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WRC: Australien-Rallye

Latvala: Saison ohne Sieg vermieden

Der Sieg in Australien kam für Jari-Matti Latvala überraschend: Er war nicht davon ausgegangen, dort überhaupt gewinnen zu dürfen.

Der Erfolgslauf bleibt doch bestehen: Seit seinem ersten Laufsieg bei der Schweden-Rallye 2008 hat der Finne Jari-Matti Latvala in jeder Saison der Rallye-WM mindestens eine Rallye gewonnen. Diese Serie wäre heuer beinahe gerissen, doch in letzter Sekunde kam alles anders; Ott Tänak, für den er eigentlich hätte Platz machen müssen, rammte einen Baum und schied aus. Latvala sicherte mit dem Sieg auch den Herstellertitel für Toyota ab.

"Ich muss zugeben, dass ich die Hoffnung schon aufgegeben hatte", sagte der 33jährige. "Ich bin bereits davon ausgegangen, dass das mein erstes Jahr in der Rallye-WM werden würde, in dem ich keinen Lauf gewinne. Vor der Rallye hatten mich die Journalisten schon darauf angesprochen. Ich habe ihnen geantwortet, dass ich das wüsste, aber dass es wie ein Sieg wäre, wenn wir den Herstellertitel gewinnen würden."

Am letzten Sonntag schaffte Latvala plötzlich beides: "Das war ein wichtiger Sieg, aber wichtiger war der Gewinn der Hersteller-WM. Wir hatten eine gute zweite Saisonhälfte, und ich freue mich sehr über diesen Sieg. Wenn man hart arbeitet, aber einfach nicht die Resultate einfährt, kann einen das ziemlich runterziehen."

Während der Australien-Rallye mischte Latvala stets an der Spitze mit, wusste aber, dass er den Sieg an Tänak abgeben müssen würde: "Ich habe eigentlich die ganze Zeit nur auf den Abstand zu Hayden [Paddon; Anm.] geachtet. Ich hatte gar nicht damit gerechnet zu gewinnen, aber die nassen Bedingungen haben mir in die Karten gespielt und mir eine Chance gegeben zu attackieren. Wenn es gutgeht, kann man viel Zeit gewinnen, aber es kann auch mächtig nach hinten losgehen."

"Ich habe am Vormittag ordentlich attackiert und wollte es danach ruhiger angehen lassen. Ott war zu diesem Zeitpunkt hinter mich zurückgefallen", rekapitulierte er den turbulenten Schlusstag. "Beim Mittagessen habe ich mit Tommi [Mäkinen, Teamchef; Anm.] gesprochen und ihm versichert, dass wir weiter kontrolliert und ohne Risiko fahren würden. Wir mussten das Auto ja ins Ziel bringen. Es war am Nachmittag wirklich leicht, einen Fehler zu machen. Manche Kurven waren deutlich rutschiger als andere. Das konnte einen schnell kalt erwischen."

So erging es Tänak, der mit seinem Aus Sébastien Ogier endgültig zum sechsfachen Weltmeister machte. Noch einmal eine nervliche Herausforderung war für Latvala die Powerstage, schließlich war er 2017 genau auf dieser Abschlussprüfung ausgeschieden. "Diesmal stand einiges auf dem Spiel. Ich wusste, dass ich als 'hero' oder 'zero' aus der Prüfung rauskommen würde. Ich wollte auf keinen Fall 'zero' sein."

Er brachte die zweite Durchfahrt der 7,16 km langen Prüfung Wedding Bells ohne Abflug hinter sich und gewann Saisonfinale und Herstellertitel für Toyota. Es ist nicht das erste Mal, dass es für Latvala sehr knapp wurde, diese Serie an Siegen in WM-Läufen aufrechtzuerhalten: In der Saison 2011 war er ebenfalls bis zum letzten Wochenende sieglos. Damals gewann er die Wales-Rallye für M-Sport. Wie schon 2011 wurde er damit auch heuer in der Fahrer-WM Vierter.

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