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WRC: Portugal-Rallye

Kris Meeke gewinnt die Portugal-Rallye

Citroen-Pilot Kris Meeke ließ am Sonntag nichts mehr anbrennen und feiert bei der Portugal-Rallye seinen zweiten WRC-Sieg – Sebastien Ogier gewinnt die Powerstage.

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Kris Meeke ist der große Triumphator der Portugal-Rallye, fünfter Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2016. Der Citroen-Pilot zeigte an diesem Wochenende eine souveräne und abgeklärte Leistung und hatte das Geschehen an allen drei Tagen im Griff. Am Freitag und Samstag hatte sich Meeke mit Bestzeiten bei acht Sonderprüfungen (SP) einen souveränen Vorsprung herausgefahren, den er bei der zweiten Hälfte der Rallye verwaltete.

Während Meeke nach Argentinien 2015 über seinen zweiten WRC-Sieg jubeln durfte, erlebte das erfolgsverwöhnte Volkswagen-Team eine unangenehme Premiere. Da zuletzt Hayden Paddon (Hyundai) die Argentinien-Rallye gewonnen hatte, muss Volkswagen zum ersten Mal seit dem Einstieg in die Rallye-WM im Jahr 2013 bei zwei aufeinander folgenden Rallyes der Konkurrenz den Sieg überlassen. Dafür konnten sich die Wolfsburger mit den Plätzen eins, zwei und drei durch Sebastien Ogier, Jari-Matti Latvala und Andreas Mikkelsen bei der Powerstage trösten.

Im Kampf um den Sieg mussten sich die Volkswagen-Piloten aber Meeke geschlagen geben, der die Rallye mit einem Vorsprung von 29,7 Sekunden auf Mikkelsen gewann. Meeke, der zuletzt die Rallyes in Mexiko und Argentinien ausgelassen hatte, profitierte dabei an den ersten beiden Tagen auch von seiner hinteren Startposition und den damit verbundenen besseren Straßenverhältnissen.

Mikkelsen schlägt Ogier im Kampf um Platz zwei

"Ein fast perfektes Wochenende, vielen Dank ans Team", sagt der Rallyesieger. "Wir haben das beste aus unserer Position gemacht, mehr wäre nicht drin gewesen. Es zeigt, dass der DS3 immer noch ein tolles Auto ist, und für mich ist das ein weiterer Schritt."

Im Duell um den Platz des besten Verfolgers hieß der Sieger überraschend Mikkelsen. Nach verhaltenem Auftakt hatte er noch am Samstagmittag auf Platz vier gelegen, fuhr sich dann aber mit insgesamt vier SP-Bestzeiten konsequent nach vorne und fing so am Schlusstag noch seinen Teamkollegen Ogier ab, der bei der ersten SP des Sonntags durch einen Plattfuß die entschiedene Zeit verlor und im Ziel 4,8 Sekunden hinter dem Norweger lag.

Während Mikkelsen über "vielleicht eine meiner besten Leistungen" jubelt, hing Ogiers dritter Platz am Ende noch am seidenen Faden. "Ich hatte einen weiteren Plattfuß, aber nur ein Reserverad dabei", verrät er nach der Powerstage. "Es war aber zum Glück nur ein schleichender Plattfuß, und ich konnte vor der SP genug Luft aufpumpen."

Spektakuläres Aus für Hayden Paddon

Für Argentinien-Sieger Paddon hatte die Portugal-Rallye schon am Freitagnachmittag ein spektakuläres Ende genommen. Der Neuseeländer war bei der fünften SP abgeflogen. Der heiße Auspuff des Autos hatte dann einen Buschbrand entzündet, der rasch auf den i20 WRC übergriff. Paddons Auto brannte völlig aus.

Der Neuseeländer und sein Beifahrer John Kennard blieben bei dem spektakulären Unfall unverletzt. Das galt auch für das Ford-Duo Ott Tänak und Raigo Mölder, die kurz nach Paddon an der gleichen Stelle abflogen. Das Auto des Esten wurde jedoch schnell aus dem Feuer gezogen und konnte so gerettet werden.

Nach Paddons Ausfall lag es an Dani Sordo, für Hyundai die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Das gelang dem Spanier mit Platz vier nur bedingt, den Top 3 hatte Sordo nichts entgegenzusetzen. Thierry Neuville, der von Hyundai nach zuletzt schwachen Leistungenfür die Portugal-Rallye ins B-Team versetzt wurde, verpasste nach einem kuriosen Ausfall am Samstag die Punkteränge. Durch einen Fehler des Teams war Neuville mit zu wenig Benzin losgeschickt worden und blieb bei der elften SP mit leerem Tank liegen.

Bestes WRC-Resultat für Erik Camilli

Mit Platz fünf war Eric Camilli bester Ford-Pilot, zugleich war es für den M-Sport-Youngster das beste Ergebnis seiner WRC-Karriere. Dieses hätte er bei der Powerstage aber fast noch verspielt. Ein Dreher kostete ihn mehr als 20 Sekunden, doch Camilli rettete 5,3 Sekunden Vorsprung auf Jari-Matti Latvala (Volkswagen) ins Ziel.

Der sechstplatzierte Finne erlebte einmal mehr eine unglückliche Rallye. Am Freitagnachmittag war an seinem Polo R WRC die Servolenkung ausgefallen. Ohne Lenkunterstützung verlor Latvala nicht nur mehr als drei Minuten auf die Spitze, sondern zog sich auch schmerzhafte Blasen an den Händen zu.



Einen weiteren Rückschlag musste Mads Östberg (Ford) einstecken. Am Freitag konnte er das Tempo der Schnellsten nicht mitgehen, am Samstagvormittag brach dann eine Antriebswelle an seinem Fiesta RS WRC, woraufhin Östberg nur noch mit Frontantrieb unterwegs war. Platz sieben und fast sieben Minuten Rückstand auf die Spitze sind für den Schotterspezialisten aus Norwegen eine Enttäuschung und dürften für sein Standing bei Teamchef Malcolm Wilson nicht gerade förderlich sein.

Skoda gewinnt in der WRC2

Martin Prokop (Ford) sowie die WRC2-Piloten Pontus Tidemand und Nicolas Fuchs (beide Skoda) komplettierten die Top 10. Skoda-Werksfahrer Tidemand dominierte die Klasse und hatte trotz eines Reifenschadens am Samstag im Ziel gut eineinhalb Minuten Vorsprung auf die Konkurrenz in der WRC2.

Henning Solberg landete gemeinsam mit Ilka Minor nach dem Feuer-Vorfall vom Freitag noch auf dem 58. Gesamtrang mit 24 Minuten Rückstand.

In der Gesamtwertung liegt Ogier nach fünf von 14 Rallyes weiterhin souverän in Führung. Der Franzose hat 114 Punkte auf seinem Konto und damit beruhigende 47 Punkte Vorsprung auf seinen ersten Verfolge Mikkelsen (67). Dritter ist Östberg mit 58 Punkten. In der Herstellerwertung führt Volkswagen (145) klar vor Hyundai (96) und M-Sport (82). Weiter geht es mit der WRC in drei Wochen. Dann steht vom 9. bis 12. Juni die Italien-Rallye auf Sardinien auf dem Programm.

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