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WRC: Korsika-Rallye

Die Arbeit der Schotter-Spione

„Safety Crews“ warnen die Fahrer vor verschmutzten Kurven – Ein Einblick in die Arbeit der „stillen Helden“, die den Piloten wertvolle Infos liefern.

Fotos: Volkswagen

Einmal im Jahr spionieren sie nach Eis, dreimal nach Schotter - bei den vier Asphalt-Rallyes der Saison haben die großen Teams sogenannte "Safety Crews" im Einsatz. Auch bei der Korsika-Rallye dürfen die Schotter-Spione eine bis zwei Stunden vor dem Start noch einmal die Sonderprüfungen abfahren, um Veränderungen der Strecke gegenüber dem Training beziehungsweise dem jeweils ersten Durchgang aufzuspüren.

"Je nach Prüfung bekomme ich bis zu 100 Warnungen", beschreibt Julien Ingrassia, bei Volkswagen Beifahrer von Weltmeister Sebastien Ogier. Die beiden Franzosen teilen dabei den Grad der Verschmutzung in sechs Stufen ein. "Das reicht von ein bisschen Sand bis dicke Steine", erläutert Ingrassia.

Diese grobe Einteilung gilt allerdings nur für trockene Verhältnisse. "Wenn es regnet, wird die Strecke noch viel schmutziger. Dann bekomme ich noch differenziertere Informationen in bis zu 20 Abstufungen", erklärt Miikka Anttila, der sich das Cockpit des Polo R WRC mit Jari-Matti Latvala teilt. Wobei die Anzahl der Warnungen auf den extrem kurvenreichen Straßen von Korsika durchaus ein Problem darstellt. "Irgendwann wird es mehr, als der Beifahrer vorlesen und der Fahrer verarbeiten kann", beschreibt Andreas Mikkelsen, der dritte Werksfahrer von Volkswagen.

Die Informationen der "Safety Crew" bewahren die Teams vor unliebsamen Überraschungen. Unerwarteter Schmutz auf der Fahrbahn kann zu Unfällen führen, weil ein mit beinahe profillosen Slicks bereiftes Word-Rally-Car genauso schlagartig die Bodenhaftung verlieren würde wie auf Eis oder Schnee bei der Rallye Monte Carlo. Bei den Schotter-Rallyes verbietet das Reglement diese Spionage-Tätigkeit, weil dort Veränderungen der ohnehin wenig griffigen Fahrbahn längst nicht so gravierende Folgen haben.

Meist per Telefon übermitteln die "Safety Crews" ihre Beobachtungen an die jeweiligen Beifahrer, die mit diesen Informationen ihren eigenen Streckenaufschrieb aktualisieren. Bei Volkswagen wird diese verantwortungsvolle Tätigkeit erfahrenen Rallyefahrern übertragen. Simon Jean-Joseph, Ogiers Spion, war zweimal Europameister und eine Weile Subaru-Werkspilot. Im Servicepark von Bastia fällt der auf Martinique geborene 47-Jährige durch leichtes Humpeln auf. "Ich habe mir beim Putzen von meinem Boot den Knöchel gebrochen. Zum Glück am linken Fuß, den brauch ich nur zum Kuppeln."

Latvala lässt sich von Landsmann Toni Gardemeister unterstützen, einem ehemaligen Skoda, Ford- und Suzuki-Werkspiloten. Und für Mikkelsen ist mit Bernt Kollevold ebenfalls ein Routinier im Einsatz.

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