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WRC: Polen-Rallye

Ogier am Weg zum WM-Titel

Sebastien Ogier feiert seinen fünften Sieg in der laufenden Saison vor Andreas Mikkelsen und Thierry Neuville. Solberg/Minor auf Platz neun.

Michael Hintermayer

Das WM-Comeback der Polen-Rallye brachte einige Überraschungen und einen Sieger: Sebastien Ogier. Der Weltmeister des Jahres 2013 war auch diesmal eine Klasse für sich, lediglich sein Volkswagen-Teamkollege Andreas Mikkelsen konnte den 30-jährigen Paroli bieten. Nach den Triumphen bei der Rallye Monte Carlo sowie in Mexiko, Portugal und Italien ist es für Ogier der fünfte Sieg in der laufenden WRC-Saison. "Das war das perfekte Wochenende für mich: Sieg und ein wichtiger Schritt in Richtung WM-Titel. Die Prüfungen haben Spaß gemacht. Andreas fuhr wirklich stark. Am ersten Tag war mir klar, dass ich aufgrund der Tatsache, als Erster starten zu müssen, einen Nachteil hatte. Ich wusste aber auch, dass alles im Lot sein würde, wenn ich meinen Rhythmus weiter durchziehe", schildert der siegreiche Franzose nach seiner kontrollierten Fahrt am Sonntagvormittag.

Teamkollege Mikkelsen, der sich mit dem Champion an den ersten beiden Rallye-Tagen ein packendes Duell um die Führung geliefert hatte, musste ab Samstagnachmittag abreißen lassen. Der Norweger brachte schließlich Platz zwei sicher nach Hause und ist darüber nicht unglücklich: "Es war ein großartiges Wochenende. Ich habe die schnellen und flüssigen Prüfungen wirklich genossen. Der Kampf mit Seb war hart. Schade, dass wir gestern so viel Zeit verloren haben. Insgesamt betrachtet ist es aber ein gutes Ergebnis."

Den letzten Platz am Podium sicherte sich Thierry Neuville im Hyundai i20 WRC. Für den Belgier und das Hyundai-Team ist es der zweite Podestplatz dieser Saison, dementsprechend erleichtert zeigte sich Neuville im Ziel: „"Es war ein gutes Wochenende für uns. An den ersten beiden Tagen hatten wir Bremsprobleme, doch diese konnten wir lösen. Ein gutes Ergebnis.“

Mikko Hirvonen beendet die Rallye als bester Ford-Pilot auf dem vierten Platz. Er haderte das ganze Wochenende mit dem Aufschrieb, dementsprechend enttäuschend waren die Zeiten und sein Resümee: „Es war keine einfache Rallye. Ich hatte noch nie solche Probleme mit dem Schrieb, aber die Platzierung passt.“

Jari-Matti Latvala, der zu Beginn der Rallye um den Sieg kämpfte fiel auf der 15.Sonderprüfung weit zurück, da ihm ein Federbein abhandengekommen war. Wegen der martialischen Streckenverhältnisse stieß der komplette Dämpfer durch die Motorhaube, doch Latvala fuhr mit dem Federbein im Blickfeld weiter und konnte sich ins Service retten. Danach startete er eine Aufholjagd und schaffte es die Polen-Rallye auf dem fünften Rang zu beenden.

Juho Hänninen konnte am Samstag bis auf den dritten Rang nach vorne fahren, doch dann spielte die Lenkung des Hyundai WRC nicht mehr mit. Der Finne beendet die Rallye auf dem fünften Platz, vor dem besten Citroen-Piloten Kris Meeke.

Enttäuschung für Citroen

Mads Östberg hielt sich zu Beginn der Rallye lange auf dem dritten Platz, doch auf der 14. Sonderprüfung traf er einen Stein und überschlug sich. An eine Weiterfahrt war nicht zu denken, der Citroen DS3 war zu stark beschädigt. Nun lag alles an Kris Meeke. Auch er hatte seine Probleme mit den Streckenbedingungen. „Schon nach sieben Autos sind die Spurrillen knietief, wie soll man da fahren?“ Meeke konnte trotz eines Reifenschadens auf SP 14 die Rallye auf dem sechsten Platz beenden.

Hayden Paddon konnte die Rallye auf dem achten Platz beenden, somit finden sich alle drei Hyundai-Piloten in den Punkterängen wieder.

Solberg/Minor bestes Privatteam

Henning Solberg und seine österreichische Copilotin Ilka Minor (Ford Fiesta WRC) haben wieder Grund zu feiern. Platz neun und somit beste Privatiers bei der Polen-Rallye. Sie fuhren konstante Zeiten und hatten im Vergleich zu anderen Teams wenige Probleme. Lediglich ein platter Reifen konnte die Fahrt des WM-Rückkehrers etwas bremsen.

Die Top-Ten komplettiert der Tscheche Martin Prokop, der ebenfalls ein Ford Fiesta WRC pilotierte. Lokalmatador Robert Kubica hatte wie üblich mit überschlagenden Ereignissen zu kämpfen. Eine Rolle seitwärts am Freitag war für das Fiesta WRC noch zu verkraften, doch am Samstag riss sich der Pole das rechte Hinterrad seines Fiesta aus. Er startete zwar heute unter Rally2 erneut, konnte aber nur mehr den 19. Platz ins Ziel retten.

Die WRC2 konnte Ott Tänak für sich entscheiden, gefolgt von Jari Ketomaa und Yazeed Al Rajhi, in der WRC3 dominiert Stephane Lefebvre das Geschehen. Nur acht der 24 Prüfungen konnte der Franzose nicht gewinnen, Lukacs Kornel konnte im Wurmbrand-Citroen die Rallye auf dem sechsten Platz der WRC3 beenden. Ihm wurde, wie auch Kubica ein Sprung auf der zweiten SP zum Verhängnis. Kornel kam von der Straße ab und beschädigte sich den Kühler seines DS3, er konnte sich allerdings ins Ziel retten.

In der WRC-Gesamtwertung ging es für Mikkelsen dank Platz zwei beim gleichzeitigen Ausfall von Östberg auf Rang drei nach vorn. Damit liegen die drei Volkswagen-Piloten nun auf den ersten drei Plätzen der Gesamtwertung. Der achte von 13 WRC-Saisonläufen steigt am ersten August-Wochenende in Finnland.

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