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Zeitstrafe für Panizzi

Erste Überraschungen schon einen Tag vor dem Start: Panizzi bekommt 60 Sekunden Zeitstrafe, auf den Prüfungen warten Schnee und Eis.

Der Grund für die Zeitstrafe ist leicht erklärt: Alle Fahrer müssen bei ihren Besichtigungsfahrten – die ja limitiert sind – ein GPS-Gerät an Bord mitführen, damit die strikte Einhaltung der Vorschriften während der Besichtigung von den Sportkommissären überprüft werden kann.

Durch einen Fehler der Peugeot-Mechaniker, die schlicht und einfach zwei Steckverbindungen falsch angeschlossen hatten, arbeitete das GPS-Gerät während Panizzis Fahrten über SP 11 & 13 bzw. SP 12 & 14 nicht ordnungsgemäß.

Das alles wäre auch noch kein Drama gewesen. Denn hätte der Franzose die Sportkommissäre davon in Kenntnis gesetzt, wäre ihm die Bestrafung erspart geblieben. Bestes Beispiel ist sein Peugeot-Teamkollege Richard Burns: Beim Engländer gab’s das gleiche Problem, er informierte aber die Offiziellen und entging damit den 60 Strafsekunden.

Aber diese Sekunden werden für Panizzi nicht das größte Problem während der Rallye Monte Carlo sein. Denn wenn die Wetter- und Straßenbedingungen nur annähernd so bleiben, wie sie sich heute in den französischen Seealpen präsentierten, dann steht dem Teilnehmerfeld eine äußerst schwierige Aufgabe ins Haus.

Selbst auf den südlichsten, der Küste nächstgelegenen Sonderprüfungen liegt viel Eis und Schnee. Und die Wettervorhersage verspricht kalten Nord-Ostwind und Temperaturen um den Gefrierpunkt. So, wie es aussieht, zeigt die „Monte“ nach langer Zeit wieder einmal richtig ihre Zähne.

Shakedown

Während die drei Citroen-Musketiere McRae, Sainz und Loeb sofort zu einer Nachbesprechung mit ihren Ingenieuren gerufen wurden, gaben die anderen Fahrer erste Statements ab.

Während Marcus Grönholm – „Das Auto fühlt sich gut an, ich hatte keine Probleme. Aber ich glaube nicht, dass wir gewinnen können…“ – noch tiefstapelt, ist sein Teamkollege Gilles Panizzi schon wesentlich optimistischer:

„Ich denke, das wird unsere beste Saison. Ich werde von Beginn an attackieren, ich bin auch mit dem Auto sehr zufrieden. Ich hatte stets ein gutes Gefühl bei der „Monte“, aber dann machte mir immer irgendwas einen Strich durch die Rechnung. Heuer greife ich voll an.“

Aber auch der Sieger der letzten vier Ausgaben der Rallye Monte Carlo, Tommi Mäkinen, gibt sich optimistisch: „Das Auto ist hervorragend. Die großen Verbesserungen sind wirklich spürbar, vor allem der Motor ist viel besser fahrbar – besonders beim Herausbeschleunigen aus den langsamen Kurven. Es lässt sich einfach viel leichter fahren. Ich bin sehr zuversichtlich.“

Bei Hyundai kommt auf die Techniker wohl noch viel Arbeit zu, Freddy Loix klang nicht sehr zufrieden: „Uns steht noch viel Arbeit bevor. Aber bei dieser Rallye ist das Auto nicht so wichtig, wie bei den meisten anderen Läufen.“

Ins gleich Horn stößt Armin Schwarz: „Wenn du hier eine falsche Reifenentscheidung triffst, kannst du Minuten verlieren. Hier zählt der Fahrer mehr als das Auto.“

Auf die schwierigen Verhältnisse will man auch bei Skoda bestens vorbereitet sein, Toni Gardemeister berichtet von interessanten Reifen-Tests während des Shake-Downs:

„Wir haben mit den schmalen Eis- und Schneereifen versucht, auf trockenem Asphalt zu fahren, wir sind aber auch mit Slicks gefahren. Die Ergebnisse waren sehr aufschlussreich. Es wird sehr viel von der richtigen Reifewahl abhängen.“

Gardemeisters Skoda-Teamkollege, „Heimkehrer“ Didier Auriol war nach dem Shakedown ebenfalls recht zufrieden: „Es hat alles wunderbar funktoniert. Aber ich hatte ja auch genügend Vorbereitungszeit und das Auto, mit dem wir hier zur „Monte“ gekommen sind, habe ich schon vorher sehr gut auf mich abstimmen können.“

Und auch von Citroen gibt’s erste Wortmeldungen nach dem Shakedown. Colin McRae: „Wenn bei der Rallye selbst auch alles so glatt geht wie beim Shakedown, dann bin ich zufrieden. Aber es gibt hier viele Anwärter auf den Sieg.“

Und in Anbetracht der schwierigen Bedingungen meint McRae im Nachsatz: „Mir wäre lieber, es wäre trocken. Unter diesen Bedingungen bin ich noch nicht besonders viel zum Fahren gekommen…“

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