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Rallye-WM: Jordanien

Ab in die Wüste

Alles andere als Durchschnitt: Schnelle Schotterpisten, beeindruckende Landschaften, königliche Gastgeber und historische Kulisse.

In dieser Woche gastiert die WRC zum zweiten Mal im Königreich Jordanien. Der Lauf rund ums Tote Meer feierte 2008 seine Premiere als WM-Rallye, nun kehrt die Driftelite zurück. In Jordanien ist Rallye im wahrsten Sinne des Wortes der Sport der Könige.

Der verstorbene König Hussein gründete den Königlichen Automobilklub von Jordanien. Seine Söhne Abdullah - der 1999 auf den Thron stieg - und Prinz Feisal, haben seine Leidenschaft geerbt und fuhren früher selbst Rallyes.

Von daher hat der Sport in Jordanien eine lange Tradition. Die erste Asphaltrallye des Landes fand 1964 statt, der erste internationale Lauf 1981. Seit 1984 ist die Rallye Jordanien Bestandteil der Meisterschaft des Mittleren Ostens MERC. Und 2008 folgte das vielbeachtete Debüt in der WRC.

Die Rallyebasis befindet sich am Toten Meer. Servicepark, Hauptquartier und Prüfungen liegen alle in einem Umkreis von 75 Kilometern. Damit hat die Rallye Jordanien eine der kompaktesten Routen im Kalender. Und die Route ist abwechslungsreich.

Von der Wüste ans Meer

So geht es durch die Wälder nördlich der Hauptstadt Amman, durch das Jordan-Tal und durch die Wüste am Toten Meer. Der höchste Punkt der Rallye liegt in über 1.000 Metern Höhe, die meiste Zeit wird aber unterhalb des Meeresspiegels gefahren. Der niedrigste Punkt der Rallye 408 Meter unter dem Meeresspiegel.

Dazu führt die Route durch atemberaubende Landschaften und vorbei an historischen Orten. Die Eröffnungszeremonie findet in diesem Jahr in den Ausgrabungen von Jerash statt. Das ist eine frühere römische Provinzstadt und heute eine der besterhaltenen spätantiken Städte des Nahen Ostens.

Zudem kommen die Rallyestars vorbei an der Stelle, an der Johannes der Täufer Jesus getauft haben soll, und am Berg Nebo, von dem aus Moses der Überlieferung nach über das gelobte Land blickte und starb. Der Zieleinlauf und die Siegerehrung finden dann am Toten Meer statt.

Die Veranstalter der Rallye Jordanien machen sich die neuen Freiheiten bei der Zeirtplangestaltung zu Nutze. Der Lauf endet nicht wie üblich am Sonntag, sondern bereits am Samstag. Damit wird dem islamischen Wochenende Rechnung getragen. Deshalb wird der Shakedown bereits am Mittwoch (31. März) ausgetragen, die ersten Wertungsprüfungen stehen am Donnerstagmorgen (1. April) an. Zieleinlauf ist am Samstagnachmittag (3. April).

Sand und Schotter

Die Rallye Jordanien führt über 21 Prüfungen mit einer Länge von insgesamt 339,38 gezeiteten Kilometern. Zu den Highlights zählen die "Baptism-Site"- und die "Jordan-River"-Prüfung an der Grenze zu Palästina. Sie ist mit 41,45 Kilometern die Längste der Rallye und die zweite Durchfahrt findet in der Hitze des Freitagnachmittags statt. Nicht wenige glauben, dass hier bereits eine Vorentscheidung fallen könnte.

Die Route musste jedoch kurzfristig etwas geändert werden. Denn vor einigen Wochen hat Jordanien die schwersten Regenfälle seit 20 Jahren erlebt. Dabei kam es im gesamten Land zu erheblichen Schäden. Doch Armee, Regierung und Kommunen haben zusammengeholfen, damit der Schaden an der Rallyeroute minimiert werden konnte.

So mussten nur 6,68 Kilometer gestrichen werden. Nur zwei Prüfungen mussten verkürzt werden: "Suwayma" und "Baptism Site". Im Vergleich zu 2008 gibt es mit "Rumman Forest" zudem eine neue Prüfung, der Rest der Route ist identisch."

Die meisten Prüfungen sind schnell und flüssig, gefahren wird auf einem sehr harten Schotterboden, der mit einer Kies- und Sandschicht bedeckt ist. Ist diese Schicht einmal weggefahren, fährt es sich beinahe wie auf Asphalt. Zudem bieten die Pisten dann recht viel Grip.

Was den Aufschrieb betrifft, ist Jordanien allerdings die schwierigste Rallye. Denn auf den Highspeed-Strecken mit vielen kleinen Hügeln kann sich der Rhythmus plötzlich ändern. So können nach einer Kuppe unerwartete Haarnadelkurven lauern.

Dazu gibt es in der Wüste auch keine Bäume oder Büsche als Orientierungshilfe. Und die erwartete Hitze von über 40 Grad Celsius dürfte Mensch und Material zu schaffen machen.

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