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Rallye-ÖM: Ostarrichi-Rallye

Gestresst, aber erfolgreich

Der eifrigste österreichische Rallye-Teilnehmer? - Sepp Gruber reißt es von einer Veranstaltung zur anderen hin und her - von der "3-Städte" zur "Ostarrichi".

Wie er mit dieser Streß-Situation umgeht, ist allerdings sensationell. Läufe zur Castrol Historic Rallye-Staatsmeisterschaft und zum Mitropacup wechseln einander ab, und da wie dort ist Sepp Gruber mit großem Erfolg unterwegs. Seit der Rallye Abu Dhabi, die während der Wintersaison in den Vereinigten Arabischen Emiraten stattgefunden hatte, scheint der Tiroler in der Form seines Lebens zu sein, und das über dreißig Jahre nach seiner ersten Rallye!

Während die ursprünglich sehr hohen Titelchancen in der Castrol Historic Rallye-Staatsmeisterschaft inzwischen dahin sind – nichtsdestoweniger ist Sepp Gruber mit voller Begeisterung dabei – ist er im Mitropacup für Historische im Titelrennen noch voll dabei. Einzige Vorgabe, um Erster zu werden: Er muss sich bei der ADAC-3-Städte-Rallye vor Rino Muradore plazieren. Und darauf bestehen hervorragende Chancen, vor allem, wenn man sich die dortigen Verhältnisse der letzten beiden Jahre in Erinnerung ruft.

Abartige Verhältnisse hatten auch zuletzt bei der Postojna-Rallye geherrscht, eine der letzten Stationen des Mitropacups, bei der Sepp Gruber und Gerhard Heger wieder voll zugeschlagen hatten. Das Ausmaß an Niederschlägen war ähnlich brutal wie bei der Ostarrichi-Rallye 2006 oder der BP Ultimate-Rallye 2007, ein Drittel der SP’s des Samstages musste abgesagt werden. Offenbar genau die richtigen Wettbewerbs-Voraussetzungen für Sepp Gruber, der seinem stärksten Verfolger Rino Muradore immerhin 3 Minuten und 18 Sekunden aufgebrummt hatte. Weniger begeistert über das Wetter war klarerweise Mechaniker Jumbo, der bis auf die Socken naß war, aber dennoch tapfer durchhielt.

Am darauffolgenden Sonntag (7. Oktober), an dem die zweite Etappe stattfand, herrschte wieder gemütliches Wetter, man konnte also auf trockenen Strecken fahren. Auf den noch verbliebenen vier Prüfungen konnten Sepp Gruber und Gerhard Heger ihren Vorsprung im Wesentlichen behalten, sie konnten also die Wertung der Historischen überlegen gewinnen. In der Gesamtwertung ging sich ein 25. Platz aus. Und alles das sogar trotz der höchsten vergebenen Startnummer (108)!

Also ein sehr triumphaler vorletzter Mitropacup-Lauf für den MSC Kitzbühel, der hoffentlich bei der ADAC-3-Städte-Rallye bestätigt wird – dort brauchen Sepp Gruber und Gerhard Heger noch einmal einen Erfolg gegen Rino Muradore, um die Historischen-Wertung des Mitropacups zu gewinnen. Zwischendrin gönnt sich Sepp Gruber – hier wieder mit Rudi Nothdurfter als Beifahrer – einen Start bei der Ostarrichi-Rallye. Schließlich vergißt man seine Heimat nicht, und auch die hier ausgetragene Europameisterschaft der Historischen ist eine große Motivation.

Fast tut es einem leid, dass er im vergangenen Jahr nicht dabei war – Wasserlacken und –rinnen, sodass meterhohe Fontänen beim Durchfahren aufsteigen, das wären wohl die idealen Verhältnisse für ihn gewesen. Sehr gute Chancen auf mediterane Luftwerte bestehen freilich auch heuer nicht – wer weiß, ob sich nicht auch hier wieder einiges auftut, was das Antreten gegen Porsche, Stratos & Co erleichtert. Die Konkurrenz ist vielzählig, überhaupt keine Frage. Aber der Kampfgeist von Sepp Gruber ist auch nicht zu verachten.

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