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WRC: Sardinien-Rallye

Latvala gibt noch nicht auf

Jari-Matti Latvala will sich mit dem zweiten Platz bei der Sardinien-Rallye nicht zufrieden geben und bläst am Sonntag nochmal zum Angriff - Ogier geht kein Risiko mehr ein.

Obwohl er keine Siegchancen hat, läuft die Rallye Italien für Volkswagen-Pilot Sebastien Ogier zumindest in Sachen Tabellenstand perfekt. "Meine drei Verfolger in der Gesamtwertung sind bereits ausgeschieden. Selbst mit Rang drei werde ich meine Führung noch ausbauen", fasst der Weltmeister zusammen, der bei normalem Verlauf am Sonntag keine Chance mehr auf eine Resultatsverbesserung hat. "Mehr hatte ich vor dem Start nicht erwartet, ein Podiumsplatz ist das optimale Resultat."

Für Ogier begann der Samstag bereits um 6:00 Uhr morgens. Der 14-Stunden-Tag unter sardischer Sonne setzte selbst dem durchtrainierten Franzosen zu. "Die Sonderprüfungen sind nicht das Problem. Da sorgt schon der Adrenalinspiegel dafür, dass man nicht müde wird. Aber die langen Verbindungsetappen waren heute hart. Du bummelst mit Tempo 80 dahin, es ist brütend heiß im Auto und aus der Lüftung kommt zusätzliche warme Luft."

Über die Idee, bei seinem Renningenieur mal einen MP3-Player für Unterhaltungsprogramm unterwegs zu beantragen, wollte Ogier zumindest nachdenken. Einen Schritt weiter ist da bereits Teamkollege Jari-Matti Latvala. "Ich unterhalte mich auf den langen Straßenetappen mit meinem Beifahrer Miikka Anttila. Heute auf dem Rückweg nach Alghero zum Beispiel über den gerade stattfindenden Lauf zur finnischen Rallyemeisterschaft. Oder wir arbeiten an unserem Aufschrieb."

Im Kampf gegen den Gesamtführenden, Thierry Neuville (Hyundai), half Latvala diese Strategie allerdings nicht. Am Nachmittag wuchs der Rückstand wieder auf 16,1 Sekunden an. "2009 habe ich hier gewonnen. In den beiden Folgejahren habe ich mich jeweils überschlagen, danach haben mir regelmäßig Reifenschaden ein Topergebnis versaut", blickt der Finne zurück. "Dieses Mal möchte ich unbedingt ohne Probleme ins Ziel kommen. Deswegen war ich sicher vorsichtiger, als man es sein kann, wenn man gegen Thierry bestehen will."




16,1 Sekunden sind mehr, als auf den verbleibenden 44 SP-Kilometern am Sonntag realistisch aufzuholen sind. "Ich werde auf den beiden ersten Prüfungen morgen früh attackieren. Danach wird sich dann zeigen, ob es auch für die zweite Sonntagsschleife Sinn macht, Risiken einzugehen." Konkurrent Neuville ist auf die Latvala-Attacke am Vormittag vorbereitet.

"Auf dem ersten Durchgang über die Sonderprüfungen habe ich bisher immer gegen Jari-Matti verloren", analysiert der Belgier. "Beim jeweils zweiten Durchgang war die Situation dann umgekehrt. Selbst wenn er mir morgen ein paar Sekunden abnimmt, werde ich mich nicht verrückt machen." Am Sonntag wird auch planmäßig Andreas Mikkelsen wieder ins Geschehen eingreifen.

Der Volkswagen-Pilot hatte am Samstagnachmittag Riesenpech, als er einem mitten auf der Straße liegenden Felsbrocken nicht mehr ausweichen konnte. "Wir waren mit Vollgas im sechsten Gang unterwegs. Ich hatte keine Chance." Mit gebrochener Radaufhängung musste der Norweger aufgeben. Nichts, was die Volkswagen-Mechaniker nicht innerhalb der erlaubten vier Stunden Servicezeit reparieren könnten.

"Für mich geht es morgen hauptsächlich um Punkte auf der Powerstage", sagt Mikkelsen. Auf diese Extra-Zähler für die WM-Wertung ist Sebastien Ogier ausnahmsweise mal nicht besonders scharf. "Die Powerstage gefällt mir nicht wirklich. Dort werde ich wohl nichts mehr riskieren."

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