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Die Protagonisten

Eine ausführliche Beschreibung der Protagonisten der 20. Jänner-Rallye, von Gottfried Bauer bis Martin Zellhofer.

Die Neuauflage der Jänner-Rallye wartet mit vielen bekannten Gesichtern auf - unter anderem Franz Wittmann im Mitsubihi Evo VII Vorausauto - aber auch weniger bekannte Piloten werden ihr Bestes geben. Im Folgenden finden Sie die Protagonisten der 20. IQ-Jänner-Rallye – in alphabetischer Reihenfolge.

Gottfried Bauer
Das in der Schweiz ansässige BRK-Urgestein mühte sich in den 70er- und frühen 80er-Jahren noch mit einer der legendären Alpine 110 ab, steigt aber auch heute noch hie und da einmal in ein Rallyeauto. Diesmal ist er mit einem Mitsubishi Lancer Evo 3 genannt und man darf gespannt sein, was der erklärte Schnee- und Eis-Fan damit erreichen kann.

Markus Benes
Der junge Mann aus Biedermannsdorf bei Mödling, ein Computer-Spezialist, hat eine bewegte Saison hinter sich, wobei er die Yokohama-Rallye-Challenge schließlich auf Platz 6 beendete. Der Mazda-Pilot, der von der Gruppe H in die Gruppe A wechselt – er pilotierte 2001 auch ein Audi Coupé Quattro und einen Opel Kadett – benutzt die Jänner-Rallye als Saison-Warm-Up: „Es gibt nichts schöneres als auf Schnee zu driften. Hoffentlich ist nirgendwo gestreut oder aufgesalzen.“

Ing. Michael Böhm
Das talentierte Exil-Waldviertler mit Wohnsitz Rohrbach a.d. Lafnitz in der Steiermark konnte sich mit seinem eigentlich nicht wirklich sehr konkurrenzfährigen Fiat Bravo in der vergangenen Saison von Monat zu Monat steigern und hatte zeitweise sogar noch die Chance auf einen Top-3-Platz in der Formel 2-Meisterschaft, vor allem durch eine exzellente Vorstellung in Admont. Die Jänner-Rallye wird wahrscheinlich die Abschieds-Vorstellung des Wagens.

Johann Derler
Der Steirer aus dem Bezirk Weiz feierte zusammen mit seiner Frau bei der Herbst-Rallye Leiben im vergangenen Oktober seine Premiere und zwar wie so viele andere in einem Mazda 323. Trotz hoher Startnummer war es ein bemerkenswert guter Start, der letztendlich mit Platz 13 gesamt belohnt wurde.

Roland Frisch
Der Fiat Cinquecento-Cup-Sieger 1998 versuchte sich mit seinem Fiat Bravo im vergangenen Jahr hauptsächlich bei Schotter-Rallyes, sah jedoch weder in San Marino, beim Rallye-Sprint oder der Drei-Städte-Rallye das Ziel, immer wegen technischer Gebrechen. Sein einziges Erfolgserlebnis stammt von der steierischen Jänner-Rallye, wo er in einem Mazda antrat und den exzellenten 2. Platz belegen konnte. Trotzdem muß er zu den Top-Favoriten bei den zweiradgetriebenen Fahrzeugen gerechnet werden.

Hermann Gaßner
Über den Veteranen aus Oberbayern braucht man nicht viele Worte zu verlieren. Zweifacher österreichischer Gruppe N-Staatsmeister, regierender Mitropa-Cup-Champion, x-facher deutscher Gruppe N-Meister und 1995 sogar allgemeiner deutscher Meister. Mit seiner Erfahrung zählt er natürlich zu den haushohen Favoriten der Jänner-Rallye, zumal er in den vergangenen Jahren mit regelmäßigen Auftritten bei der Monte Carlo-Rallye genügend Wintererfahrung sammeln konnte.

„Sepp Gruber“
Pseudonyme haben immer eine tiefere Bedeutung und obwohl uns die Identität natürlich bekannt ist, wollen wir den Wunsch des Fahrers respektieren. Was wir verraten können, ist, daß es sich um einen in der Historic-Szene sehr prominenten Tiroler handelt, der einen frisch aufgebauten 1975er-Porsche 911 RSR mit 2,8 l Hubraum bewegt.

Ernst Haneder
Der Bäckermeister aus St. Oswald bei Freistadt hat den Moment des Triumphes schon auskosten können – als er bei der OMV-Rallye 2000 die Gruppe N für sich entscheiden konnte, was eindeutig die Sensation jenes Jahres darstellte. Im vergangenen Jahr war die Bilanz eher gemischt, weil man sehr lange mit der Technik kämpfte und erst gegen Saison-Ende dahinter kam, worin die Ursache dafür lag. Im Waldviertel gab’s dann zu allem Überdruß noch einen Patschen und etlichen Zeitverlust, weil der Lancer in der eisigen Kälte nicht anspringen mochte. Die Motivation im heimischen Mühlviertel ist damit ganz klar: Das Team rund um die HM-Motorsport-Leute Manfred Elter und Michael Hartl möchte beweisen, daß man viel besser ist, als es die letzten Resultate aussagen.

Beppo Harrach
Der Gruppe N-Vizemeister ist ein begeisterter Winterrallye-Pilot, belegte bei der steirischen Jänner-Rallye 2000 Platz 2, überschlug sich jedoch im vergangenen Jahr schon kurz nach dem Start, was ein nicht eben guter Einstieg in die Mitsubishi-Ära war. Umso besser endete die Saison 10 Monate später im Waldviertel. Für die „neue“ Jänner-Rallye muß der Rallye-Challenge-Sieger von 2000 als einer der großen Favoriten gehandelt werden.

Ernst Harrach
Der Präsident des Badener Rallye Klubs (BRK) und Staatsmeister 1990, der sich in den letzten beiden Jahren vor allem auf das Management von Filius Beppo konzentriert, geht zurück zu den Wurzeln. Ausgerechnet mit jenem Käfer, mit dem er vor genau 20 Jahren im Mühlviertel seine Rallye-Karriere begonnen hatte, nimmt der Rallye-Graf die Jänner-Rallye unter die Räder.

Oskar Hebenstreit
Der Blumenhändler aus dem Raum Wr. Neustadt bewirbt sich um Punkte für die Historic-Meisterschaft, pilotiert er doch einen über 25 Jahre alten Ford Escort RS 2000 Mk. 2. Ein Charmeur der alten Schule hatte er beim Rallye-Sprint 2001 das Pech, noch vor dem Start zur 2. SP mit einem Motorschaden auszufallen, revanchierte sich jedoch mit einer sehr guten Vorstellung bei der Herbst-Rallye Leiben: Platz 16 gesamt als drittbestes Zwei-Liter-Auto.

Arnold Heitzer
Der Transportunternehmer aus Pinkafeld begann seine Karriere im vergangenen Jahr mit dem Ex-Harry Unger-Seat Ibiza, mit dem ihm und seinem Bruder einige Teilerfolge gelangen. Für die Waldviertel-Rallye gelang ihm dann mit dem Ankauf der Ex-Schallmayer-Seat Ibiza Kit-Cars eine handfeste Überraschung, allerdings hatte er noch erhebliche Schwierigkeiten, sich mit dem bärenstarken Auto auf dem äußerst schwierigen Terrain anzufreunden. Eine Aufgabe, die bei einer Winterrallye sicher nicht einfacher wird.

Christian Hofecker
Der Niederösterreicher aus dem Bezirk Scheibbs begann seine Karriere im vergangenen Oktober bei der Herbst-Rallye Leiben, die er auf dem sehr guten 14. Platz beendete. Ungewöhnlich sein Auto: ein allradgetriebener BMW 325iX in Gruppe H, ein Fahrzeug, das bislang eher im Rallycross von sich reden machte. Ein erfreulicher Farbtupfen ist ein Bayerischer im Rallyesport aber allemal.

Franz Hofstätter
Der Chef der Autobahnmeisterei Windischgarsten ist aktiver Teilnehmer der Yokohama-Rallye-Challenge, war jedoch im vergangenen Jahr mit seinem Opel Astra nicht unbedingt vom Glück begünstigt. Für die Jänner-Rallye hat er sich extra eine alte heckgetriebene Toyota Corolla zugelegt, wie sie Mitte der 80er-Jahre unter Privatiers up to date war. Der Plan ist, einem prominenten Piloten, der damals seine Karriere mit einem solchen Gerät begonnen hat, einen Nostalgietrip zu ermglichen. Ob das gelingt, steht leider noch nicht 100%ig fest.

Johann Holzmüller
Daß ein Ur-Quattro für eine Winterrallye besser geeignet ist als ein Polo, sollte klar sein, daher kommt das tolle Gerät des starken Waldviertlers nach der steirischen Jänner-Rallye 2000 zu seinem zweiten Einsatz. Die Erinnerung an die tiefwinterliche Veranstaltung ist eher gemischt, in der internationalen Ausgabe schied man aus, nachdem man sich in einen Graben versenkt hatte.

Dieter Huber
Der Mechaniker-Meister aus Radstadt, der früher selbst einmal mit einem Daihatsu Charade GTti unterwegs war, kann als Belohnung für seine ausgezeichnete Arbeit im Mechaniker-Team von Rallye-Doktor Helmut Czekal wieder einmal selbst Gas geben, natürlich in einem Golf TDI. Man darf gespannt sein, ob er seinen im Daihatsu gezeigten Speed ins 21. Jahrhundert hinüberretten hat können. Die Winterrallye-Premiere ist es auf jeden Fall.

Horst Hüfinger
Der hünenhafte 24jährige Zwillingsbruder des in der Szene noch bekannteren Herwig Hüfinger ist eine ebenso imponierende Erscheinung wie dieser und selbst Insider tun sich schwer, die beiden auseinanderzuhalten. Über das nötige Talent verfügt auch er, auch wenn er sich zumeist mit der Rolle des Mechanikers begnügt. Packt er jedoch seinen Mazda einmal aus, sind Spitzenplazierungen garantiert. Bei der steirischen Jänner-Rallye 2001 war er zu Beginn schneller als Herwig (der sich am Ende den Gesamtsieg holte), rutschte dann jedoch in einen Graben und schied aus. Sein einziger weiterer Einsatz war bei der nationalen ARBÖ-Steiermark-Rallye, wo er Platz 2 hinter Christian Riegler belegte.

Bernhard Jahn
Der Freistädter ist einer der Lokalmatadoren der „neuen“ Jänner-Rallye und tat einiges, um die Veranstaltung in der Region zu promoten. Der vielbeschäftige Mazda-Pilot war im vergangenen Jahr nur zweimal im Einsatz, einmal natürlich bei der nationalen Ausgabe der steirischen Jänner-Rallye, wo er allerdings unter der Tatsache litt, daß er seinen Mazda aus Zeitmangel nicht ausgiebig hatte testen können, was letztendlich Platz 17 ergab. Kein Glück dann bei der Nationalen Pyhrn-Eisenwurzen-Rallye, wo allerdings schon bald mit Getriebeschaden Endstation war.

Helmut Kautz
Einer jener Fahrer, die durch ihre Winter-Begeisterung maßgeblich zur Wiedergeburt der Jänner-Rallye im Mühlviertel beigetragen haben und auch das Interesse an den legendären Mazda 323 wieder aufleben ließen – sowohl von Seiten der Aktiven als auch der Fans. Ein solider Pilot aus Wien 23, der seine Stärken sicher vor allem auf Schnee und Eis hat. Asphalt liegt ihm weniger.

Gottfried Kogler
Das Jahr 2000 möchte der Polizist aus Melk so schnell wie möglich vergessen. Mit seinem Peugeot 106 Maxi schlitterte er von einer Pleite in die nächste, vor allem technisch bedingt. Mit seinem neuen Projekt, einem Gruppe A-Mitsubishi Lancer Evo 6, ist eine deutliche Steigerung zu erwarten, hat der ehemalige Manager von Kris Rosenberger doch genügend Allrad-Erfahrung aus seiner Bergrallye-Zeit.

Franz Kohlhofer
Der Steirer war mit seinem Ur-Quattro bei der steirischen Jänner-Rallye 2001 ein etwas tragischer Held. Aus schierer Unwissenheit hatte er in seinem roten Boliden keinen Katalysator montiert und wurde am Ende als Gesamtsieger ausgeschlossen. Auf dem Asphalt der Herbst-Rallye Leiben fühlte er sich dann nicht ganz so zu Hause, belegte aber mit seiner Frau als Co-Pilot immerhin Platz 7.

Gerald Kures
Der fröhliche Installateur aus Wien 18 pilotiert mit seinem Ford Escort Mexico ein recht seltenes Historic-Gerät und ist immer für spektakuläre Drifts gut. Für 2002 hat er sich ein etwas ausführlicheres Rallye-Programm im Rahmen der Historic-Meisterschaft vorgenommen. Seinen spektakulärsten Auftritt im vergangenen Jahr hatte er im Zuge der OMV-Rallye durch einen spektakulären Abflug bei der Ortsdurchfahrt Kulma, der in weiterer Folge auch zum Ausfall führte.

Hans-Georg Lindner
Es gibt wenige Fahrer, die ihre erste Rallye gleich siegreich beenden, genau dies gelang jedoch dem Salzburger mit seinem Escort RS 2000. Er gewann 1996 die 1. Junior-Trophy-Rallye im Raum Edlitz/Thomasberg, die übrigens eine Woche nach der Semperit-Rallye durchgeführt wurde. 1997 dann erste zaghafte Versuche in der großen Rallye-Welt, ehe man ab 1998 in die Historic-Szene wechselte, wo man sich schnell zu etablieren vermochte. Der Mann aus Seeham zählt im Mühlviertel sicher zu den großen Favoriten auf den Sieg in seiner Kategorie.

Wolfgang Lumplecker
Ein ehemaliger Clubsportler aus der Rallye-Hochburg Waidhofen a.d. Ybbs, der es bei der vergangenen Herbst-Rallye Leiben erstmals in der Gruppe H versuchte, in einem prächtigen Audi S2. Das Ziel sah man nach durchaus guter Vorstellung aber nicht, weil man sich bei einem Ausritt beide Dreieckslenker angeknackst hatte und die Schweißversuche mißlungen waren.

Franz Matusch
Der Waldviertler pilotiert mit dem orangen Alfa 33 4x4 eines der seltsamsten Rallye-Autos unserer Tage: „Ohne zugeschaltetem Allrad ist das Auto aber ohnehin unfahrbar.“ Bei der heimischen Waldviertel-Rallye lieferte er jedoch mit dem 1600er trotz erheblicher technischer Schwierigkeiten eine exzellente Vorstellung ab, die am Ende mit Platz 2 in der Gruppe H belohnt wurde.

Alexander Mayer
Der Mann aus der Rallyehochburg rund um Amstetten/Waidhofen a.d. Ybbs hatte sich bis Redaktionsschluß noch nicht für ein bestimmtes Auto entschieden, man konnte jedoch davon ausgehen, daß es wieder ein Mazda werden würde. Höhepunkt der vergangenen Saison war Platz 10 gesamt und Platz 2 in der Klasse bei der Herbst-Rallye Leiben vor einigen stärker eingeschätzten Konkurrenten.

Walter Michl
Ein Newcomer in der Historic-Szene, der sich aber den schnellen Escort RS 2000 von Andreas Hulak (der in den Fiat Stilo-Cup wechselt) zugelegt hat, womit zumindest die Voraussetzungen von Seiten des Fahrzeuges gegeben sind. Wie sich der Kremser gegen die Althasen der Szene schlägt, muß abgewartet werden.

Manfred Nothdurfter
Der Sohn des Historic-Meisters von 2000, Alfons Nothdurfter, gehört seit Jahren zum fixen Bestandteil der ARBÖ-Steiermark-Rallye und war mit seinem 71er-Ford Escort im vergangenen Jahr die große Sensation, als er sich in dieser Kategorie Platz 2 hinter Staatsmeister Max Lampelmaier sichern konnte, vor etlichen wesentlich stärkeren Fahrzeugen. Und das, obwohl dies sein einziger Auftritt im vergangen Jahr war. Diese Vorstellung läßt die Erwartungen für’s Mühlviertel natürlich hochschnellen, zumal Tiroler ja mit Schneefahrbahnen üblicherweise per „Du“ sind.

Karim Pichler
Am Anfang seiner Karriere wurde er von phantasielosen Journalisten immer wieder als Mädchen tituliert, dabei war doch seine Mutter in den früher 60ern nur ein Fan des Aga-Khan. Der legendäre Linzer begann seine Karriere übrigens bei der Jänner-Rallye 1986 in einem Fiat 131 Racing, überschlug sich jedoch gemeinsam mit Co-Pilotin Heike Feichtinger (auch für sie der erste Einsatz) nach wenigen Prüfungen. Später wurde der ruhige Brillenträger mit üblicherweise unterlegenem Material zum Dominator der Gruppe N-Formel 2 und lehrte mit altem 8V-Gerät der 16V-Konkurrenz mehr als einmal das Fürchten. Leider gab’s damals noch keinen Titel zu gewinnen. Nach ein paar Jahren Pause aus finanziellen Gründen dann das Comeback im Seat Ibiza-Cup 1997, den er als 2. beendete, wobei man bis heute das Gefühl nicht ganz los wird, daß man damals seinen Sieg mit allen Mitteln hintertreiben wollte. Nach vier Jahren Pause nun das Comeback in einem Lancer.

Christian Riegler
Der 3. der Yokohama-Rallye-Challenge 2001 pilotiert jenen 8V-Lancia, mit dem sein leider viel zu früh verstorbener Vater Fritz in den späten 80er-Jahren zu den Spitzenpiloten in der Gruppe N zählte. Im Vorjahr hatte der Niederösterreicher aus Hausmening bei Amstetten lange Zeit große Probleme mit den Bremsen, wofür erst gegen Saisonende eine Lösung gefunden werden konnte. Beim Rallye-Sprint war er bester Österreicher, seine wahrscheinlich stärkste Saison-Leistung.

Kris Rosenberger
Der 32jährige St. Pöltner kommt gerade rechtzeitig von der Dakar-Rallye, die er als sportlicher Einsatzleiter von KTM mit einem weiteren Gesamtsieg erfolgreich abschließen konnte. Seit dem vergangenen Jahr ist der Staatsmeister von 1997 auch Historic-Fan, mit seinem 69er-Mini Cooper beeindruckte er im vergangenen Jahr vor allem im Lavanttal. Es war zwar etwas schwierig, für sein Fahrzeug Spikereifen aufzutreiben, aber letztendlich gelang auch das, womit einer fröhlichen Drift-Festival zusammen mit seinem Kumpel Sigi Schwarz eigentlich nichts im Weg steht.

Bernd Rothensteiner
Ein Newcomer aus der St. Pöltner Gegend, der mit einem Gruppe A-Subaru Impreza auftritt, übrigens jenes Auto, mit dem das Bad Vöslauer Urgestein Charly Rumpler im vergangenen Jahr bei der Schweden-Rallye am Start war.

Karl Schiefermüller
Der Mazda-Händler aus dem Mühlviertel ist einer jener Alteingesessenen, die bei der Jänner-Ralyle auf Nostalgie-Trip gehen werden. Man darf gespannt sein, ob der Rost der vielen „Pensions-Jahre“ rasch abfällt. Mit seinem 323er hat er jedenfalls ein überaus taugliches Wintergerät zur Verfügung.

Wolfgang Schmollngruber
Der Großraum Waidhofen a.d. Ybbs/Amstetten ist ein Rallyenest, dem auch der schnelle Mazda-Pilot entsprungen ist. Mit der Zuverlässigkeit haperte es bis jetzt, früher auch des Autos, aber der Pilot ist immer wieder für eine kleine Übereifrigkeit gut. Kommt er ins Ziel, ist er üblicherweise im Vorderfeld zu finden.

Josef Schrott
Der Salzburger hatte im vergangenen Jahr mit seinem weißen 8V-Lancia kein Glück. Ausfall nach einer sehr starken Vorstellung beim Rallye-Sprint in der allerletzten SP, weil ein Radträger brach, und ein Unfall gleich in SP 1 bei der ARBÖ-Steiermark-Rallye. Seine unzweifelhaften Schotter-Qualitäten lassen jedoch auch bei Winter-Bedingungen eine gute Plazierung erwarten.

Franz Schulz
Der U-Bahn-Konstrukteur aus Wien und Präsident des MSK Mödling war jahrelang der Dominator der 1400er-Klasse, schaffte aber in der vergangenen Saison einen ausgezeichneten Umstieg in die Zwei-Liter-Klasse, die er nach anfänglichen Problemen als Vize-Meister beenden konnte. Die Jänner-Rallye absolviert er aufgrund des exzellenten Medien-Interesses für die Veranstaltung und auch als Vorbereitung auf die Staatsmeisterschaft, wo er den Formel 2-Meistertitel anstrebt.

Horst Spreitzhofer
Der Mitsubishi-Händler aus dem niederösterreichischen Industrie-Viertel hatte die vergangene Saison als einer der Top-Favoriten in der Yokohama-Challenge begonnen, viele technische Weh-Wehchen an seinem Mitsubishi Galant VR-4 ließen ihn die Saison jedoch schon Anfang September enttäuscht beenden. Als Winter-Spezialisten würde er sich wohl nicht unbedingt bezeichnen, eine solide Vorstellung kann jedoch erwartet werden.

Seppi Stigler
Andreas, der Vater des 18jährigen war jahrelang fixer Bestandteil der klassischen Jänner-Rallye, der Junior hatte seine Premiere bei der Jänner-Rallye im vergangenen September, wobei er sich mit seinem Golf TDI trotz ganz geringen Motortunings (120 PS) ganz ausgezeichnet aus der Affäre zog. Bei der Jänner-Rallye hat der Maturant aus Steyr Heimvorteil, der Vater kann sicher mit dem einen oder anderen Tip für die winterlichen Verhältnisse aufwarten.

Thomas Steinmayer
Der schnelle Suzuki-Pilot aus Baden wird in der Formel 2, also bei den zweiradgetriebenen Fahrzeugen sicherlich im Vorderfeld zu finden sein, zumal er über einen tonnenschweren Gasfuß und eine gute Portion Furchtlosigkeit verfügt. Im vergangenen Jahr gab’s wegen Zeitmangels nur einen Auftritt, wo er bei der Herbst-Rallye Leiben seine Klasse klar für sich entscheiden konnte. Die Augen seines damaligen Co-Piloten Andreas Hulak, selbst kein Kind von Traurigkeit, waren im Ziel jedenfalls etwas vergrößert.

Reinhold Taus
Der steirische Lancia-Pilot war eine der großen Überraschungen bei der steirischen Jänner-Rallye des vergangenen Jahres. Er lag praktisch von Beginn an unter den Top-3, rückte dann sogar auf Platz 2 nach vor, ehe er knapp vor Schluß in einen Graben rutschte und dort einen Felsen traf, was die Aufhängung nicht verkraftete. Er muß auf jeden Fall zu den Geheimfavoriten der Rallye gezählt werden, obwohl er seit damals keine Rallye mehr bestritten hat.

Pavel Valousek jr.
Für den 22jährigen Tschechen aus Otrokovice (also ein Lokalmatador der Barum-Rallye) ist die Jänner-Rallye eine Vorbereitung auf die Gruppe N-Weltmeisterschaft bzw. auf deren Startschuß bei der Schweden-Rallye, die er mit einem Evo 7-Lancer des Jolly Clubs bestreiten wird. Hier vertraut er auf einen Toyota Celica GT-4, ein Auto, mit dem man 1997 noch österreichischer Meister werden konnte. Für Nostalgiker: Valouseks Vater gleichen Namens war in den 80er-Jahren eine fixe Größe im tschechischen Rallyesport, wobei er hauptsächlich ziemlich mächtig motorisierte Gruppe B-Ladas des „Agroteams Slusovice“ pilotierte.

Andreas Waldherr
Ob der regierende Diesel-Staatsmeister aus dem niederösterreichischen Wechsel-Gebiet tatsächlich an den Start gehen wird, hängt noch von einer Sponsor-Zusage ab, die bis Redaktionsschluß nicht eingelangt war. Sollte die Summe noch aufgetrieben werden, ist von einem Lancer bis zu einem „normalen“ Golf TDI alles möglich. Fix ist jedoch der Start bei allen ÖM-Läufen in einem Golf IV TDI Kit-Car sowie bei der Bohemia-Rallye in Tschechien Ende Juni und einer noch zu definierenden italienischen Veranstaltung.

Christoph Weber
Der Geschäftsführer der Fa. Race-Tec in Wien 9 hat ein etwas unglückliches Jahr hinter sich. Sauschnell mit einem Golf III Kit-Car, aber fast nur Ausfälle, abwechselnd technischer Natur oder bedingt durch Ausritte. Im Mühlviertel vertraut der Exil-Waldviertler vom MSV Litschau jedoch auf einen wunderschönen 8V-Lancia, zweifellos das weitaus geeignetere Auto für winterliche Bedingungen.

Günther Weinelt
Der Postler aus dem Waldviertel feierte bei der vergangenen Waldviertel-Rallye nach einer Pause ein beeindruckendes Comeback: Überlegener Klassensieg im Suzuki Swift mit über 4 min. Vorsprung. Und dabei saß am „heißen Sitz“ mit seinem 18jährigen Neffen noch ein absoluter Newcomer. Da in der Formel 2 im Schnee die Motorleistung keine so entscheidende Rolle spielt, ist er bei der Jänner-Rallye sicher für eine Überraschung gut. Schnee gibt’s im nördlichen Niederösterreich ja schließlich auch genug.

Andreas Winkler
Nach einem guten Auftritt in der Clubsport-Klasse der inzwischen selig entschlafenen Eis- und Schnee-Rallye im steirischen Ratten 1998 (Klassensieg in einem Suzuki Swift 1,6 4wd) sattelte er für die Gorbatschow-Ice-Rallye 2000 rund um Mariazell auf einen Lancia um, mit der er den ausgezeichneten 6. Platz belegen konnte, was zumindest seine Fähigkeiten auf Schnee unterstreichen sollte. Seither allerdings Schweigen. Umso erfreulicher, daß er jetzt sein Comeback gibt.

Markus Wurz
Rallye-Premiere für den ehemaligen Rallycrosser aus Amstetten in einem Escort Cosworth. Daß zwischen Rallye und Rallycross (ein Sport, der sich durch die wirklich tolle Action viel mehr Zuschauer verdient hätte) deutliche Unterschiede bestehen, mußten schon andere Kollegen wie Adi Ramoser oder Markus Sulzberger schmerzlich zur Kenntnis nehmen. Der einzige österreichische Spitzen-Rallycrosser, der sich auch im Rallyesport bis an die Spitze arbeiten konnte, war der mehrfache Europameister Franz Wurz, sieht man einmal von den Erfolgen eines Andreas Hulak ab. Umgekehrt scheint’s leichter: Der ehemalige Saab-Werksfahrer und jahrzehntelange WM-Pilot Per Eklund wurde immerhin vor zwei Jahre Rallycross-Europameister.

Martin Zellhofer
Mit Platz 3 in der Gruppe N-Meisterschaft war der Suzuki- und Kia-Händler aus Amstetten sicherlich eine der großen Überraschungen der vergangenen Saison. Für 2002 hat man von einem Proton Wira, sprich einem Evo 3, auf Evo 6 aufgerüstet, womit man zweifellos zu den Anwärtern auf einen Stockerlplatz in der seriennahen Klasse zählt.

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20. Int. IQ - Jänner-Rallye, 24. - 27. Jänner 2002

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