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Klare Verhältnisse in Spanien

Sordo knapp vor Loeb, der jedoch auf einen Platztausch zählen kann. So bleibt Hirvonen nur Platz drei, Petter Solberg ein motivierter Vierter.

Michael Noir Trawniczek

Als an diesem sonnenklaren Samstagmorgen, nach der ersten Sonderprüfung des zweiten Tages der RACC Spanien Rallye, der 38,27 km langen SP 7 „El Priorat“, die beiden Citroen-Piloten Sébastien Loeb und Dani Sordo exakt zeitgleich in Führung lagen, war dies ein Symbolbild für die ebenbürtige Performance, welche der spanische Lokalmatador bei seinem Heimevent an den Tag legen kann.

Allerdings fährt bei Loeb, der Sordo auf der siebten Prüfung 1,6 Sekunden abknöpfen konnte, stets im Hinterkopf mit, dass er sich angesichts des Titelkampfs nicht den geringsten Fehler leisten darf, und dass er mit Sicherheit ohnedies auf die Hilfe seines Teamkollegen zählen kann. Womit Loeb in einer Art „Schongang“ unterwegs ist. Dass er seinem Teamkollegen den ersten Platz überlassen wird müssen, gab Sordo ganz offen zu: „Natürlich werde ich Sébastien helfen, er kämpft schließlich um den WM-Titel.“ Loeb streute seinem Teamkollegen artig Rosen: „Dani fährt wirklich gut...“

Auf der lediglich 8,6 km langen SP 8 „Les Garrigues“ war Loeb erneut um einen Tick, um zwei Zehntelsekunden schneller als Sordo, womit Loeb der neue Führende war. Die Bestzeit ließ sich Citroen Junior Sébastien Ogier gutschreiben, der Loeb seinerseits um drei Zehntel schlagen konnte.

Auf der letzten Prüfung vor dem Mittagsservice, der 17,12 km langen SP 9 „La llena“, war dann wieder Sordo etwas schneller, um exakt 1,1 Sekunden – so geht der Spanier wieder als Führender in das Mittagsservice. Während Sordo erklärte, er sei „happy“, zeigte sich Loeb ein wenig überrascht über die erneute Führung seines Teamkollegen: „Ich war sehr schnell im ersten Teil – aber im zweiten Teil war Dani offenbar schneller.“ Doch dann zuckte Loeb wie so oft mit den Achseln und fügte hinzu: „Aber das ist okay. Wichtig ist, dass wir auf der Straße bleiben.“

Hirvonen auf Platz drei

Zumal sein Titelkonkurrent Mikko Hirvonen auch am Samstagvormittag keinerlei Gefahr darstellte. Der Rückstand des auf Platz drei liegenden Ford-Werkspiloten erhöhte sich leicht auf 44,6 Sekunden. Hirvonen, der gerne den zweiten Platz in Spanien erobert hätte, muss sich mit dem dritten Platz abfinden – zugleich muss er immer noch ein wenig aufpassen und diesen Platz gegenüber Petter Solberg absichern.

Denn der Norweger konnte auf den Prüfungen 8 und 9 erneut schneller als Hirvonen fahren, auch wenn es sich nur um wenige Sekunden handelte, die der Privatier aufholen konnte. Solberg zeigte sich nach der letzten Prüfung vor der Mittagspause zufrieden mit sich und seinem neuen Citroen C4 WRC: „Ja, mein Vertrauen in das Auto wird von Mal zu Mal besser.“

Solberg will sich steigern

Allerdings räumte Solberg ein: „Wir haben ein paar Kleinigkeiten geändert und das war nicht wirklich korrekt, da haben wir uns etwas verlaufen.“ Trotzdem gab sich der Norweger weiterhin angriffslustig: „Ich habe nun ein Gefühl dafür, was ich alles verbessern kann – und ich muss mich noch weiter verbessern. Ich spüre, dass ich mich noch deutlich steigern kann.“

Petter Solberg fehlen nun 27,4 Sekunden auf Hirvonen – 18,4 Sekunden hinter ihm rangiert Sébastien Ogier auf Platz fünf. Der Citroen Junior gab zu Protokoll: „Ich habe jetzt mehr Vertrauen, aber der Rückstand auf Solberg ist bereits recht groß.“

Latvala: „Es funktioniert einfach nicht“

41,2 Sekunden hinter Ogier belegt Jari Matti Latvala im zweiten Werks-Ford den sechsten Rang. Latvala war überhaupt nicht glücklich mit seiner Performance: „Es funktioniert noch immer nicht bei mir, und ich weiß nicht warum…“

Von hinten droht dem Finnen keine Gefahr. Nachdem der junge Russe Evgeny Novikov sich gleich auf SP 7 mit dem beinahe üblichen Crash vorzeitig verabschiedet hatte, liegt nun Stobart Ford-Pilot Matthew Wilson etwas mehr als 2,5 Minuten hinter Latvala auf Rang sieben.

Etwas mehr als eine halbe Minute dahinter belegt Munchi’s Ford-Pilot Federico Villagra den achten Platz. Eine weitere halbe Minute hinter dem Argentinier liegt Stobart Ford-Pilot Henning Solberg auf dem undankbaren neunten Gesamtrang.

Auf Platz zehn rangiert der 63-jährige Dany Snobeck auf seinem Gruppe A Peugeot 307 CC WRC, dahinter liegen Conrad Rautenbach im dritten Junioren-C4 und Stobart Ford-Gastpilot Paul Bird.

In der JWRC führt Martin Prokop eine halbe Minute vor Hans Weijs.

Am Nachmittag werden die drei Vormittagsprüfungen ab 14.17 Uhr ein zweites Mal absolviert.

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