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ARC: Triestingtal-Rallye

Nicht nur an der Spitze ging es zur Sache

Drei verschiedene Fahrer kämpften auf den Schotterpfaden im Triestingtal um den Gesamtsieg, ehe letztendlich die Kugel auf Beppo Harrach/Andreas Schindlbacher fiel.

Ein bekanntes Bild aus dem vergangenen Jahr, nur die Namen sind andere: Drei Fahrer ringen erfolgreich um die Gesamtführung. Den Anfang machte Vorjahressieger Alessandro Taddei, der sich zu Beginn mit seinem Mitsubishi Gruppe A an die Spitze setzte.

Doch die Gegenoffensive von Beppo Harrach und Hermann Gassner Junior, die stets in Schlagdistanz waren, blieb nicht aus. In Lauerstellung befand sich mit Antonio Marchioro ein weiterer Ex-Triestingtal-Sieger aus Italien – er wartete auf Platz Vier auf eine mögliche Chance.

Auch nach dem Ausfall von Taddei nach Ablauf der ersten Hälfte blieb es spannend – Hermann Gassner zeigte sich in Sachen Schnelligkeit und Eleganz als durchaus siegeswürdig und lag einige Sekunden vor Beppo Harrach, ehe das Getriebe an seinem Gruppe N-Mitsubishi streikte.

Daher letztendlich ein klarer Triumph für „Driftcompany“ Beppo Harrach/Andreas Schindlbacher, ebenfalls auf Mitsubishi, die gleichfalls eine großartige Vorstellung abgaben. Sehr erfreulich endete die Triestingtal-Rallye für einen alten Haudegen der Szene – Fritz Waldherr kam mit Beifahrer Martin Rigl und einem Subaru Impreza STI auf Platz Zwei.

Dahinter folgen schon die Gruppe H-Überraschungssieger Christian Hofecker/Martin Cepicka, die in der Folge auch die Austrian Rallye Challenge anführen. In der gleichen Kategorie fuhren auch die deutschen Gaststarter Jeffrey Wiesner/Robert Patzig, die mit ihrem BMW 330 is ihren Vierrad-Kollegen das Leben ziemlich schwer machten. Ein großes Vergnügen war es hingegen für die Rallye-Besucher – eine solche Vorstellung eines Hecktrieb-Teilnehmers auf Schotter sieht man nicht jeden Tag.

Hinter Markus Felbauer (Mitsubishi Lancer Evo III) und Reinhard Mitterauer (Toyota Celica GT4), die sich eine spannende Auseinandersetzung um Platz Zwei in der Gruppe H lieferten, erstaunte Oskar Hebenstreit als erfolgreichster Historischer mit seinem Ford Escort RS 2000 – auch ein siebenter Platz Gesamt eines über dreißig Jahre alten Autos ist eine eher seltene Sache und eine entsprechend beachtliche Leistung.

Dahinter ein weiteres Wunder vom Triestingtal: Mit Henrik Levin/Ida Ida Isaksson (sie waren wegen des Nordic West European Volvo Original Cup aus Schweden angereist) hat es nach 2006 erneut ein Volvo-Teilnehmerteam geschafft, in die Top-Ten zu kommen: Über den heldenhaft erkämpften achten Platz reagierten viele zu Recht mit Respekt.

Hochachtung auch vor dem Vierten der Gruppe H – Mario Klepatsch aus dem Mühlviertel, ein noch relativ neuer Name in der Austrian Rallye Challenge. Die Sensation schlechthin präsentierte jedoch Rudi Macht mit seinem Gruppe N-Polo als Gesamt-Zehnter – eine großartige Wiederholung seiner Glanzvorstellung vor drei Jahren. Er setzte sich sogar gegen den Gruppe H-Sieger des vergangenen Jahres (Reinhold Kopf/Toyota Celica) durch.

Auch unter den Ausgefallenen sorgten einige für eine hochkarätige Show. So wie etwa Christoph Weber, der sich mit dem Ex-Wiedner-Golf auch in der Austrian Rallye Challenge als siegfähig bei den Historischen gezeigt hatte – wenn er durchkommt.

Jochen Walther wollte es diesmal besonders genau wissen – zu viel auch für ein Volvo-Fahrgestell. Apropos Volvos: Hier hatte die kurzzeitige Rückkehr von Andreas Hulak für echte Würze gesorgt, der stellenweise sogar Henrik Levin das Tempo vorgab.

Den Todesstoß versetzte jedoch nicht er dem Volvo 740, sondern Dr. Markus Sommer, der „eigentliche Fahrer“. So ging der Sieg in der österreichischen Volvo-Wertung nach 2006 erneut an Andreas Schögler, der sich knapp gegen Bernhard Engelmann und Nenad Jovanovic durchsetzte.

Schon seit einigen Jahren keine Triestingtal-Rallye mehr ohne Rundkurs Coopers, für viele eine Chance, am Ende noch einmal groß beim Publikum zu punkten. Diesmal schlugen auf der Abschluß-Prüfung durch Weißenbach gleich mehrere Fahrer zu, die davor während der Rallye eher unauffällig in Erscheinung getreten waren.

Wolfram Doberer/Susanne Merschnik fuhren Bestzeit vor Herwig Danek/Willibald Gruber, die auf ihre Weise das 100jährige Firmenjubiläum von LUX-Bau feierten und als Debütanten einige Achtungserfolge auf den SP’s erzielten. Ebenso „große Gewinner“ von der Coopers-SP: Harald Ruiner (Renault Clio Gr. N) als Gesamt-Fünfter und Friedrich Riedl im etwas altersschwachen Lancia Delta Integrale als Gesamt-Sechster.

Fazit: Bei der Triestingtal-Rallye bleiben Überraschungen nie aus. Es zeigen sich auch einmal mehr deutlich sichtbare Ansätze für eine außerordentlich spannende Austrian Rallye Challenge – 2009 könnte ein weiteres gutes Jahr werden.

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