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Rallye-WM: Interview

Tänak: M-Sport-Aus beschlossene Sache?

Der Este Ott Tänak wird 2016 wohl nicht mehr für M-Sport Ford fahren; generell ist die Zukunft des WRC-Teams von Malcolm Wilson unklar.

Ott Tänak steht bei M-Sport vor dem Aus. Wie Autosport berichtet soll die Entscheidung gegen den Esten bereits gefallen sein, bestätigt ist sie allerdings noch nicht. Teamchef Malcolm Wilson hatte Tänak in den vergangenen Tagen bereits öffentlich angezählt und möchte seine Fahrer für die kommende Saison in den nächsten Tagen festlegen – ohne Tänak zu berücksichtigen. "Zwei Unfälle in den vergangenen beiden Rallyes haben ihn in keine starke Position gebracht, um in der kommenden Saison Teil des Hauptteams zu sein", sagt er gegenüber estnischen Medien.

Es ist offensichtlich, dass man bei M-Sport unzufrieden mit den Leistungen des 28jährigen ist, der in dieser WM-Saison nur einmal auf das Podium fahren konnte und das Jahr auf dem zehnten Gesamtrang abschloss. Speziell die mangelnde Konzentration ist für Teamchef Wilson ein großer Kritikpunkt: "Er muss noch daran arbeiten, die Konstanz zurückzubekommen und aufhören, dumme Fehler zu machen", wird er deutlich.

"Man muss sich nur das Konzentrationsniveau von Sébastien Ogier anschauen. Er hat während der gesamten Saison nur einen Fehler gemacht", zieht Wilson den Vergleich zum Weltmeister. "Nur einen Unfall zu haben, wenn man diese Geschwindigkeiten fährt, zeigt, dass er absolut konzentriert ist, und dass es in seinem Kopf nichts anderes gibt, als das Auto von einem Ende der Prüfung zum anderen zu fahren."

Doch mit dem Aus bei M-Sport öffnet sich für Tänak womöglich eine neue Türe: Ein britisch-chinesischer Reifenhersteller hat schon vor einiger Zeit angekündigt, 2016 sein Engagement in der Rallye-WM ausweiten zu wollen, und der Este soll an der Seite von Jari Ketomaa einen von zwei Ford Fiesta WRC pilotieren. Ob man alle 14 WM-Rallyes der kommenden Saison bestreiten wird, ist allerdings noch nicht gesichert.

Gleichzeitig könnte M-Sport sein eigenes Engagement ein wenig zurückschrauben. Wilson gibt zu, dass man wie Citroën ein verschlanktes Programm absolvieren könnte, auch weil der Kalender mit der Expansion nach China in Kombination mit dem neuen Reglement für die Saison 2017 zu stark an den Kräften zehren könnte. "Ich habe bereits gesagt, dass ich über den Kalender besorgt bin", meint Wilson. "Er ist sehr, sehr vollgestopft, während wir eigentlich mit Vollgas am Auto für 2017 arbeiten sollten."

Im Moment sei es noch das Ziel von M-Sport, alle 14 Rallyes der kommenden WM-Saison zu absolvieren. Eine definitive Entscheidung sei noch nicht gefallen. "Wir wären aber dumm, wenn wir uns die Vorgehensweise, die Citroën eingeschlagen hat, nicht anschauen würden", so Wilson. Bis zum 18. Dezember müssen sich alle Interessenten bei der FIA als Werksteam für die kommende Saison eingeschrieben haben.

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