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WRC: Australien-Rallye

Michele Mouton schießt zurück

WM-Managerin Michele Mouton weist die Sicherheitsbedenken der Fahrer wegen der Nacht-Sonderprüfung entschieden zurück - ein Generationen-Konflikt.

Fabian Bonora
Foto: VW

Die Nachtprüfung in Australien sorgte bei den Fahrern der Rallye-WM nicht nur auf der Strecke für dicke Luft. Bei der Sonderprüfung „Valla“(SP 12) blieben in der Dunkelheit dicke Staubwolken in der Luft hängen und verminderten die Sicht auf ein „gefährlliches“ Level. Dies nahmen einige Piloten sehr ernst und äußersten ihre Bedenken bezüglich der Sicherheit. „Nachtprüfungen sollten der Sicherheit wegen nicht auf Schotter stattfinden", betonte Sebastien Ogier nicht nur während sondern auch vor der Australien-Rallye mehrmals.

Kris Meeke ließ nach der Nacht-Sonderprüfung ordentlich Dampf ab und beschwerte sich wild fuchtelnd bei Michele Mouton. Die WM-Managerin lässt sich allerdings nicht so leicht aus der Ruhe bringen. „Ich denke, wir müssen die Gemüter diesbezüglich beruhigen.“, versuchte Mouton gegenüber Autosport zu beschwichtigen.

Michelle Mouton sah die Sache allerdings auch aus einer anderen Perspektive: „Es war überhaupt kein Sicherheitsproblem, es ging um die Performance. Kris Meeke verlor in dieser Prüfung die Führung an Sebastien Ogier. Wenn er zwei Sekunden schneller als Ogier gewesen wäre, hätte er vermutlich gar nichts gesagt. Ich verstehe, dass er schneller fahren möchte, aber er kann nicht alle anderen kritisieren."

„Hast du dir das Onboard-Video von Paddon angesehen?“, stellte die Französin klar, dass für den Neuseeländer die Situation noch schlechter hätte sein müssen, doch kein Staub zu sehen war. Ein weiter Faktor ist Ogiers Prüfungszeit, denn mit 4:25.1 Minuten war Ogier zwei Sekunden schneller als am Nachmittag. „Wenn dort Staub war, warum sind die Fahrer dann schneller gefahren als bei ihrem ersten Versuch bei Tageslicht?", argumentiert Mouton.

„Das Problem mit den Fahrern ist, dass sie diese Unsicherheit nicht wollen. Und die Nacht ist ein Unsicherheitsfaktor. Außerdem sind sie es nicht gewohnt, in der Nacht zu fahren. Das ist aber ein Teil der Herausforderung", weist Mouton auf den Generationen-Unterschied hin.

Mouton lehnt Mitfahrgelegenheit ab

Thierry Neuville sieht dies allerdings ganz anders als die Vizeweltmeisterin: „Die Dinge haben sich verändert, seit sie gefahren ist", meint Neuville. „Als sie gefahren ist, war man mit halber Geschwindigkeit und alten Reifen ohne Grip unterwegs. Man kämpfte damals um Minuten und nicht um Zehntelsekunden.

Eine Einladung des Hyundai-Werkspiloten an Mouton am „heißen Stuhl“ mitzufahren und einmal zu „zeigen, wie der Vergleicht zu damals aussieht", lehnte die vierfache WM-Laufsiegerin dezidiert ab, sie sieht keinen Nutzen darin. „Sie glauben, dass ich nicht weiß, was sich im Auto abspielt? Ich werde das nicht machen. Man leitet die WM nicht, weil man etwas weiß oder nicht weiß. Man macht das, weil man ein komplettes Bild von diesem Sport hat." betont Mouton.

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