male leicht neben der Strecke. Bei der zweiten Passage über diese Prüfung werden wir es etwas ruhiger angehen lassen. Dennoch: Unser neuer Ford Focus liegt bei diesen extrem hohen Geschwindigkeiten unglaublich stabil, ein Vorteil, den wir auch unseren Reifen von BFGoodrich zu verdanken haben.“

Zwischenergebnis am Ende der zweiten Etappe: Grönholm führte 20,4 Sekunden vor Hirvonen, Sébastien Loeb auf dem immer noch bravourösen dritten Rang fehlte eine Minute auf seinen WM-Rivalen - ein Resultat, an dem sich auch auf den verbliebenen drei Prüfungen des Sonntags nichts mehr ändern sollte.

Als bester Subaru-Pilot erreichte der Australier Chris Atkinson das Ziel auf Rang vier, gefolgt von Henning Solberg (Stobart-Ford Focus) und Subaru-Neuzugang Xevi Pons. Ex-Weltmeister Petter Solberg hatte seinen Impreza im Laufe des Samstags mit technischen Problemen abgestellt, Dani Sordo im zweiten Werks-Citroën C4 WRC schied mit Motorschaden aus.

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