MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
DTM: Interview

Habsburg: Darum gab er Audi einen Korb

DTM-Rookie Ferdinand Habsburg spricht über seine kurzfristige Entscheidung, bei Testfahrten nicht wie geplant für Audi anzutreten.

Die Überraschung war groß, als Ferdinand Habsburg bei den Jerez-Testfahrten der DTM im Dezember nicht wie angekündigt für Audi, sondern für Mercedes antrat. Lag das daran, dass der Österreicher, der nun als Pilot eines der neuen Fahrzeuge von HWA und R-Motorsport mit Aston-Martin-Silhouette bekanntgegeben wurde, sein Cockpit beim direkten Nachfolgeprojekt der Deutschen damals bereits sicher hatte?

"Ich war mir gar nicht sicher – und damit genau so unsicher wie mit Audi. Das war also Fifty-fifty", antwortete Habsburg. Was war dann der Grund für die Absage an Audi? Ist ein Cockpit beim neuen belgischen Audi-DTM-Kundenteam WRT weniger attraktiv als jenes mit Aston-Martin-Emblem? "Ich hatte von beiden Teams die Möglichkeit, einen Tag mit einem DTM-Auto zu fahren, was schon mal eine extrem geile Sache ist. Die andere Frage war: Wo kann ich mich positionieren, wenn ich die Möglichkeit bekomme, damit meine Entscheidung die meisten Türen für die Zukunft öffnet?", erklärte Habsburg.

"Audi ist zwar eine Supermarke, aber bei R-Motorsport, Aston Martin und Vynamic gibt es so viele Ideen für die Zukunft – und so viele mögliche Türen, die sich öffnen werden, die noch nicht einmal da sind. Das hat mich fasziniert, und darauf freue ich mich", so der Österreicher. Das habe auch mit beiden Teamchefs Andreas Baenziger und Florian Kamelger zu tun, die eher tiefstapeln würden als den Mund zu voll zu nehmen: "Ich bin absolut überzeugt: Wenn Florian und Andreas über was reden, dann passiert das auch. Das ist kein Geschwafel."

Habsburg ist felsenfest davon überzeugt, dass sein Auto bis zum Saisonstart in Hockenheim einsatzbereit sein wird, und davon, die richtige Entscheidung getroffen zu haben: "Ich bin meiner Intuition gefolgt, und sie war korrekt." Der Schritt in die DTM bedeutet für den in London lebenden 21jährigen auch ein Abweichen von klassischen Monopostopfaden; dabei hatte er für 2019 neben einem Verbleib in der Formel 3 auch einen Start in der Formel 2 oder in der japanischen Super Formula in Erwägung gezogen.

Ist die Tür zum Formelsport mit der Entscheidung für die DTM nun zu? "Wenn der Formelsport mir irgendwo die Gelegenheit bietet, Spaß am Fahren zu haben, dann definitiv nicht", antwortete Habsburg. "Ich habe sie für mich nicht zugemacht. Ich will Spaß hinter dem Lenkrad haben. Wo es damit hingeht, weiß ich noch nicht. Wenn das aber funktioniert, kommt der Rest von selbst ..." Habsburg verfolgt die Langstrecken-WM sehr intensiv, hatte 2018 ein LMP2-Gastspiel bei den 24 Stunden von Daytona und bewundert seine österreichischen Kollegen Lucas Auer und Philipp Eng.

Nun muss sich Habsburg, der für Mercedes 94 Runden absolvierte, auf die neue Herausforderung einstellen. Allein die Größe eines DTM-Teams im Vergleich zur Formel-3-EM ist für ihn ungewohnt: "Es war natürlich neu, mit einem Team mit so viel Personal zu arbeiten – und mit den richtigen Leuten im richtigen Moment zu reden. Daran musste ich mich gewöhnen. Ich musste manchmal nachfragen, wie der Mann mit dem Computer dort heißt und was ich mit ihm besprechen muss. Das ist auch kein Problem. Die Leute waren sehr nett."

News aus anderen Motorline-Channels:

DTM: Interview

Weitere Artikel:

Ducati hat die Karten auf den Tisch gelegt: Beim offiziellen Launch präsentierte sich das Werksteam für die MotoGP-Saison 2026 selbstbewusst und ambitioniert

Nikolas Tombazis ist überzeugt, dass die neuen Formel-1-Systeme ab 2026 so gestaltet sind, dass sie sowohl an die Autos als auch an die Strecken angepasst werden können

In Erinnerung an Dietrich Mateschitz

DM01 ist erster Red-Bull-Motor mit Ford

"Sein Traum": Red Bull benennt die erste eigene F1-Antriebseinheit in Kooperation mit Ford zu Ehren von Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz

W17-Premiere im Regen

Mercedes-Shakedown in Silverstone

Der Mercedes W17 hat in Silverstone seine ersten Kilometer abgespult - George Russell durfte als erster Fahrer auf die nasse Strecke in Großbritannien gehen