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Turbulentes Schotterfest

Das Volvo Rallyeteam Triestingtal war mit vier Autos beim Rallyesprint vertreten, trotz einiger Hoppalas hatten die Piloten großen Spaß beim Schotterfest.

Die VRTT Mitglieder Putz, Schenk und Miller sowie der traditionell auf das VRTT Service vertrauende Martin Wurm fanden sich im Käshof ein. Geplant war auch noch kurzfristig die Rallyepremiere von Florian Matthies, welcher aber kurzfristig aus beruflichen Gründen w.o. geben musste.

VRTT Teamchef Georg Gschwandner, hätte zwar auch gern den Volvo quer in den Käshof fliegen lassen, empfand aber doch von den happigen 500 Euro Nenngeld die letztendlich zu zahlen gewesen wären 100 Euro abzuziehen und sich um die restlichen 400 Euro lieber wieder im Herbst eine zweitägige ungarische Schotterrallye mit vielen verschiedenen SP´s zu Gemüte zu führen…..

Am sehr frühen Freitagmorgen bezog man Quartier im Servicebereich. Der Fluch der hohen Startnummern ist es ja, wenigstens bei den Abnahmen erster sein zu müssen! Aber mit dem erstmals im VRTT von Franz Dohnal organisierten Großcatering, verging die Zeit bis zum mittäglichen Besichtigen auch irgendwie! Man wähnte sich in vollkommener Gemütlichkeit ob der nur einen SP am Freitag!

Doch Ernst Miller rutschte samt neuem Beifahrer wenige hundert Meter nach dem Start von der Strecke bzw. auf einen zur Streckensicherung dienlichen Strohballen der härteren Natur.
Die geringfügig entstandene Hektik veranlasste Miller den Schalthebel etwas schneller zwischen Vorwärts und Rückwärts zu positionieren, welches nach einigen Versuchen das Getriebe mit fristloser Kündigung zur Kenntnis nahm. Irgendwie schaffte man dann die Runde mit den einzigen verfügbaren-weil direkten Gang, jener trägt allerdings die Nummer vier….

Da nach erfolgreichem Getriebetausch ein Start am Samstag möglich war, fuhr Ernst mit dem vierten Gang (!) in seine eigene 2CV Werkstatt nach Ottakring und VRTT Chef Gschwandner zeitgleich in das heimatliche Triestingtal um ein Getriebe auszufassen. Kurz nach Mitternacht meldete sich das neue Getriebe im Volvo zum Dienstantritt…

Die anderen VRTT - Treter verbuchten eine unspektakuläre erste SP. Pech hatte nur Martin Schenk der bei der Serviceausfahrt von einer Funktionärin zum SP - Start und nicht zum Rampenstart geschickt wurde. Als man den Fehler bemerkte und zur Rampe eilte, war eine Strafzeit bereits unvermeidlich!

Die erste SP des zweiten Tages verlief relativ ereignislos. Leider wurde die zweite SP an diesem Tag auf Grund eines seitlich zu liegen gekommenen Teilnehmers neutralisiert. Der Wagen hätte händisch nur über das Dach zurück auf die Räder gerollt werden können, da dies aber unbeschädigt war, bestand der Teilnehmer auf eine „profisionelle“ Bergung….

Auf der dritten SP entbrannte ein Sekundenkrimi zwischen den drei VRTT Volvos. Wo bei vor allem der Herr Apotheker Kurt Putz seinen noch immer völlig serienmäßig motorisierten Volvo auspresste wie eine Zitrone und jeden Millimeter auf und abseits der Strecke nutzte. Zweifellos machte Kurt Putz auf seinem Lieblingsuntergrund eine sehr gute Figur, was auch die zahlreichen Zuseher im Zielbereich goutierten.

Gerade dort wo Kurt viele Fans vermutet, „geht jede Kurve voll“, den Zusehern gefällts… Was macht es dann schon, dass man im Service schnell mal ein verbogenes Federbein tauschen muss, ist ja quasi ein Verschleiß…

Der kameradschaftlichen Atmosphäre unter den VRTT Fahrern tun solche Sekundenscharmüzeln keinen Abbruch. Schwer motiviert war auf der vorletzten SP Kurt ein Quäntchen schneller als Martin Schenk und nur unwesentlich langsamer als der besser motorisierte Volvo von Ernst Miller, welcher nun ebenfalls schwer motiviert in der Käshofeinfahrt jeden Zentimeter Platz nützte. Für die letzte SP wollte Kurt eine „zehnvierziger Zeit“ erreichen.

Laut später Aussage von seinem Co Piloten Chris Labetzki war man bis in die letzte Kurve auch auf Kurs dies zu erreichen. In der allerletzten Kurve, hob es den Volvo vorne kurz aus und blieb dank Kurts schneller Reaktion mit Löschblattabstand vor dem berühmt berüchtigten Zielbaum stehen. Das Publikum erwartete nun ein unspektakuläres Zurücksetzten und eine Weiterfahrt ins Ziel.

Doch weit gefehlt jetzt kam etwas, was man wahrscheinlich die „letzten 100 Jahre“ im Rallyesport nicht gesehen hat… Auf Grund eines abermals verbogenen rechten Federbeins, blockierte das Rad und der schwere Elch, grub sich immer mehr ein.

Die Emotionen stiegen und stiegen und angefeuert von VRTT Chef Georg Gschwandner, sprangen zahlreiche Zuseher und die komplette VRTT Servicemannschaft über die Absperrungen und versuchten den mittlerweile komplett eingegrabenen Volvo flott zu machen.

Leichte Nervosität im Cockpit veranlasste den langjährigen Rallyefahrer und jetzigen Beifahrer Chris Labetzki zu einem Blitzcomeback, so das er kurzfristig das Volant übernahm und Fahrer Kurt Putz half den Volvo zur Ziellinie zu tragen(!) irgendwann motivierte sich das steckende Vorderrad sich wieder etwas zu drehen und Chris chauffierte den Volvo die letzten drei Meter wieder aus eigener Kraft über die Ziellinie, gefolgt von einem hinterher laufenden (!) Herrn Apotheker. Zu diesem Zeitpunk war der sympathische und souveräne Platzsprecher erstmals an diesem Wochenende gefährdet den Überblick zu verlieren….

Die Sensation wäre perfekt gewesen, hätte es bei der Siegerehrung wie bei jedem anderen ARC Lauf auch in der historische Klasse die übliche Hubraumunterteilung gegeben, dann wäre das Team Putz / Labetzki in der Klasse WK6 als Dritter hinter den Porsches von Polesznig und Baier auf dem Podest gestanden… Diese zusätzliche Preisverleihung schien aber dem Budget dieser Veranstaltung zum Opfer gefallen zu sein und das trotz des üppigen Nenngeldes und der neu entdeckten „Mehreinahmequelle Wohnmobile“!

Das vom VRTT betreute Team Wurm/Varga erreichten Platz 2 in der Volvo Klasse, Martin Schenk Platz 4 und Ernst Miller Platz 5, resultierend auch auf Grund der Strafzeit wegen des „Freitagshoppala“.

Ein großes Danke an dieser Stelle an die neu ins Team gekommenen Franz Dohnal, Markus Hochleuthner und unseren Nachwuchsmechaniker und zukünftigen Volvorallyefahrer Christoph!

Volvo-Schnuppertag

Nun konzentriert sich das VRTT auf die Vorbereitungen für den nächsten Schnuppertag am 20. September und die eine Woche darauf folgende Premiere der Volvos im Rallycross.

Beim letzten Termin Ende Juli gab es knapp 30 Teilnehmer, darunter auch eine der Gewinnerinen des Motorline.cc Preissauschreibens Frau Christa Obczovsky, erfreuten sich der quergetriebenen Rallyevolvos.

Das Rezept ist denkbar einfach und zielt darauf ab, die eine oder andere Ausbaustufe für Interessierte zu verwirklichen. Soll heißen egal ob jung oder alt, jeder Führerscheinbesitzer kann einen oder mehrere Blöcke zu á 10 Runden buchen und wird von erfahrenen Rallyepiloten am Beifahrersitz begleitet!

Die robusten Rallyevolvos beweisen sich als wahre Panzer und erweisen sich ob ihrer Robustheit und den geringen Verschleiß als die geeignetsten Fahrzeuge für derartige Events.

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ARC: Rallye-Sprint 2009

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