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Rallye-WM: Finnland

Harter Kampf zwischen Hirvonen und Loeb

Je zwei Bestzeiten für Hirvonen und Loeb – der Ford-Pilot führt 3,6 Sekunden vor dem Weltmeister. Petter Solberg fiel auf P2 liegend aus.

Michael Noir Trawniczek

Früh am Morgen, bei sonnigen Verhältnissen wurde die erste richtige Sonderprüfung der Finnland-Rallye absolviert. Auf der 22 km langen SP 2 „Jukojarvi“ musste der finnische Lokalmatador Mikko Hirvonen als neuer WM-Leader als erster auf die Strecke und damit als „Straßenkehrer“ den losen Schotter von der Straße fegen. Zudem wies der Ford Focus an der Front einen leichten Schaden auf. Der Ford-Werkspilot war dennoch in der Lage, mit einer Bestzeit die Führung zu übernehmen – Hirvonen konnte Loeb 2,9 Sekunden abknöpfen.

Hirvonen erklärte: „Es war sehr rutschig – ein bisschen nass und loser Schotter. Es war also nicht perfekt aber auch nicht wirklich schlimm. Ich bin so weit glücklich, das ist ein guter Start in die Rallye.“

Die zweitschnellste Zeit war für Sébastien Loeb natürlich kein Grund zur Freude: „Es war sehr hart aber wir versuchen, unser Bestes zu geben.“ Loeb, der die Fachwelt zuletzt mit einigen Abflügen erstaunte, gab zu Protokoll: „Wir werden von jetzt an versuchen, dem Rhythmus von Mikko zu folgen.“

Der zweite Citroen-Werkspilot Dani Sordo beendete die Eröffnungs-SP des Freitags als Gesamt-Dritter und vermerkte: „Es gibt nicht wirklich Spuren, welchen wir folgen können. Die Strecke scheint nur langsam vom losen Schotter gesäubert zu werden.“

Frühes Out von Petter Solberg

Auf der 13,5 km langen SP 3 „Kruununperä“ fuhr Hirvonen erneut die schnellste Zeit – doch für Aufsehen sorgte Privatier Petter Solberg in seinem Citroen Xsara WRC auf Stand 2006. Der Weltmeister des Jahres 2003 konnte sich mit der zweitschnellsten Zeit auf Gesamtrang zwei katapultieren. „Nicht schlecht. Besser als ich es erwartet hatte. Wir kämpfen hart und es scheint gut zu funktionieren“, freute sich der Norweger.

Doch die Freude dauerte nicht lange an: Nachdem er sich mit mehr als sechs Minuten Rückstand und einem ziemlich ramponierten Xsara über die Ziellinie schleppte, erklärte ein enttäuschter Petter Solberg: „Nach einem Sprung erlitten wir bei der Landung einen Reifenschaden, wir haben keinen Fehler gemacht, es ist einfach passiert.“

Ein Fehler war jedoch vielleicht die Entscheidung, trotzdem weiter zu fahren, da Solberg in der Folge von der Strecke in einen Graben flog. Ein weiterer Fehler war eventuell auch die Entscheidung, nur einen Ersatzreifen mit an Bord zu nehmen – da sich ein zweiter Reifenschaden hinzu gesellte, musste Solberg die noch fehlende Prüfung vor dem Mittagsservice mit dem beschädigten Reifen absolvieren. Vor allem aber hätte er die Verbindungsetappe zum Servicepark überstehen müssen, ohne dass sich der Gummi komplett von der Felge löst.

Doch so weit kam es nicht, Solberg gab vor der fünften Prüfung auf und wird am Samstag unter „Superally“ die Fahrt fortsetzen. Ein Schicksal, welches er mit dem Citroen Junior Evgeny Novikov teilt, der gleich auf der morgendlichen SP 2 von der Strecke abkam und schließlich auf SP 3 mit einer gebrochenen Aufhängung die Segel streichen musste. Aufgeben musste auch Jukka Ketomäki, der auf einem Skoda Octavia WRC antrat.

Loeb kontert

Nachdem er nach SP 3 bereits rund neun Sekunden zurücklag, konnte Loeb auf den jeweils rund 13 km langen Prüfungen 4 und 5 kontern und jeweils die schnellste Zeit markieren – womit er vor dem Mittagsservice den Vorsprung von Hirvonen auf nur noch 3,6 Sekunden reduzieren konnte.

Hirvonen erfreute sich seiner Führung bei seiner Heimrallye, für den Nachmittag prophezeite er aber auch einen „harten Kampf gegen Sébastien“. Loeb gab zu Protokoll: „Es war sehr hart, aber wir haben am Morgen viel Zeit verloren. Jetzt lief es besser – wir dürfen am Nachmittag auf den ersten Prüfungen nicht wieder Zeit verlieren.“

Mit 11,6 Sekunden Rückstand geht Dani Sordo als Dritter in die Mittagspause – der spanische Citroen-Teamkollege des Mehrfachweltmeisters klagte: „Es ist sehr rutschig, es gab sehr viel losen Schotter.“

Für ein geschlossenes Werks-Quartett sorgte Jari Matti Latvala im zweiten Werks-Ford, der mit 15,5 Sekunden Rückstand den vierten Gesamtrang belegt. Latvala erklärte zufrieden: „Es ist okay, wir haben keinen großen Fehler gemacht und deshalb bin ich happy.“

Mit 38,7 Sekunden Rückstand geht Adapta Subaru-Pilot Mads Östberg im Vorjahrs-Impreza WRC2008 als Gesamt-Fünfter ins Mittagsservice, wo es offenbar viel Arbeit für die Mechaniker gibt, denn der Norweger ärgerte sich im Zielraum der SP 5: „Ich bin absolut nicht zufrieden – wir haben Lenkprobleme, die immer schlimmer werden!“

Nur 1,8 Sekunden hinter Östberg belegt Matti Rantanen in seinem im Krokodil-Outfit gehaltenen Munchi’s Ford den sechsten Platz, womit der 28-jährige Finne die großen Erwartungen von Ford-Teamchef Malcolm Wilson bislang mehr als nur erfüllen konnte. Ganz zufrieden war er jedoch nicht: „An manchen Stellen war ich einfach zu vorsichtig.“

Nur weitere 2,9 Sekunden zurück belegt Stobart Ford-Pilot Henning Solberg Rang sieben. Jari Ketomaa, der ein 2007er Adapta Subaru Impreza World Rally Car pilotiert, weist als Achter einen Gesamtrückstand von 51,8 Sekunden auf. Citroen Junior Sébastien Ogier liegt 4,5 Sekunden hinter dem Finnen auf Rang neun, gefolgt von Stobart Ford-Pilot Matthew Wilson, Citroen Junior Conrad Rautenbach, dem dritten Ford-Werkspiloten Khalid Al-Quassimi sowie Federico Villagra im zweiten Munchi’s Ford.

JWRC: Prokop vor Pinomäki

Bei den Youngsters der JWRC führt Martin Prokop im Citroen C2 Super 1600-Boliden – nur 6,6 Sekunden hinter ihm belegt Lokalmatador Kalle Pinomäki im Renault Clio R3 den zweiten Rang, gefolgt von Michal Kosciuszko im Suzuki Swift Super 1600, der Pole liegt 22,8 Sekunden zurück.

Gruppe N: Hänninen führt – Räikkönen famos

In der Gruppe N führt Juho Hänninen im Baumschlager-Skoda Fabia Super 2000, gefolgt von Anton Alen im Abarth Grande Punto Super 2000, Jane Tuohino im Mitsubishi Lancer Evo9, den beiden Subaru Impreza WRX-Piloten Ott Tänak und Patrik Flodin sowie Kimi Räikkönen im Abarth Grande Punto S2000.

Räikkönen-Beifahrer Kaj Lindström erklärte vor dem Mittagsservice: „Auf der ersten Prüfung war Kimi ein bisschen eingerostet, dann steigerte er sich, wurde immer besser. Dann haben wir auch eine Abzweigung verpasst. Doch auf der letzten Prüfung fuhr Kimi einfach fabelhaft!“

Was Lindström meinte: Der Formel 1-Weltmeister des Jahres 2007 konnte auf SP 5 die 16. Gesamtzeit markieren und war nur um 1,2 Sekunden langsamer als sein Markenkollege Anton Alen, zudem konnte er Janne Tuohino schlagen, der entgegen der Nennliste einen Peugeot 207 S2000 pilotiert und vier Sekunden langsamer als Räikkönen war – welch famose Vorstellung bei seinem Schotterdebüt!

Am Nachmittag werden ab 13.02 Uhr Ortszeit (12.02 Uhr MESZ) die vier Prüfungen vom Vormittag erneut befahren. Später am Abend wird um 20 Uhr Ortszeit (19 Uhr MESZ) wieder die Superspecial-SP auf der Pferderennbahn von Killeri absolviert.

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