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Formel 1: News

„Leider ist es dann in der Öffentlichkeit passiert“

Adrian Newey gibt zu, dass das Debakel von Jerez an Red Bull Racing lag, jedoch Renault auch eine Teilschuld zuzusprechen ist.

Red-Bull-Racing-Chefdesigner Adrian Newey nimmt Motorenpartner Renault - zumindest zum größten Teil - aus der Verantwortung für die aktuellen Probleme und räumt ein, dass das Weltmeisterteam zu viel riskiert hat. Tatsächlich sei auch die fehlende Zeit ein großer Faktor gewesen, ohne den es nicht zum Debakel von Jerez gekommen wäre. RBR hatte beim ersten Test 2014 unter anderem mit signifikanten Kühlproblemen zu kämpfen und absolvierte lediglich 21 Runden. Mit Blick auf die zweiten Testfahrten in Bahrain (ab Mittwoch) vermittelt Newey vorsichtige Zuversicht: "Es ist ein Problem, das wir hoffentlich bis Bahrain lösen werden."

"Was uns in Jerez gestoppt hat, war unsererseits - im Gegensatz zu Renault - das Problem, dass die Verkleidung im Bereich des Auspuffs Feuer gefangen hat", stellt der Brite gegenüber Autosport klar. "Hand aufs Herz - das war ein RBR-Problem. Es war, so könnte man vielleicht behaupten, das Ergebnis einer zu aggressiven Planung. Aber wir dachten uns, wir müssen ein paar Risiken eingehen, um ein gutes Paket zu schnüren, das den aerodynamischen Schaden minimiert, der durch den sehr großen Kühlbedarf entsteht."

Ganz aus der Pflicht will Newey den französischen Motorenpartner dann aber auch nicht nehmen: "Der Renault scheint einen besonders hohen Kühlbedarf zu haben. Jeder der drei Hersteller (Renault, Mercedes und Ferrari; Anm. d. Red.) wird eine unterschiedliche Temperatur der Luft aus dem Turbolader angepeilt haben, und Renault hat uns ein extrem ambitioniertes Ziel vorgegeben. Wenn wir das erreichen, haben wir alle Vorteile auf unserer Seite, aber das ist nicht einfach."

Auch sei es äußerst schwierig, alle neuen Komponenten der neuen Antriebseinheit im RB10 unterzubringen. "Das ist sicherlich eine ordentliche Herausforderung: Der Bereich um den Auspuff, wo wir die Ladeluft kühlen müssen, und all die zusätzliche Kühlung, die wir für die elektrische Seite, die Batterie, den Motor an sich, die Kontrollbox und so weiter und so fort brauchen", erklärt Newey. Das bedeute, dass der zu kühlende Bereich annähernd doppelt so groß wie beim V8-Motor des Vorjahres ist. "Das alles unter einen Hut zu bekommen, ohne zu große Kompromisse bei der Aerodynamik einzugehen, ist wirklich nicht einfach."

Tatsächlich habe aber auch der Zeitdruck vor Jerez seinen Teil zum Dilemma beigetragen, gibt Newey zu. Red Bull Racing hätte das Kühlproblem im Vorhinein zweifellos auf dem Prüfstand verhindern können - "wenn wir nur etwas früher fertig geworden wären. Es war wirklich die fehlende Zeit. Aber mit den Prüfstandtests war eigentlich auch Renault konfrontiert, wir hingegen mit der rechtzeitigen Herstellung der Teile. Mit eine paar Wochen mehr hätte man das auch privat machen können, denke ich, aber leider ist es dann in der Öffentlichkeit passiert."

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