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WRC: Katalonien-Rallye

Loeb führt, Defekt wirft Ogier zurück

Ein Lenkdefekt kostete Sébastien Ogier in Spanien dreieinhalb Minuten; Dreifachführung für Hyundai durch Loeb, Neuville und Sordo.

Am Freitag Vormittag ist bei der Katalonien-Rallye möglicherweise eine Vorentscheidung im Kampf um den WM-Titel gefallen: Sébastien Ogier (Citroën) verlor durch einen Defekt an der Servolenkung seines C3 WRC mehr als dreieinhalb Minuten auf die Spitze. Die Probleme begannen direkt nach dem Start der zweiten SP des Tages; vor der nächsten SP versuchten Ogier und sein Beifahrer Julien Ingrassia, das Hydrauliksystem des Citroën C3 WRC zu reparieren, doch das gelang ihnen nicht.

Ohne Servolenkung und auch ohne Wippenschaltung kämpfte sich Ogier durch La Fatarella-Vilalba I, die mit 38,85 km längste Prüfung der Rallye. Im Ziel reagierte der sichtlich erschöpfte Franzose mit Galgenhumor: "Ich fühle mich wunderbar!" Seine Ehefrau erfand derweil auf twitter den Hashtag #Shitroen ...

Nach diesem Rückschlag würde der Franzose selbst bei einem Ausfall des WM-Führenden Ott Tänak (Toyota) wohl nur wenige Punkte aufholen. Der Este beendete den Morgen nach drei von 17 SP mit einem Rückstand von 7,5 Sekunden auf den Führenden Dani Sordo (Hyundai) auf Rang drei. Der Spanier nutzte seine hintere Startposition und führte eine Sekunde vor seinem Teamkollegen Neuville, der mit 41 Punkten Rückstand auf Tänak noch theoretische Titelchancen hat.

Realistisch betrachtet dürfte der Rallyeweltmeister des Jahres 2019 zum ersten Mal seit 2003 nicht aus Frankreich kommen und nicht Sébastien heißen. Sébastien Loeb, der in Katalonien einmal mehr für Hyundai an den Start geht, belegte am Vormittag hinter Elfyn Evans (M-Sport) und Kris Meeke (Toyota) mit 11,9 Sekunden Rang sechs vor Citroën-Pilot Esapekka Lappi. Die Positionen vier bis sieben waren zunächst nur durch 1,1 Sekunden voneinander getrennt.

Am Nachmittag übernahm dann Vorjahressieger Loeb die Führung: Der Franzose gewann insgesamt drei der sechs Schottersonderprüfungen des Tages und hat 1,7 Sekunden Vorsprung auf seinen Teamkollegen Thierry Neuville. Dani Sordo komplettiert mit einem Rückstand von 7,6 Sekunden auf Platz drei die Dreifachführung für Hyundai. Der Spanier führte die Gesamtwertung bis zur letzten SP an, verlor auf den 38,85 km von La Fatarelle-Vilalba II aber 27,1 Sekunden auf Loeb. Der Rekordweltmeister zeigte beim zweiten Durchfahren der Königsprüfung seine ganze Klasse und distanzierte den zweitschnellsten Kris Meeke (Toyota) um 8,9 Sekunden.

"Das ist unglaublich, ich bin wirklich ans Limit gegangen", sagte Loeb. "Der Grip war sehr gut, ich habe vom Start bis zum letzten Meter alles gegeben. Es ist unglaublich, drei Autos [von Hyundai; Anm.] vorne zu haben – daran haben wir zu Beginn der Rallye nicht geglaubt. Es sind noch zwei Tage auf Asphalt übrig, und man weiß nie was passieren kann." Auf den Plätzen vier bis sechs befinden sich mit den Toyota-Piloten Meeke, Tänak und Jari-Matti Latvala ebenfalls drei Fahrer eines Herstellers. Tänak fiel am Nachmittag etwas zurück, hat aber weiterhin gute Chancen, sich schon in Spanien den WM-Titel zu sichern.

Die M-Sport-Piloten Elfyn Evans und Teemu Suninen, Toyota-Junior Takamoto Katsuta bei seinem zweiten Start im WRC sowie R5-Pilot Kalle Rovanperä (Škoda) komplettieren die Top 10. Für Citroën setzte sich die Misere am Nachmittag fort. Auf der fünften SP schied Esapekka Lappi mit technischem Defekt aus. Ogier hat mittlerweile einen Rückstand von über vier Minuten auf den Führenden. In der Servicezone werden die Autos nun auf die Asphaltfahrwerke umgerüstet, denn die weiteren Prüfungen der Katalonien-Rallye finden auf festem Untergrund statt. Am Samstag stehen sieben SP auf dem Programm.

Stand nach 6 von 17 SP

1. Sébastien Loeb    Hyundai  1:21:24,7
2. Thierry Neuville Hyundai + 1,7
3. Dani Sordo Hyundai + 7,6
4. Kris Meeke Toyota + 13,0
5. Ott Tänak Toyota + 21,7
6. Jari Latvala Toyota + 30,1
7. Elfyn Evans M-Sport + 44,0
8. Teemu Suninen M-Sport + 51,8
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17. Sébastien Ogier Citroën + 4:01,4
Nach SP 9 Nach SP 9 Bericht Shakedown Bericht Shakedown

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